Freitag, 19 Mai, 2017

Ich brauche ein Warum, eine Motivation, einen Sinn.

Hallo da draußen in der Welt!

Wenn mir jemand - selbst wenn er einen guten Grund hat z.B. ein Arzt - sagt, was ich tun soll, ohne mir zu erklären, wofür das gut ist, dann halte ich das nicht auf Dauer durch. Ich bin kein Lemming, der ohne Widerspruch einem Aufruf oder einem Befehl folgt. Das funktioniert bei mir nicht. Im Gegenteil, mein Trotz springt an und der sagt: "Nö!"

Ich brauche die Antwort auf: "Warum sollte ich das tun?"

Ich muss begreifen, was ich davon habe, wenn ich meine eingefahrenen Muster, mein gewohntes Verhalten verändere. Denn Veränderung kostet Kraft. Um die bei der Veränderung entstehenden Einschränkungen und Konsequenzen hinzunehmen und dauerhaft am Ball zu bleiben, brauche ich eine starke Motivation.

Habe ich die Antwort auf das Warum und sehe ich dadurch ein, was ich davon habe, die neuen Schritte zu unternehmen, dann gehe ich auch unbequeme Wege. Das Ziel muss so anziehend sein, dass ich über die Schmerzen der Veränderung hinweg sehe.

So war es auch mit dem Walken. Ich hätte doch all die Jahre zuvor auch walken gehen können. Die Zeit dafür hätte ich mir nehmen können. Habe ich aber nicht. Ich blieb auf meinem Bürostuhl sitzen und arbeitete weiter. Weil es auch so ging. Weil ich keinen Grund hatte, den bequemen Stuhl zu verlassen, mich umzuziehen und in den Park zu gehen. Warum sollte ich, es klappte doch auch so.

Ende des Jahres kamen verschiedene Punkte zusammen, die dann eine Veränderung bewirkten:

Zunächt die Diagnose des Liplymphödems, die mich so geschockt hat. Hier mehr darüber: Diagnose. Kopf hoch. Renovierung. Bewegung. Zahn-OP. Glutenfrei. Zuckerfrei. Ergebnisse (Teil 1)  Die Prognose, lebenslänglich Kompressionsstrümpfe zu tragen, wollte ich nicht auf Dauer stehen lassen. Zu heftig sind die Einschränkungen damit, auch wenn ich lerne, mich damit zu arrangieren. Ich recherchierte und fand raus: Wenn ich muskulöse Beine habe, mich mehr bewege, springt so meine Muskelpumpe an, die Lymphe wird bewegt und die Ödeme in den Beinen werden weniger. Also: Bewegung macht Sinn! Das ist eine Möglichkeit, vielleicht vor der lebenslänglichen Maßnahme der Stützstrümpfe weg zu kommen. Und statt Speck Muskeln an den Beinen hilft auch. Ich hab eine wunderbare Motivation, mich zu bewegen!

Ein anderer Punkt war, dass zu der Zeit mein Vater mehrfach im Krankenhaus gewesen ist. Auch das hat eingewirkt auf mich. Ich erlebte wie es ist, wenn man älter ist und auf einmal auf Hilfe angewiesen, wenn auch nur kurzfristig und man nicht mehr selbst Auto fahren kann. Wie würde es mir gehen, wenn ich meinen Weg gesundheitlich so weiter gehe wie bisher? Wäre jetzt mit 47 Jahren nicht der richtige Zeitpunkt, das Ruder rumzureißen? War das alles zusammen nicht der Weckruf meines Schicksals?

Mit einer Freundin tauschte ich mich aus. Wir haben beide keine Kinder, die sich eines Tages um uns kümmern könnten, wenn wir im Alter mal nicht mehr können. Auch wenn ich das nicht von meinen Kindern erwarten würde, dennoch wäre im Fall der Fälle eine kleine Sicherheit da gewesen, die bei mir aber real einfach nicht da ist. Uns war klar: Wir müssen fit bleiben, um im Alter fit zu sein!

Auch das wirkte auf mich ein.

Dazu die anhaltenden Probleme mit meiner Konzentration. Wenn ich nicht jetzt etwas ändere, wann dann?

Das ist meine Motivation, mich zu bewegen, meine Ernährung genauer unter die Lupe zu nehmen. Leidensdruck und das Verstehen der Notwendigkeit bringen mich in Bewegung. Das ist meine Antwort auf das Warum. Es hat Klick gemacht.

Ein Segen!

So bewege ich mich seit dem nahezu täglich. Es hat viele angenehme Nebenwirkungen: Ich liebe die Zeit in der Natur und blühe auf. Hier ein Blogbeitrag darüber: Ich bin auf dem Weg. Vom Glück draußen zu sein. 

So viel für heute von meinem Weg. Bis bald!

Ihre Anja Kolberg

PS: Übrigens war es auch so mit meinem Einstieg in die Vegane Ernährung. Es braucht eine starke Motivation, so zementfeste Gewohnheiten, die auch noch mit Genuss verbunden sind, zu ändern. Und die habe ich gefunden. Seit 2011 bin ich mit einer kurzen vegetarischen Phase auf dem Weg, mich vegan zu ernähren. Mehr dazu lesen Sie hier: Meine Ethik ... und die Schwierigkeiten danach zu leben 

PPS: Mit der Motivation ist es auch so beim Aquajogging. Erklärt die Trainerin, wofür eine Übung ist, zum Beispiel, dass so die Muskeln im Oberarm gestrafft werden, dann macht das Sinn für mich. Ich will straffere Oberarme und nenne sie die Michele Obama-Übung um Oberarme wie die ehemalige US-Präsidentengattin zu bekommen. Also mache ich die Übung mit Freude und Energie. Das ist eine ganz andere Haltung, als wenn nur jemand sagt: "Wir machen jetzt x und y" und ich denke: "Kein Bock, was macht das für einen Sinn?" Kaum ist der Sinn da - macht Oberarme straff... dehnt den Muskel in der Hüfte, der bei Sitzen verkürzt wird .... - geht die Übung wie von selbst!

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Donnerstag, 20 April, 2017

Ich bin auf dem Weg. Vom Glück draußen zu sein.

 Seit Mitte Januar bin ich auf dem Weg. Zu mir. Zur Natur. Zu mehr Bewegung. Zu mehr Gesundheit.

In Diagnose. Kopf hoch. Renovierung. Bewegung. Zahn-OP. Glutenfrei. Zuckerfrei. Ergebnisse (Teil 1) können Sie lesen, was der Anlass dazu war.

Jetzt möchte ich Ihnen von meiner schönen Reise durch die Natur berichten und wie es mir mit der ungewohnten Bewegung ergangen ist. Ich habe in den letzten Wochen immer mal wieder Bilder aufgenommen.

Als ich im Januar mit kleinen Spaziergängen anfing, war es noch bitterkalt, der nahegelegene Adenauer Weiher am Stadion zugefroren. Ich trug Handschuhe und Schal. Irgendwann wurden meine Schritte schneller und ich begann zu Walken. Anfang Februar war mir die größere Runde dort und im Stadtwald langweilig geworden und ich wechselte zum Decksteiner Weiher. Seit ungefähr einem Monat nehme ich noch die Stöcke dazu.

Den Decksteiner Weiher begrenzen im Kölner Westen die A4 (was leider nicht immer leise in diesem Areal ist), der Militärring, die Berrenrather und die still gelegte Bachemer Landstraße. Mitten durch führt die Gleueler Straße. Überall sind Parkplätze zu finden. Am Wegesrand gibt es neben den Wasservögeln (ich zählte zuletzt 30 Schwäne in einem Bereich) und einem zauberhaften Waldkindergarten mit drei Bauwagen noch mehr zu sehen, zum Beispiel das Trainingsgelände und Geißbockheim des 1. FC Köln oder auch Wiesenflächen, Kastanienalleen, der umlaufende Wald, ein Outdoor-Fitnessbereich und jede Menge Freizeitsportler, Spaziergänger und Menschen, die ihre Hunde ausführen.

Selbst, wenn es an schönen Sonntagen mal voll ist, gibt es noch weiter umlaufende Wege, die meist ruhig sind. Genau mein Platz! Eine Strecke um den See sind etwa 5 km.

Beim Walken lässt sich die Natur so gut beobachten. Ein Glücksmoment waren die ersten Schneeglöckchen in der sonst noch kargen, winterlichen Natur:

Von Woche zu Woche zeigte sich immer mehr Grün an den Sträuchern. Wie hier die Blätter des Holunders. Hm, was duften sie herrlich. Ich habe mir immer wieder einige davon abgepflückt und einatmend ihre Würze genossen.

Ebenso ging es mir mit den Veilchen. Ich war ganz entzückt, als ich sie entdeckte. Himmlisch. Ihr Duft erinnert mich an ein Veilchenparfüm, das ich als Kind mal hatte.

Diese zauberhaften Sternchen machen den Waldboden zu einem besonderen Hingucker:

Der erste Schimmer weißer Blüten an den Bäumen. Wow, was für ein glücklicher Moment für mich:

Je wärmer es wurde, desto mehr war zu sehen und zu riechen. Dieser rosa-weiße Winterschneeball auf dem Foto war eine Nasen- und Augenwonne. Ich erkannte am zitronenartigen Geruch auch einige Sträucher meiner geliebten Heckenkirsche, die im Januar 2013 den Tischkalender zierte.

Diese Frühjahrsboten brachte ich mir mit:

Eine Kirschblüte, Winterschneeball, Holunderblatt und Veilchen.

Je wärmer es wurde, desto grüner wurde das Gras auf den umlaufenden Wiesen.

Ich freue mich über jedes Tier, das ich beobachten und hören kann: Das gewaltige Konzert der Singvögel, weit über mir die Rufe eines Greifvogels, der seine Runde zieht und in einer Baumkrone landet. Eine Schafsherde mit vielen Lämmern. Eine Weinbergschnecke, die ich vom Weg aufnehme und auf die andere Seite bringe, damit sie nicht zertreten wird. Die Raben, die Kraniche, die Gänse und Enten auf der Wiese. Eine kleine Maus, die durch das Laub flitzt. Schwäne, die ihren weißen Po in die Höh strecken, wenn sie auf dem Grund des Weihers nach Nahrung suchen. Die vielen Hunde, die mir begegnen und auch Pferde haben hier ihre eignen Pfade. Das alles wahrzunehmen, macht mich froh.

Innerhalb kurzer Zeit waren die Sträucher und die ersten Bäume belaubt. Hier ein älteres Bild. Die Kastanieallee ist inzwischen am Blühen:

Hier einer der breiten Wege:

So sah es letzte Woche aus:

 

Alles so frisch, neu und Grün!

 

Ein Veilchen im Haar... und Freude an der Bewegung. Ich habe öfter ein Selfie von mir gemacht - eines wenn ich losgehe. Mein Gesicht ist dann eher düster. Und eines, wenn ich wieder am Auto ankomme. Rote Wangen, frische Farbe und ein Lächeln im Gesicht.

 

Echt, ich bin ein Sportmuffel. Ich brauche einen Grund, warum ich mich bewege. Ich persönlich muss etwas davon haben, einen Sinn darin sehen. Über dieses Warum, meine Motivation werde ich in einem weiteren Beitrag berichten.

Es gibt Tage, da habe ich richtig doll Lust, rauszukommen. Sogar welche, da pfeife und singe ich beim Walken. Und es gibt Tage, da habe ich null Bock. Puh. Ich weiß, es ist gut zu gehen, deswegen gehe ich auch, aber mein Schritt ist dann schwer. Besonders, wenn mittags die Strümpfe in den Kniekehlen einschneiden, hatte ich das Bedürfnis, rauszumüssen, um Entlastung zu bekommen.

Aber was könnte mir bei Unlust helfen? Ich dachte an einige Hypnose- und Affirmationsapps, die ich auf meinem Handy habe. Leider ist bei allen ein Entspannungsteil dabei, der echt kontraproduktiv ist. "Entspannen Sie Ihre Muskeln" kommt eben nicht so gut, wenn ich mich bewegen will. Obwohl ich mich dagegen wehrte, wurde ich wurde immer langsamer ...

Irgendwann habe ich mir einfach meine eigne Walkingaffirmation aufgenommen. Gemischt mit ein bisschen Musik. Ich liebe das Lied "I'm Walking". Ich fange jedes Mal an zu strahlen, wenn ich mir meine Worte und die Musik anhöre. So schön! Und auch bei so mancher Musik, die ich in meine Walking-Playlist des Handy packte, lache ich oder träume oder weine sogar, weil ich so berührt bin, mitten in der Natur und unterwegs. Ein Segen ist das!

Und ruckizucki ist auch eine nicht so motivierte Runde zu Ende. Auch klasse sind Podcasts, die man sich zu Hause runterladen kann und dann während des Walkens hören. Ich nutze die App Podcast Republic. Zu allen Themengebieten lassen sich Hörstücke finden, sei es Sport, Meditation, Essen, Psychologie ... Toll!

Meinen ersten Regenwalk hatte ich am Osterwochenende. Trockenen Fußes bin ich los. Seit vielen Wochen hatte es nicht geregnet und die Erde schrieh förmlich nach Wasser. Irgendwann auf dem Weg fing es an zu tröpfeln. Ich hatte zwar eine Kapuze an der Jacke, aber ich wollte den Regen spüren. Meine Haare, mein Gesicht, meine Jacke, meine Hose, meine Schuhe waren nachher nass und ich einfach glücklich. Endlich Regen. Wie gut tut das! Einer anderen Walkerin sagte ich: "Bei Regen ist es gar nicht so schlimm." "Ja," sagte sie im vorüber gehen. "Man muss sich nur darauf einlassen." Ja, wie wahr. Das ist es.

Größte Horrorvorstellung war am Anfang für mich: Ich werde von einem Spaziergänger beim Walken überholt. :-)) Der Gedanke bringt mich immer wieder zum Lachen. Auch wenn ich nicht sooo langsam war, ist es dennoch denkbar. Viele geübte Hundeausführer sind schnellen Schrittes unterwegs. Immer wenn ich den Eindruck hatte, es kommt ein Spaziergänger näher, bin ich schneller gegangen. Auch ein schöner Antrieb. :-) Wo ist das Problem, wenn es so wäre? Jeder macht, so gut er kann. Auch ich. Ich hoffe, eines Tages ist das Vergleichen mit den anderen, die unterwegs sind, Geschichte. Ich konzenrtiere mich voll auf mich selbst.

Letzten Endes: Jeder Schritt zählt. Jede Bewegung macht mich leichter, unbe-schwer-ter, lässt meine Lymphe fließen und baut Muskeln und Ausdauer auf. Das will ich. Die Zeit in der Natur hilft mir auch bei meinen Konzentrationsschwierigkeiten. Die spielen dabei nämlich gar keine Rolle. Klasse!

Ich habe begriffen wie wichtig es ist, einen Ausgleich zu meinem Schreibtischjob zu haben. Selbst wenn mein Liplymphödem schwups weg wäre. Es ist eine langjährige und auch lebenslange Aufgabe, mich zu bewegen. Man schmeißt nicht einfach eine Pille eiin und gut ist es. Es braucht Zeit.

Der Physiotherapeut sagte mir diese Woche, dass er - obwohl er sich den ganzen Tag bewegt - auch ins Fitnesstudio geht, um die Muskeln zu stärken, die er nicht beansprucht. Durch die oft nach vorne gebückte Haltung haben viele Kollegen Rückenprobleme. Deswegen stärkt er seine Rückenmuskulatur. So habe ich noch nie darüber nachgedacht. Ja, ich begreife immer mehr, wie wichtig es für mich die meiste Zeit Sitzende ist, mich regelmäßig zu bewegen. Der Spaziergang am Morgen mit unserer Hündin reicht nicht.

Ein dauerhafter Ausgleich, den ich gerne mache. Nicht was ich muss, sondern was ich will. Das trifft auf das Walken zu. Es kostet mich keine Beiträge, ich bin zeitlich völlig flexibel und kann überall damit starten. Am Anfang war es ja nur ein Spaziergang in ganz normalen Klamotten. Irgendwann habe ich mir die neuen, unbenutzten Hundewalkingschuhe angezogen, die ich im letzten Jahr erstanden habe, die Jogginghose an und bin damit los. Das ist so einfach. Inzwischen passt mir sogar eine schwarze Softshelljacke wieder, die ideal für die Übergangszeit ist.

Am Anfang bin ich zwanzig Minuten, dann vierzig Minuten gegangen. Inzwischen eine Stunde. Wenn ich mir mal wieder Blasen unter den Füßen gelaufen hatte, hörte ich auch schon nach halber Strecke auf, wo ich zum Auto abkürzen konnte. Es kam auch schon vor, dass ich nach Ende der Runde dachte: Ich könnte noch weiter gehen. :-)

Ich könnte auch gleich von zu Hause aus losgehen, doch mag ich nicht unter den Augen der Nachbarschaft losgehen. Ich brauche einen Schutz. Mal sehen, ob das irgendwann anders wird.

Schwimmen ist natürlich auch gut, doch mir bekommt die Luft im Schwimmbad irgendwie nicht. Obwohl ich weiß, wie gut Aquajogging für den Körper ist und obwohl die Trainerin mich damit motiviert, dass sie sagt, für welchen Muskel die einzelnen Übungen sind: Ich habe eine Abneigung, dorthin zu gehen. Nun gab sie mir den Tipp von einem ganzjährig geöffneten und beheizten Freibad in der Nähe. Das wäre nach dem Kurs eine Alternative. Frische Luft!

Übrigens hatte ich große Hemmungen, zuerst mal wieder nach über zehn Jahren (oder waren es mehr?) in ein Schwimmbad zu gehen. Mit Kleidergröße 52/54 und voluminösen Orangenhaut-Schenkeln kein leichter Schritt. Nun ist es kein Spaßbad, sondern hauptsächlich eines für Schwimmer und die Dame an der Anmeldung sagte, es wären hauptsächlich ältere Damen dabei. Na, dann will ich es mal probieren. Leid macht Mut.

Kaum war ich nur mit Badeanzug in Richtung meiner Trainerin unterwegs, sah ich einen durchgestählten Schwimmtrainer am Beckenrand stehen, der einen Schützling beobachtete. Die Bahnen waren eigentlich bevölkert von gut trainierten Sportlern. Gut, dass ich das vorher nicht wusste. Ich hätte Hemmungen gehabt. Doch erstaunlicherweise macht es mir nicht viel aus. Ich kann meinen Körper nicht tauschen. Meine Beine, mein Po, mein Bauch ... alles an mir - ist wie es ist. Bis auf einige bebrillte Schwimmer, die zu uns Frauen bei unseren Wasserübungen rübergaffen - besonders penetranten, die mir auffallen zeigen ich dann unter Wasser einen Stinkefinger ;o) - habe ich nichts Nerviges erlebt. Gut, außer die Luft.

Ich merke schon jetzt Veränderungen in meinem Körpergefühl. Die Kniekehlen schmerzen nicht mehr so stark. Die seitlichen Bereiche der Knie auch nicht, wenn sie nachts aufeinander liegen. Ich bin flotter unterwegs. Weniger schnell schlapp bei Bewegung, sei es beim Putzen oder wenn ich sonst draußen bin. Meine Beine fühlen sich leichter an. Es tut so gut, diese kleinen Veränderungen zu registrieren.

Wie lange das mit dem Walken so gehen wird? Ich weiß es nicht. Auch nicht wie es wird, wenn es draußen heiß wird, weil mir die Wärme gar nicht bekommt. Werde ich dann auch walken gehen? Heute denke ich daran nicht. Heute erfreue ich mich daran, dass ich mich jetzt bewege. Ein Segen!

Ich möchte gesund und fit alt werden. Und dafür will ich was tun. Jeder Schritt zählt.

Ich bin auf dem Weg.

Ihre Anja Kolberg

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Mittwoch, 19 April, 2017

Diagnose. Kopf hoch. Renovierung. Bewegung. Zahn-OP. Glutenfrei. Zuckerfrei. Ergebnisse (Teil 1)

Liebe Leserin, lieber Leser,

nachfolgenden Blogbeitrag schrieb ich am 1. Februar 2017. Mir fehlte die innere Ruhe, Zeit und Konzentration, ihn fertig und online zu stellen. Heute - am 19.4.2017 - ist es endlich vollbracht. Hüpf! Auch wenn der Inhalt zum Teil in der Vergangenheit liegt, so ist er doch der Wegbereiter für mein jetzigen Alltag und für viele Veränderungen. Ich bin durch das Aufschreiben erstaunt, was alles in den letzten Monaten passierte.

Weil ich so wenig bloggte, spürte ich wie ich mich dafür kritisierte. Durch das Aufschreiben begreife ich, warum ich nicht konnte. Und das tut so gut. Ich kann wieder lieb zu mir sein und verstehe mich. :o)

Ich brauchte die stille Zeit, um die Veränderungen zu begreifen und in meinen Alltag zu integrieren. Es wäre mir schwerer gefallen, wenn ich schon am Anfang darüber geschrieben hätte, weil ich mich nicht mehr so frei gefühlt hätte. Jetzt, wo es sich gefestigt hat, geht es leichter. Also auf gehts.

* ~ *

1. Februar 2017

Heute (1.2.) bekomme ich meine reklamierten, flachgestrickten, hautfarbenen Kompressionsstrümpfe zurück. Aus richtig festem Gewebe sind sie und sie reichen von den Zehen bis fast hoch in die Leiste.

Angefangen hat die momentane Veränderung Ende letzten Jahres. Im November und Dezember 2016 hatte ich zunehmend Schmerzen in den Beinen. Vor allen Dingen die Rückseite der Oberschenkel schmerzte beim Sitzen. So kam es zum Besuch erst beim Hausarzt, dann beim Facharzt. Dieser stellte am 19.12.2016 die mich niederschmetternde Diagnose: "Sie haben ein Lipödem. Sie müssen lebenslang Kompressionsstrümpfe tragen."

Ich habe seit meiner Pupertät kräftige Beine. Mit Anfang 20 wurde bei mir ein Lymphödem festgestellt (umgangssprachlich "Wasser in den Beinen") und später dann eine Venenschwäche. Das war heftig für mich. Einige Jahre trug ich Kompressionsstrümpfe. Irgendwann hörte ich damit auf und bin bis jetzt ganz gut damit durch gekommen. Nur im Sommer, wenn es ganz heiß war, hatte ich geschwollene Füße und Knöchel. Jetzt jedoch tauchten Schmerzen im Winter auf, die mir Sorgen machten.

Die ersten Tage nach der Diagnose habe ich meinen Kopf ganz gut hängen lassen und so manche Träne vergossen. Das war eine schlimme Zeit für mich. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so heftig und lange geweint habe...

Ich habe schon immer unter meinen stärkeren Beinen gelitten, jetzt soll ich auch noch 'lebenslang' Kompressionsstrümpfe tragen. Oh nein. Noch schlimmer. Ich hatte das Rezept in der Hand und den Termin im Sanitätshaus zum Ausmessen der Strümpfe vor Augen. Meine Befürchtung: Durch die dicken Strümpfe bräuchte ich noch größere Jeans oder gar Schuhe.

Dann lief mir ein Engel über den Weg. :-) Die nette Sanitätshausmitarbeiterin machte mir Mut, dass durch die Strümpfe das Volumen meiner Beine abnimmt. Genau, was ich in dieser schrecklichen Phase brauchte: "Frau Kolberg, wir schaffen das. Ich suche Ihnen einen schönen Stoff aus, der atmungsaktiv ist und Sie werden sehen, Ihre Beine werden dünner werden. Sie brauchen keine größere Jeans." Ein Glück! Das motivierte mich, die Herausforderung der Kompressionsstrümpfe aufzunehmen. Ich hatte auf einmal etwas davon (abgesehen vom gesundheitlichen Aspekt), die Strümpfe zu tragen. Meine Beine würden dünner werden.

Mit diesen ersten guten Nachrichten kehrte mein Kampfeswille zurück. Was konnte ich tun, außer die Strümpfe zu tragen? Was bedeutet diese Krankheit? Und nicht nur die Beinproblematik ist da, sondern auch die immer wieder auftauchenden Konzentrationsprobleme, über die ich schon öfter berichtete. (Blog - Körper & Schmerzen).

Seit dem habe ich - immer dann wenn mein Kopf es zulies - recherchiert, gelesen, ausprobiert und umgesetzt. Ich gehe seit Anfang Januar einmal die Woche zum Aquajogging. Bewegung im Wasser ist besonders gut, weil durch den Druck des Wassers die Beine entstaut werden. Ich las das Buch "Lipödem. Rechtzeitig erkennen und richtig behandeln." von Dr. Thomas Weiss. Es half mir, die Hintergründe zu verstehen, zum Beispiel, dass die Erkrankung genetisch bedingt sein soll.

Lipödem ist eine schmerzhafte Schwellung des Bindegewebes. Lip steht für Fett und Ödem für Schwellung. Ich dachte immer, meine Beine sind wegen meines Gewichts so voluminös. Sind sie auch, aber eine weitere Ursache ist eben dieses Lipödem. Unterschied zwischen Lipödem und reinem Übergewicht: Das Lipödem ist schmerzhaft. Meine Beine sind berührungsempfindlich und bekommen schnell blaue Flecken... Die feinsten Gefäße im Lymphgewebe schaffen es nicht, Stoffe wie Eiweiße und Fette abzutransportieren. Ergebnis: Überdimensionale Orangenhaut.

Ich erfuhr, wie wichtig Manuelle Lymphdrainage ist und musste mich extrem anstrengen und einsetzen, bis ich sie endlich bekam. Ich beschäftigte mich mit den Behandlungsrichtlinien für diese Erkrankung, meine Krankenkasse war mir eine gute Unterstützung.

Bei Lipödem, Lymphödem, Venenproblemen oder der Mischform Liplymphödem gilt: Liegen und laufen ist super. Stehen und sitzen schlecht. Nun habe ich eine hauptsächlich sitzende Tätigkeit im Büro. Was also tun?

Durch Zufall las ich von einem Untertischfahrrad. Wäre das vielleicht eine Lösung? Als ich es Anfang Januar zu Hause hatte und ausprobierte, kam mein Schreibtisch an seine Grenzen. Er war zu niedrig und zu klein. Ich müsste das Rad weiter nach hinten zur Wand schieben, um treten zu können, ohne beim Treten oben mit den Knien unter die Tischplatte zu stoßen. Hin- und herüberlegt. Ein neuer Schreibtisch mit größerer Platte könnte die Lösung sein.

Die Platte möglichst dünn, damit ich unten Platz habe für die Knie und nach oben nicht zu hoch, damit ich nicht mit den Händen bzw. Unterarmen auf der Tischplatte zu hoch aufliege und weiter möglichst ergonomisch sitze ...

Schwups: Damit hatten mein Mann und ich unser schon rituelles Renovierungsprojekt für den Jahresanfang. :o) Diesmal: Ein neuer Schreibtisch.

Es war ganz schön knifflig, eine passende Platte zu finden. Ich wollte sie so groß haben, dass ich wirklich toll Platz habe. Drucker drauf, Ablagemöglichkeit, Raum für eine Vase, meine Kalender .... so 2 Meter mal 1 Meter. Ein Schreiner im Baumarkt hatte so seine Zweifel, ob die große Platte nicht durchhängt, ein Kollege die richtigen Tipps, wie es gelingen könnte. Das Material gekauft und los ging's:

Da die Platte unbehandelt war, musste ich sie zunächst anschleifen und mehrfach lackieren, von beiden Seiten, damit sie nicht krum wird. Mein Göttergatte half mir dann beim nächsten Schritt, besser gesagt: Ich ging ihm zur Hand. Nämlich eine Unterkonstruktion bauen, die der Platte die nötige Stabilität verleiht und sie nicht irgendwann in der Mitte durchhängt. Herausforderung: Keine Leiste darf unter der Platte im Sitzbereich sein, da ich sonst wieder mit den Knien drankomme. Wir haben es geschafft. Vier Metallfüße stützen die Platte ab. Ich wollte die Alternative - sie fest an die Wand zu montieren - nicht, um möglichst frei zu sein.

In meinem Büro herrschte durch die Renovierung Chaos, da alles beiseite geräumt war. Die Hälfte des Raumes war überfüllt mit dem, was auf der anderen Seite gerade nicht stören sollte. Himmel, sah das aus. Beim Blick auf die rosafarbene Wand hinter meinem Schreibtisch fielen mir die vielen hellen Flecken darauf auf. Ich hatte eine zeitlang viele Blätter an die Wand geheftet. Rundherum hatte die Sonne die Farbe ausgeblichen. Als ich die Blätter entfernte, war die Wand voller dunkelrosa Rechtecke.

Kurzer Entschluss: Wenn schon neuer Schreibtisch, dann auch neue Farbe. Also: Auf in den Baumarkt. Welche Farbe sollte es sein? Ich entschied mich für ein helles blautürkis. Eine beruhigende, klare Farbe, die bei der Konzentration helfen soll. Sie heißt "Licht der Gletscher (R). Pures Wasserblau" von Alpina und gefällt mir super. Beim Streichen bin ich wie treue Blogleserinnen wissen, voll in meinem Element.

Frische Farbe! Hüpf. Da die anderen Wände des Büros in ihrem hellen Grau noch gut in Ordnung waren, brauchte ich an ihnen nur hier und da ein paar Ausbesserungen zu machen. Irgendwann waren Wände und Schreibtisch fertig. Wow. Das gefiel mir super. Beim Zurückräumen habe ich gleich noch eine Loslass- und Aufräumaktion in und auf meinem Büromobillar gestartet. Die Papiertonne war so voll und so schwer, dass die ahnungslosen Müllmänner sich sicherlich wunderten...

Ende Januar war das Büroprojekt geschafft!

Nach dem Einräumen brauchte ich eine zeitlang, die richtige Höhe von Schreibttischstuhl und Abstand zum Untertischrad zu finden. Auch tippen und gleichzeitig in die Pedale treten will immer noch gelernt sein. Ich sitze auf einem Rollstuhl. Damit er beim Treten nicht nach hinten rutscht, ist er mit dem Rad mit einem Band verbunden. Das schränkt ein wenig ein bzw. ist es eine Umgewöhnung beim Sitzen. Inzwischen geht es. Oft nutze ich das Fahrrad, wenn ich telefoniere oder mir ein Video anschaue oder lese. Auch Kleinvieh macht Mist - inzwischen bin ich schon 1.686 Minuten gefahren. Das ist doch mal besser als Stillstand!

Mitte Februar hatte ich eine Zahn-OP. Dies war ein weiterer Schritt um alle möglichen Ursachen für meine Konzentrationsprobleme aufzulösen. Mir wurde ein wurzeltoter Zahn, der immer noch nicht symptomfrei war, gezogen und durch ein Keramikimplantat ersetzt. Seit meinem Urlaub im Oktober habe ich mich damit intensiv beschäftigt, die beste Lösung für mich zu finden, die möglichst verträglich ist. Deswegen auch ein Keramik- und kein Titanimplantat. Im Mai kommt die Krone nach der Einheilung auf die künstliche Wurzel.

Zwei Wochen vor und zwei Wochen nach der OP sollte ich zur besseren Einheilung auf Zucker, Gluten und Transfettsäuren verzichten. Das waren Hürden! Obwohl ich es schon leichter hatte, da ich die anderen Empfehlungen wie kein Fleisch, keine Milchprodukte... sowieso nicht mehr zu mir nehme. Zu dem vierwöchigen Programm gehörte auch die konzentrierte Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen.

Das Glutenthema habe ich schon lange auf dem Schirm. Man geht davon aus, dass Autoimmunkrankheiten und auch das Lipödem unter anderem von Entzündungen angefacht werden und Gluten können diese Entzündungen auslösen. Ich habe Hashimoto, eine Autoimmunerkrankung und chronische Unterfunktion der Schilddrüse. Es wäre also gut, Gluten wegen der immer wieder auftretenden Konzentrationsschwierigkeiten (die auch and er Schilddrüse liegen können) wegzulassen, aber puh.... Zucker und/oder Gluten (z.B. Weizen) waren doch bislang in all meinen veganen Leckereien (Brötchen, Brot, Schokolade, selbstgebackener Kuchen....)

Obwohl mir natürlich klar ist, dass veganes Essen nicht unbedingt "gesund" bedeutet. Alle Ersatzprodukte wie Margarine, veganer Käse- und Wurstaufschnitt sind reine Industrieprodukte und haben mit einem natürlichen Produkt nichts mehr zu tun. Für mich spielte das aber bislang keine Rolle, weil es mir wichtig war, tierfrei zu essen. Inzwischen kommt der gesundheitlich Aspekt dazu, deswegen auch der Wunsch, keine Ersatzprodukte bzw. industriell hergestellte Produkte mehr zu essen.

Dank der Zahn-OP hatte ich den Anlass, mich endlich damit zu beschäftigen. Anfang Januar fing ich langsam an, auf glutenfreie Ernährung umzustellen. Bei der Gemüsekiste konnte ich glutenfreies Brot auf Reisbasis bestellen. Das schmeckte sogar meinem Mann, wenn es auch nicht so gut schmeckt wie ein Körnerbrot. Also nix langfristiges, das mich satt und glücklich macht. Gut, weiter nach Lösungen suchen. Ein glutenfreies Brotrezept, das ich im Netz fand, ging so...

Im Netz las ich nach, was überhaupt zu Gluten gehört: Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen, Gerste und Hafer teilweise ebenso. Glutenfrei sind z.B. Buchweizen, Hirse, Amaranth, Mais, Reis, Quinoa, Kartoffeln, Obst, Gemüse, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte. Ok, erst mal diese Informationen verarbeiten. In den normalen Bäckereien gibt es selten glutenfreies Brot, weil es durch keine separate, glutenfreie Backstraße läuft und somit nicht wirklich frei von Glutenspuren ist. Für mich wären die Glutenspuren ok, aber es gibt eine Erkankung namens Zöliakie. Die an dieser Unverträglichkeit leiden, entwickeln selbst bei Spuren starke Symptome. Bei der Deutschen Zöliakie Gesellschaft finden auch nicht Betroffene Wissen rund um Gluten.

Was bleibt zu essen? Mein normales Frühstück bis dahin: Weißmehlbrötchen und süßer Aufstrich.

Zu Hause machte ich meinen Brotaufstrich immer öfter selbst, weil mir die gekauften nicht mehr gut schmeckten und ich möglichst auf industriell hergestellte Produte verzichten wollte. Seit langem hatte ich ihn im Blick - im Dezember kaufte ich mir endlich den kleinen Mixer (Personal Blender, hier können Sie einen Blick drauf werfen), mit dem man auch wunderbar Nusskerne mahlen kann. Damit bereite ich mir seit dem meinen Aufstrich zu: Cashewkerne mahlen, getrocknete und in Öl eingelegte Tomaten hinzu, Wasser, etwas Zitronensaft, Pfeffer, Salz und vor allen Dingen geröstetes Sesamöl und Olivenöl. Lecker!

Dann entdeckte ich bei den glutenfreien Produkten im Biomarkt die Brotbackmischung "Schnelles Dunkles" von Bauckhof. Die hatten wir schon mit in den Urlaub nach Dänemark genommen. Zu meinem Entzücken las ich, sie ist glutenfrei. Mit der Backmischung kann man auch Brötchen backen. Gut, die sind echt klein und hart, aber durchaus eine Alternative.

Glutenfreies Frühstück im Café? Wie soll das gehen?
Als ich mit meiner Freundin zum Frühstück im Café Ludwig im Museum Ludwig am Kölner Dom (Tipp! Schöne Aussicht und Ambiente, haben auch veganes Essen.) verabredet war, rief ich vorher an, ob sie glutenfreies Brot hätten. Hatten sie nicht, aber es wäre ok für sie, wenn ich mein eigenes mitbringe. Prima. Ich bestellte mir den veganen Frühstücksteller ohne Brot und nahm meine eigenen Brötchen dazu. Das war perfekt!

Auf Dauer war es keine Alternative für mich, mein Brot selbst zu backen. Ehrlich gesagt, zu aufwändig. Das Reisbrot schmeckte mir als Alternative nicht. Überhaupt war mir Brot zum Frühstück irgendwie über. Schon länger liebäugelte ich mit warmen Frühstück.

Weiter geht es in Teil zwei: Mit einer leckeren, sattmachenden und glutenfreien Frühstückslösung, Zuckerverzicht und den wunderbaren Ergebnissen meiner bisherigen Reise und dem, was noch nicht gelöst ist...

Ihre Anja Kolberg

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Diagnose. Kopf hoch. Renovierung. Bewegung. Zahn-OP. Glutenfrei. Zuckerfrei. Ergebnisse (Teil 2)

Hier die Fortsetzung meiner Erlebnisse der letzten Wochen... (Den Anfang finden Sie hier.)

Im Bioladen fand ich meine Lösung: 3-Korn-Flocken aus Buchweizen, Reis und Hirse von Spielberger Mühle. Das bereite ich mir morgens als Müsli zu. Es wird mit einer Pflanzenmilch aufgekocht. Erst nahm ich Mandelmilch, bis ich entdeckte, dass die normale auch mit Zucker versetzt ist. Also, wo überall Zucker drin ist... manchmal unter anderen Namen wie z.B. Saccharose oder Glukose.

Die ungezuckerte Variante der Mandelmilch schmeckte mir nicht, so landete ich beim Reisdrink, der durch die Verarbeitung natürlicherweise leicht süß schmeckt. Im Topf landen ebenso: Ein Apfel, klein geschnittene Trockenfrüchte, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam, geschrotteter Leinsamen, Kurkuma, etwas Pfeffer und ein Eßlöffel Kokosöl. (Samen, Nüsse, Kokosöl, weil Nährstofflieferanten. Kurkuma wirkt antientzündlich und soll mit etwas Pfeffer besser wirken. Ich habe mir halt meine eigene Mischung ausgedacht und gut vertragen.)

Wenn es kocht, wird die Platte abgestellt, der Topf bleibt drauf stehen. So kann es quellen. Nach kurzer Zeit - inzwischen ist die Küche aufgeräumt und der Tee gezogen - wird der Frühstücksbrei gelöffelt. Lecker. Es macht mich so satt, dass ich bis nach Mittag keinen Hunger habe. Erstaunlich, hatte ich sonst mittags mit meiner Brötchenvariante extremen Hunger, so dass mir fast schlecht war und ich aggressiv wurde. Das ist jetzt weg. :-) Angenehme Nebenwirkung.

Auf den Zucker zu verzichten, war schwerer und auch leichter als gedacht.

Zum einen habe ich ein Video gesehen, in dem eine junge Frau erklärt, was Zucker im Körper anrichtet. Das hat mir geholfen, zu verstehen, warum er nicht gut ist. (Ich weiß nicht mehr, welches Video das ist. Wenn ich es wiederentdecke, werde ich es verlinken.)

Dann habe ich angefangen, den Zucker wegzulassen. Gelesen, wo überall Zucker drin ist. Zum Beispiel auch in meiner Mandelmilch vom Frühstück. Das war keine Umstellung von heute auf morgen, sondern zog sich über einen längeren Zeitraum. Da ich durch das Müsli bis mittags so gut satt war, hatte ich kein Verlangen nach etwas Süßem. Das kommt bei mir abends erst auf. Wenn ich abends Zuckerhunger hatte, hab ich mir öfter einen Nachtisch aus Kakaopulver (pur, also ohne Zucker oder sonstwas) mit Chiasamen und Agavendicksaft als Süße und mit Pflanzenmilch gemixt. Das schmeckte erstaunlich lecker.

Zucker scheint einen Suchtfaktor zu haben. Am Anfang war es schwer, je weiter ich davon ab bin, desto leichter wird es. Schielte ich anfangs noch wehmütig zu ihm rüber, macht es mir inzwischen nichts mehr aus, wenn mein Mann abends Schokolade isst. Wenn ich bei Einladungen doch mal Zucker esse, ist es, als fängt die Gier von vorne an, wenn auch nicht so schlimm. Also zurück besinnen: Warum mache ich das eigentlich? Dann geht es.

Mein erster zucker- und glutenfreier Kuchen schmeckte. Es war leckeres Konfekt aus Haselnussmehl, Kokosflocken, Kakao, Kokosöl, Datteln. Wurde noch nicht mal gebacken, sondern einfach im Kühlschrank geparkt. Köstliche und sogar noch gesunde Leckerei. Schon weg, kein Foto mehr möglich. :-) Der Kuchen schmeckte auch meinem Mann, der meinte, es erinnert ihn an "Kalten Hund", allerdings ohne Butterkekse. Mit Süßkartoffeln hab ich auch schon eine Schokotorte probiert. Auch gut. An Ostern gab es eine rohe (also ungebackene) Erdbeer-Schokotorte mit Avocados, die unwahrscheinlich satt machte. Toll, wie viele Möglichkeiten es gibt!

Keine Frage: Meinem Mann schmeckt vieles nicht. Aber es gibt auch gemeinsame Nenner, die wir finden. Und dank der Rezeptplattform Chefkoch.de ist zur Gemüsekiste immer ein gluten-, zuckerfreies und veganes Rezept gefunden, das für meinen Mann mit Käse, Fleisch oder Ei aufgepimmt werden kann, wenn er es möchte. Wenn es Nudeln gibt, kochen inzwischen zwei Töpfe auf unserem Herd. Einer mit glutenfreien Nudeln, einer mit normalen Hartweizennudeln. Auch das geht.

Die Kompressionsstrümpfe waren eine Herausforderung. Frisch angezogen übten sie so einen starken Druck auf meine Beine aus, dass ich nur noch sauer und traurig war. Puh! Zudem schnitten sie schmerzhaft in der Kniekehle ein und sie rutschten... Kaum gebückt, spürte ich wie sie tiefer rutschten. Schnief. Das war eine heftige Zeit. Oben am Abschluss ist ein Silikonband eingelassen, das eigentlich dafür sorgen soll, dass sie an ihrem gewünschten Ort bleiben. Um auszutesten, ob sie fest sitzen bleiben, begann ich mich mehr zu bewegen, mittags kleine Spaziergänge zu machen. Kaum hatte ich die geänderten Strümpfe aus dem Sanitätshaus zurück, ging ich mittags eine Runde spazieren. Sie rutschten wieder. Zurück ins Sanitätshaus. Im nachhinein kann ich sagen: Wie gut, dass die Strümpfe rutschten (auch wenn mich das extrem nervte), so hatte ich einen Grund für die Bewegung und damit fing etwas wunderbares an. ;o) Hier lesen Sie mehr über meine Reise durch die Natur und Jahreszeit: Ich bin auf dem Weg. Vom Glück draußen zu sein. 

Ich sollte die Strümpfe eigentlich auch beim Sport anziehen, weil dies die Kompression verstärkt. Doch ich lief mir Blasen unter den Füßen (die Kompression quetscht die Füße etwas zusammen und an der Fußsohle entstand so eine Blase) und die Haut im inneren Oberschenkelbereich entzündete sich. Jeder Schritt war eine Qual. Ich stand irgendwann vor der Entscheidung: Entweder mit Walken aufhören und die Strümpfe tragen oder weiter Walken und Strümpfe in der Zeit weglassen. Für letzteres entschied ich mich.

Irgendwann war die Lösung für das Rutschen gefunden. (Zweites Haftband. Mehrfach mit der Maschine waschen, damit die Impägnierung raus geht. Von Hand waschen reicht nicht.) Die Strümpfe rutschen heute kaum mehr. Beim Sport lasse ich sie immer noch weg. Ich traue mich gar nicht mehr, es auszuprobieren, weil die Blasen und Schmerzen mich tagelang quälten.

Ich freue mich darüber, dass ich inzwischen an Beinumfang verloren habe. Das kommt schwarz auf weiß ans Tageslicht, wenn die Beine im Sanitätshaus ausgemessen werden. Das motiviert mich sehr.

Im Buch Lipödem las ich, wo Muskeln, da kein Speck. Muskeln bewegen die Venenpumpe und die Lymphe kommen in Bewegung. Auch diese Information motivierte mich, mich mehr zu bewegen. Nicht, dass ich das vorher nicht auch gewusst hätte, aber manchmal braucht es viele Steine, die ins Rollen kommen, damit es "Klick" macht.

So wurde aus der Test-Bewegungsrunde für die Kompressionsstrümpfe ein tägliches Ritual. Die Bewegung an der frischen Luft - genau was ich als Abwechslung zu der Schreibtischarbeit brauchte. Inzwischen gehe ich nahezu jeden Tag walken. Es tut mir gut und ich liebe es, die Veränderungen der Natur jetzt im Frühling zu beobachten.

Alles, was hilft und mir stimmig erscheint, probiere ich aus. Ich bürste meinen Körper morgens und abends trocken ab, um den Lymphfluss positiv zu beeinflussen, trinke auch dafür bis zu drei Tassen Steinklee. Ich höre meinen Physiotherapeuten und Ärzten gut zu, wenn sei mir Tipps geben und was andere Betroffene in Selbsthilfegruppen für gute Erfahrungen gemacht haben. So mache ich inzwischen auch Dehnübungen für meine Beine und Faszientraining. Ich brauche ich noch Zeit, dies in meinen Alltag zu integrieren. Derzeit fällt mir das Training mit der Faszienrolle schwer, weil ich nicht die Muskelkraft in den Armen habe, die ich dafür brauche. Dann mache ich es eben so gut ich kann. Irgendwann wird es besser werden....

* ~ *

Heute 19.4.2017

Seit der Diagnose sind fast vier Monate vergangen. Erstaunlich, was so eine "blöde" Diagnose in Bewegung bringen kann. Wie ein Uhrwerk haben sich alle Veränderungen ineinandergefügt. Die neue Zahnwurzel aus Keramik ist gut eingewachsen. Mit den Strümpfen habe ich mich inzwischen so gut es geht arrangiert. Bald gibt es eine Kombination aus Kniestrümpfen und Caprihose statt nur Oberschenkelstrümpfe. Sicher werde ich mich auch daran eines Tages gewöhnen. Immerhin gibt es sie jetzt in einer frischen Farbe: Dunkles Türkis. Da ich die Strümpfe besonders im Sommer tragen muss, wird das noch ein Abenteuer, die richtige und passende Kleidung zu finden, die nicht zu warm ist, nett aussieht, worin ich mich wohlfühle. Auch das werde ich noch schaffen.

Noch eine gute Nachricht: Ich habe als Nebenwirkung der Ernährungsumstellung und Bewegung inzwischen mehr als 15 kg abgenommen. Bei ehemals Kleidergrüße 52/54 ist das eine super Sache.

Für meine Gesundheit bleibe ich dabei. Mir ist wichtig, meinen Körper nicht mehr unnötig zu beschweren. Das gelingt mir, weil ich begriffen habe, warum das wichtig ist, ich also eine Motivation, einen Grund habe. Es motiviert mich auch, endlich Gewicht zu verlieren, ohne darunter leiden zu müssen. Klasse.

In der Broschüre eines Kompressionsstrumpfherstellers las ich, was Betroffene für ihren Körper tun können: Normalgewicht erreichen. Ein positives Ziel, das mir gefällt. Ja, das will ich auch: Mein Normalgewicht erreichen, auch wenn es Zeit brauchen wird. Mein anderes Ziel ist, die Strümpfe nicht lebenslänglich tragen zu müssen. Die Schulmedizin sieht keine Heilung für Lipödeme, bedeutet also auch die Strümpfe ewig tragen. Ich will mich damit nicht abfinden und will daran arbeiten, ganz gesund zu werden.

Es gibt noch andere Baustellen. Da meine Konzentrationsprobleme immer wieder auftauchen, will ich jetzt noch weiter schauen, was ich für mich tun kann, was dafür möglichen Ursachen sind. Mein Leidensdruck ist hoch, sonst würde ich mich nicht so engagieren und da die Ärzte keine Lösung haben, muss ich selbst aktiv werden, obwohl ich eigentlich nicht will.

So habe ich schon einiges in die Wege geleitet: Ich schaue mir das Thema seit Dezember psychosomatisch mit meiner Therapeutin an.

Die Entfernung des Zahns ist auch ein wichtiger Punkt. Einen weiteren wurzelgefüllten Zahn habe ich noch, der auch Probleme macht. Wenn das jetzt mit diesem Implantat gut eingeheilt ist, ist der auch nocht dran.

Nährstoffmangel ist auch eine mögliche Ursache. Doch in den letzten Monaten und Jahren habe ich viel aufgefüllt: Vitamin D3, K2, B12, andere B-Vitamine, Magnesium transdermal, Selen, Zink, Eisen, Omega 3, Progesteroncreme und jetzt für die Beine auch OPC. Alles hat einen Anteil an meinem Wohlbefinden. Hier bleibe ich weiter am Ball, wenn auch mein langfristiges Ziel ist, nicht mein Leben lang Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Jetzt ist es noch so und es ist ok für mich.

Im Herbst las ich von einem inzwischen verstorbenen Arzt wie wichtig es ist, alle Umwelteinflüse, alles, was auf unseren Körper einwirkt, zu untersuchen. So tauschte ich in meinem Büro meinen alten Laserdrucker (Ich bin ein Dinosaurierer) gegen einen Tintenstrahldrucker aus.

Ein anderer Hinweis: Auch, was ich auf meine Haut auftrage, kommt in meinen Körper. Also womit hat meine Haut Kontakt? Ich verzichte möglichst auf Kosmetika. Seit einer Kontaktallergie, die nach der Renovierung unseres Hauses ca. 1996 in meinem Gesicht auftauchte, schminke ich mich nicht mehr - aber es gibt noch mehr, das Einfluss nimmt.

Deo, Duschgel, Shampoo, Waschmittel. Das Deo habe ich durch Natron ersetzt, klappt super. Die Zahncreme durch eine Mischung aus Natron und Rügener Kreide. Auch prima. Ich habe eine zeitlang versucht, mit Kastanien die Wäsche zu waschen, aber das Thema ist wieder eingeschlafen, ebenso wie Reinigungsmittel selbst zu machen. Auch Shampoo und Duschgel sind zwar bio, vegan und tierversuchsfrei, aber könnten weit weniger Inhaltsstoffe haben. Gut, nicht alles geht auf einmal.

Jetzt ist wieder meine Schilddrüse und meine Ernährung dran. Was kann ich hier noch tun? Irgendwie scheint alles zusammen zu gehören. Hashimoto. Liplymphödem. Unterfunktionssymptome. Wechseljahresbeschwerden. Mögliche Nebennierenschwäche. Stress. Darm. Ich recherchiere weiter. Habe mich mit Mitochondrien beschäftigt. Ich brauche immer wieder Zeit, gerade bei meinem Nebel im Kopf, alles zu verarbeiten, daraus Schritte abzuleiten und sie langsam in meinen Alltag zu integrieren.

Manche Dinge sind schon zur Gewohnheit geworden wie das Walken oder der Verzicht auf Zucker und Gluten. Schwierig wird es für mich bislang nur bei Einladungen oder aus essen gehen. Auch das wird sich noch einspielen. Ich hatte auch schon Krisen und habe dann einige Esslöffel meiner noch übrig gebliebenen veganen Nusscreme genascht. Am nächsten Tag mache ich einfach weiter. Darauf kommt es an. Nicht das Hinfallen ist ein Problem, wichtig ist das Aufstehen und Weitergehen. Jeder Schritt zählt.

Erstaunlich wie viel ich schon ausprobiert und wieder verworfen habe. Ich bin auf dem Weg. Zu mir und meiner Gesundheit. 2017 habe ich mir vorgenommen, ist das Jahr meiner Gesundheit. Darauf konzentriere ich meine ganze Kraft.

Übrigens hat es sich so eingespielt, dass ich vom Schreibtisch aufstehe und irgend etwas anderes mache, wenn ich mich trotz bemühen nicht konzentrieren kann (und neuerdings auch Schwindel habe), was die Arbeit am Schreibtisch unmöglich macht. Entweder stelle ich die Waschmaschine an, räume die Spülmaschine aus, kraule unsere Hündin, lege mich kurz auf die Couch oder gehe walken. Das lenkt mich ab und meist wird es danach besser.

Himmel, ist das alles eine Detektivarbeit. Was ich in den letzten Monaten für Symptomtagebücher geschrieben habe... Irgendwann ist alles klar.

Irgendwann kommt der Tag, da bin ich gesund und frei und fit. Daran arbeite ich mit vollem Herzen.

Das war meine Geschichte der vergangenen Monate. Ich bin so froh, es jetzt endlich aufgeschrieben zu haben. HÜHPF!

Ihre Anja Kolberg

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Mittwoch, 08 Februar, 2017

Das Frühjahrskonzert beginnt!

Haben Sie es auch schon bemerkt?

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Morgens beginnt das Konzert der Vögel. Für mich ein Zeichen, dass der Frühling langsam beginnt. Sonntag war ich etwas später mit unserer Hündin unterwegs. Normalerweise gehe ich noch vor Sonnenaufgang, da sie leider nicht mehr so lange mit Gassigehen warten kann wie früher. Sonntag war es ausnahmsweise so gegen acht Uhr, über mir ein herrlicher orange leuchtender Himmel. Als ich in den Weg mit den vielen Bäumen einbog, hörte ich es schon: Vogelgezwitscher von allen Seiten. Ich beobachtete ein Rotkehlchen, das von einem Ast seine Arie schmetterte.

Es war wie durch einen heilenden Klangraum zu gehen. Dazu die aufgehende Sonne. Ein Glücksgefühl durchströmte mich.

Ich weiß nicht, ob ich seit dem sensibilisiert für das Zwitscherkonzert bin, aber seit dem fällt mir vermehrt auf, dass sie singen. Heute früh, es war noch dunkel, sangen die Vögel auch schon um die Wette. Das ist ein Traum! Ich liebe es so sehr. Es macht mich froh und ich fühle Dankbarkeit, das wahrnehmen zu dürfen. Ein neuer Zyklus in der Natur beginnt.

Diese kleinen Freuden machen den Tag hell und licht.

Hinten im Gartenbeet sind die grünen Spitzen der Schneeglöckchen schon ein großes Stück aus der Erde gekommen. Dieses Jahr ist die Natur aufgrund des langen Frostes hier in Köln spät dran. Sie blühten auch schon mal im Januar.

Irgendwie habe ich den Wnter dieses Jahr genossen. Die frühe Dunkelheit, die Kälte und Kargheit draußen und die Wärme, Gemütlichkeit und das Licht in der Wohnung. Das war nicht immer so.

Anfang Januar hatte ich den ersten Tulpenstrauß auf dem Tisch stehen. Eigentlich wollte ich sie wegwerfen, als sie verblüht waren, machte es an dem Tag aber doch nicht. Und am nächsten Tag sah ich, wie wunderschön die Tulpen auf einmal aussahen, fast am Ende ihres Lebens. Welch eine Pracht und Kunstwerk. Viel schöner noch als zuvor!

Mir machen solche Beobachtungen Spaß, weil ich die Parallelen zu uns Menschen sehe: Wie schön wir sind am Ende unseres Lebens. Mit all dem, was uns gezeichnet hat. Ein ebensolches Kunstwerk.

Sinnbildlich steht für mich der Winter für den letzten Lebensabschnitt eines Menschen. In meinem Buch "Ab 40 reif für den Traumjob" hatte ich dazu eine Übung entwickelt: Sich vorstellen wie alt man werden möchte und diese Zahl dann durch vier teilen. Jedes Viertel steht für eine Jahreszeit. Ich gehe mal von 100 Jahren aus, dann wäre der Frühling unseres Lebens von 0-25 Jahre, der Sommer 26-50 Jahre, der Herbst 51-75 Jahre und der Winter 76 bis 100 Jahre. Ich kann zwischen den Eigenarten der Jahreszeiten und denen unseres menschlichen Lebens viele Zusammenhänge sehen. Es hilft mir, manches besser anzunehmen, zu begreifen und auch die Schönheit und Stärke jedes einzelnen Lebensabschnittes wertzuschätzen.

Nach meinem Bild befinde ich mich mit heute 46 Jahren am Ende des Sommers. :o) Irgendwie passt es. Früher mochte ich weder den Herbst, noch den Winter. Doch je älter ich werde, desto mehr weiß ich auch diese Jahreszeiten und ihre Besonderheiten zu schätzen.

Ein spannendes Gedankenspiel.

Viele Grüße aus der Stadt, die den Frühling erwartet

Anja Kolberg

PS: Das erste Bild ist eine E-Card und passend zum nahen Frühjahr und meiner Vorfreude habe ich die Frühlingsecards schon online gestellt. Viel Spaß beim Verschicken.

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