Danke, Natur! Stilles Wandern in der Eifel

Anja wandert

Die aktuelle Situation macht alles anders und dennoch gut

Anfängliche Vorhaben, anlässlich meines 50. Geburtstags zum Beispiel ein Musical in Köln zu besuchen und Essen zu gehen, waren wegen des Coronavirus und den daraus resultierenden Schließungen von Veranstaltungen und Restaurants über den Haufen geworfen worden.

Für das Essen haben wir einen wunderbaren Ersatz gefunden wie du in meinem Geburtstagspost Happy 50. Das Beste draus machen lesen kannst.

Was will ich wirklich

Lange wusste ich nicht, was ich so richtig wollte. Klar wurde mir das durch eine Aufstellung: Zeit mit meinem Mann in der Natur verbringen. Am liebsten raus aus dem Auto und rein in den Wald spazieren gehen. Keine Menschen sehen, die Stille der Natur und ihre Heilkraft aufnehmen.

Von Herzen bin ich dankbar, dass in NRW weiter erlaubt ist, spazieren zu gehen. Besonders, weil die frische Luft und die Natur Körper und Seele so gut tut!

Ich hoffe, dich erfreut mein Bericht mit den Fotos. Sogar zwei einminütige Höraufnahmen zum nah mit dabei sein habe ich vorbereitet.

Das Ziel finden

Wohin sollte es gehen? Obwohl ich meist 6 mal die Woche eine Stunde walke, wollte ich den Ausflug nicht überstrapazieren.

Meine Wünsche: Nicht zu weit zu fahren. Nicht länger als zwei Stunden. Ein Rundwanderweg, damit wir wirklich unabhängig waren. Am liebsten mit viel Wald, ich freute mich auf das Zwitschern der Vögel. Nicht zu schwer, es sollte eine Freude sein. Am liebsten mit Aussicht oder auch schönen Pflanzen, vielleicht sogar Frühblühern.

Webseite Nationalpark Eifel

Auf der Seite des Nationalpark Eifel und verschiedenen Wanderseiten recherchierte ich, was für uns in Frage kommen könnte.

Frühlingshimmel

Zwei Alternativen fand ich: Ein Weg führte an Küchenschellen vorbei. Verlockend, ich dachte an die tollen Fotos, die ich machen könnte. Doch war ich unsicher, ob die Blumen jetzt schon blühten. Die Eifel ist immer etwas kälter als die Kölner Bucht. Und der Weg führte durch einen Ort, das wollte ich aufgrund der momentanen Situation auch vermeiden. Ich wollte am liebsten nur in der Natur sein.

So fiel meine Wahl auf den Weg "Ruhe-Tankstelle": 2 Stunden ohne Pausen, mittelschwer, nicht weit zu fahren, viel Wald.

Mir brennt beim Schreiben gerade die Sonne auf den Kopf. Wow, hat die hinter dem Fenster eine Kraft. Draußen ist es so früh am Morgen noch unter Null Grad und hier drinnen fühlt es sich wie Hochsommer an. Ich sitze hier im T-Shirt, keine Heizung im Büro an. Gut, vielleicht ist es auch eine Hitzewallung. ;o)

Auf geht's

Am Mittwoch vormittag fuhren wir von Köln los. Nach einer dreiviertel Stunde - zuletzt wunderschön durch den Ort Heimbach mit tollen Aussichten - landeten wir auf dem Parkplatz an der Abtei Mariawald.

Abteil Mariawald

Bis auf vier Autos war der große Parkplatz leer. Kein Mensch zu sehen. Wir orientierten uns. Wie ich in der Veranstaltungsbroschüre lesen konnte, gehen von hier auch einmal in der Woche geführte Rangertouren los. Wir waren jetzt auf uns gestellt.

Infotafel

Zum Glück hatte ich mir die Faltkarte ausgedruckt. Ohne sie hätten wir den Weg wohl nicht gefunden, wenn auch unterwegs an manchen Stellen solche Infotafeln (oben) stehen.

Faltkarte

Die Tour begann hinter der Bushaltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wo der Weg einige Stufen hinab und dann an der Wiese entlang ging.

Das Wetter war einfach wunderbar: Strahlend blauer Himmel. So um die zehn Grad. Im Schatten deutlich kühler.

Bachaufnahme

Es dauerte nicht lange und Ruhe stellte sich ein. Wir tauchten fernab der Straße in ein stilles Tal ein.

Hier war wirklich nur die Natur zu hören: Das Rauschen des Windes und sonst nichts. Ruhe. Zum Teil noch nicht mal das Zwitschern der Vögel, ab und an ein Specht.

Lausche meiner Audio-Datei und sei mit dabei: Einminütiges Audio: Stille im Eifelwald 

Die Natur in der Eifel lag in ihrer Entwicklung mindestens eine, wenn nicht zwei Wochen hinter der in Köln zurück. Kein einziges grünes Blatt auf den Bäumen, in besonders schattigen Ecken war sogar noch Eis auf den Pfützen. Dafür war aber dieser schöne Weidenkätzchen-Baum in voller Blüte:

Weidenkätchen

Der Weg führte den Berg immer weiter hinab ins Tal.

Ruhe Tankstelle

Die Ginsterbüsche am Wegesrand standen in Knospen. Wie herrlich sieht es wohl aus, wenn sie alle blühen? Einige gelbe Farbtupfer waren in der Sonne bereits aufgegangen:

Gisnter

Es gab immer wieder herrliche Ausblicke:

Aussicht

Im Tal angekommen half uns die Karte, den richtigen Weg zu wählen. Anhand der Schilder wäre eine Orientierung nur schwer möglich gewesen, weil die ausgesuchte Rundwanderung "Ruhe-Tankstelle" nicht ausgeschildert war. Gut, wer öfter wandert, findet den Weg bestimmt auch anhand der Infotafeln.

Der Weg führte über Asphalt, über steinige Waldwege, über weichen Waldboden und Wiese. Alles dabei. :-)

Bachplätschern

Immer wieder das herrliche Plätschern des Baches, das ich sehr genoss und es auf Band aufnahm und später per Whatsapp verschickte, damit auch andere teilhaben konnten. (Auf der Strecke war kein Handyempfang. Auch mal schön!)

Lausche auf meiner Tonaufnahme wie der Bach klingt: Tröpfelbächlein in der Eifel zum Hören 

Tal

Wie toll mag hier der bunte Herbstwald wohl aussehen?

Ab in die Höhe

Es dauerte nicht lange und der Aufstieg begann - steil ging es den Berg wieder hinauf. Jetzt war Kondition gefragt.

Erst ging es stramm die Stufen hoch und dann quer durch den Wald. Einige der Waldflächen sind hier sich selbst überlassen. Herrlich bemoste Bäume waren zu sehen. Ein Foto davon hab ich nicht gemacht. Ich war zu sehr mit dem Aufstieg beschäftigt. :-)

Den Berg wieder hoch

Den habe ich aber eingefangen. Es kommt auf dem Bild gar nicht rüber, wie steil und anstrengend es war. Die Oberschenkel und Waden brannten. Heute wüsste ich die Wanderkarte ganz anders zu lesen. :-) Da ist der Höhenunterschied nämlich eingezeichnet.

Wanderkarte  

Jetzt ist mir das Höhenprofil klar und warum die Wanderung als mittelschwer eingestuft wurde. Um so schöner ist es, dann oben angekommen zu sein. Wir hatten eine unglaublich gute Gesichtsfarbe:

glücklich nach dem Aufstieg  

Weiter gings. "Das Wandern ist des Müllers Lust, das Waaaaaaandern ist ...." - ja, ich habe wahrhaftig gesungen.

Anja wandert

Die Hälfte des Weges war geschafft. Eine Bank mit Aussicht wäre jetzt toll, um ein Picknick zu machen. Gab es nicht. Da wir aber alleine unterwegs waren, machten wir kurzerhand auf dem Weg Rast. Später begegnete uns nur der Förster im Auto, ein einsamer Wanderer und ein Radfahrer - Abstand halten zu anderen Menschen war die leichteste Übung.

Rast  

Ich hatte Nüsse eingepackt, Tee dabei und geschnittenes Gemüse. Köstlich, das inmitten der Stille in der Frühlingssonne zu essen!

Proviant  

Dann ging es weiter und die Wegeszeichen wie weit es noch bis Mariawald war, sehnte ich herbei. Ich war müde und meine Beine, insbesondere die Füße schmerzten. Der steinige Weg zeigte seine Folgen. Wahrscheinlich sind Wanderschuhe mit einem guten Profil auf Dauer dann doch besser als meine Walkingschuhe.

Zurück am Kloster - wo normalerweise ein Buchladen und ein Restaurant für Besucher geöffnet ist - fanden wir dann endlich eine Bank - sogar mit schönem Ausblick.

Das war eine wunderschöne Geburtstagstour. Die schmerzenden Beine waren auf der Bank sofort vergessen.

Mit Pausen waren wir drei Stunden unterwegs gewesen. Weise also die Überlegung, eine kurze Tour auszuwählen. Alles andere wäre zuviel gewesen.

Endlich eine Bank!  

Auch meinem Mann hat unser Ausflug gefallen. Auf dem Rückweg haben wir an einem Parkplatz angehalten, um diesen Ausblick zu genießen:

Eifelaussicht  

100 Möglichkeiten und mehr

In der Nähe ist der Rursee. Es gibt viele geführte Touren, kurze Wanderungen, Tagesstrecken, barrierefreie Wege, Sternenhimmel, süße kleine Örtchen. Jede Menge gleich vor der Haustüre zu entdecken. Wie schön ist unser Land und unsere Natur!

Ich wünsche mir, dass wir das wieder machen. Mal sehen. :-) Du wirst es hier wahrscheinlich erfahren.

Tipps für deine Tour

Wenn du dich auch auf den Eifelwanderseiten umschauen willst:  Nationalpark Eifel 

Der Link zu unserer Tour Ruhe-Tankstelle. (Es kann sein, dass der Link nicht funktioniert. Dann über diesen Link zur interaktiven Karte und von dort auf Outdooracitve klicken. Dort kann man viele Filter einsetzen, Karten ausdrucken, Touren anschauen, Klasse!

Alles Liebe aus Köln

Anja

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Happy 50. Das Beste draus machen.

Anja Kolberg

Dieses glückliche Grinsen hatte ich letzten Dienstag Vormittag, nach dem ich liebe Geburtstagspost gelesen und schon so einige Glückwünsche per Telefon entgegen genommen hatte. Besonders wichtig ist mir der Anruf meiner Eltern, von ihnen bekomme ich immer ein Ständchen gesungen. Ich kann kaum in Worte fassen wie wertvoll dieser Moment für mich ist. Auch meine Tante und Oma sangen für mich und eine Freundin. Hach, tut das gut.

Der Corona-Virus hatte mir meine jährlichen Grübeleien "feiern oder nicht, wenn ja wie viele, wann, wo ...", die wegen des runden Geburtstags besonders laut waren, abgenommen bzw. hatte ich vorher in einer Aufstellung herausgefunden, war mir wirklich wichtig für den Tag war. Und das war Zeit mit meinem Mann in der Natur verbringen. Da der einen Tag später sowieso zu Hause sein würde, verschoben wir das und ich konnte so an meinem Geburtstag zu Hause sein und hatte Zeit für die Anrufer.

Am Geburtstagsmorgen war ich früh aufgestanden. Tapste die Treppe runter. Im Flur dann eine große Überraschung: Mein Mann hatte mir, als ich im Bett war, einen Glückwunschzettel gemalt. Ich habe einfach da gestanden, die Hand auf mein Herz gelegt, die Freude gefühlt und ein paar Tränchen laufen lassen. Er hatte extra die 0 kleiner gemalt, weil er abends noch meinte, er hätte sich im Inneren das "noch 13 sein" bewahrt und wollte mich durch die kleine Null daran erinnern, dass es für mich auch galt. Quasi die Erinnerung an den 5. Geburtstag. ;-) Ich hatte am Abend zuvor bemerkt, dass der 50. Geburtstag eben doch nicht nur eine Zahl für mich war.

Geburtstagsschild

In unserem Stadtteil war noch alles still. Seit der Schließung der Schulen und Kindergärten ist so viel weniger auf der Straße los. Ich ging als erstes in die Bäckerei für meinen Mann Kuchen kaufen, damit wir nachmittags gemütlich Kaffee trinken konnten.

Am Tag zuvor hatte ich für mich einen roh-veganen Snickerskuchen gemacht. Rohkostkuchen machen viel Arbeit und darauf hatte ich erst keine Lust. Dann dachte ich: Doch, das ist es wert, dass ich was Leckeres zu Essen habe.

Snickersrohkosttorte

Nach dem Bäckereibesuch bin ich walken gegangen. Normalerweise gehe ich außerhalb der heißen Monate mittags walken. Aber weil durch Corona mittags so viel mehr Leute unterwegs waren und ein Abstand halten auf den schmalen Wegen im Stadtwald kaum möglich war, hatte ich begonnen, früh morgens zu gehen.

Jahnwiese am Stadion  

Es war so ein unglaublich schönes Wetter. Der Himmel war noch nie so blau in Köln. So fühlte es sich auf jeden Fall an. Die Vögel zwitscherten. Einen Moment hielt ich auf der Jahnwiese vor dem Stadion in der Sonne inne, atmete durch und fühlte die Wärme auf meinem Körper.

Unterwegs spürte ich Traurigkeit, weil ich mich einsam fühlte (obwohl ich äußerlich nicht einsam bin) und weil ich das Gefühl hatte, meinem Leben hinter her zu laufen, nicht wirklich zu leben, nicht das umzusetzen, was mir wichtig ist. Nachdem ich meiner Freundin meine Gedanken per Sprachnachricht aufgesprochen hatte, atmete ich durch. Das hatte mir geholfen und mich entlastet.

Geburtstagstisch  

So sah mein Frühstückstisch aus. Normalerweise bekomme ich zu meinem Geburtstag einen Blumenstrauß von meinem Mann. Nun hatte meine Lieblingsfloristin geschlossen. Also nahmen einige zauberhaften Hornveilchen aus dem Balkonkasten in der Vase Platz, dazu mein geliebter gekeimter Buchweizen mit Früchten und zur Feier des Tages ein frisch gepresster Orangensaft. Ein Festschmaus.

Als Lektüre warteten Geburtstagsbriefe und liebe Kurznachrichten am Handy. Sogar einige Geschenke waren gekommen. Zwischendurch ein Telefonat. Das tat richtig gut! Die immer mal wieder aufflammende Traurigkeit wurde so wieder weggepustet.

Geschenke  

Je mehr ich mit meinem Menschen sprach und Kontakt hatte, desto besser wurde meine Stimmung.

Gemüsekiste  

Am Vormittag traf die Gemüsekiste ein, die ich nach zwei Jahren Pause wieder bestellt hatte, um weniger in den Geschäften einkaufen zu müssen.

Wie im nu verging der Tag. Am Nachmittag setzen mein Mann und ich uns mit den Stühlen auf den sonnigen Rasen und machten ein Picknick:

Geburtstagspicknick  

Das hat einfach gut getan. Anschließend bauten wir eines der Hochbeete auf, die schon länger auf der Terrasse auf ihren Einsatz warteten. Auf Hochbeete bzw. die Gestaltung der rechten Seite unserer Terrasse freue ich mich schon seit Jahren. Wir überlegten, wie alles am besten gestellt werden kann. Die Woche davor hatte ich vorbereitend schon das Holz und das Mauerwerk an der Nachbarswand frisch gestrichen.

Hochbeete

Zwischendurch Nachrichten und Telefongespräche. Das tat einfach gut! Mir wird dabei bewusst wie sehr ich meine Menschen brauche und welchen Einfluss der Kontakt mit ihnen auf meine Stimmung hat. Der muss nicht von Gesicht zu Gesicht sein, am Telefon geht es auch wunderbar. So war dann von meiner morgendlichen Traurigkeit am Abend nichts mehr vorhanden. Ich war einfach glücklich. So ein Segen!

Zum Abschluss des Tages wartete dann die Couch und das allerbeste: Statt Essen gehen hatte ich mir Rote-Beete-Risotto von meinem Mann gewünscht. Das war besser als Essen gehen! Er verfeinert seine Portion mit Parmesan. Es war so lecker und so schnell verputzt, dass ich gar kein Bild machen konnte. Gewünscht als Geschenk hatte ich mir von meinem Mann die letzten Staffeln von Doc Martin, einer englischen Arztserie, die so herrlich entspannend ist. Eine wirkliche Freude, von der ich einige Wochen etwas habe.

Wirklich ein gelungener 50. Geburstag, für den ich sehr dankbar bin.

Anja Kolberg

P.S. Wer die Torte auch mal zubereiten mag, hier der Rezeptlink. Ich habe von allem etwas mehr gemacht und in die Glasur noch Erdnüsse rein gegeben. Die waren das Tüpfelchen oben drauf.

P.P.S. Vielleicht bald mehr zu unserem Ausflug in die Natur. Die momentane Situation raubt mir Konzentration und Energie, deswegen bin ich wenig am Schreibtisch. Viel weniger produktiv, als ich gerne wäre... Was geht, ist Praktisches machen. So auch jetzt, nachdem Schreiben dieses Artikels. Wir werden auf der Terrasse weiter an den Hochbeeten werkeln. Dort ist jetzt am Spätnachmittag die Frühlingssonne und das Arbeiten bei der Kälte ist angenehmer. Also hoffentlich bis bald!

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 31 März, 2020
Thema: Blog - 2020, 1. Halbjahr, Blog - Kleines Glück im Alltag
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Für die Rebellin in uns

Die Rebellin in mir  

“Good Night for Rebel Girls” ist ein Buch über 100 außergewöhnliche Frauen, die etwas bewegt haben. Die Hindernisse überwunden haben, manches mal die erste waren unter Männern ... Rebel Girls, der Titel inspirierte mich zu der Frage, wann und wo ich rebelliere.

Protest und Rebellion müssen nicht immer laut sein. Wir alle haben mehr Macht, als wir denken, um uns für die Dinge einzusetzen, die uns wichtig sind. Schon kleine Schritte im Alltag machen möglich, die Welt ein Stück heller zu machen.

Gegen was hab ich rebelliert?

Zwei Dinge fallen mir spontan ein:

Als etwa Zehnjährige hab ich nicht eingesehen, warum nur Jungs Messdiener sein durften. Was sollte an ihnen besser sein als an uns Mädchen? Ich wollte das auch machen. “Das ist nunmal so”, wollte ich nicht stehen lassen und wenigstens dem Pater meine Meinung vortragen. Der Protest mehrerer Mädchen hatte Erfolg: Ab da war das nicht mehr das Hoheitsgebiet der Jungs. Strike!

Demo Atomkraft nein danke

Ganz allein zu meiner ersten Demo zu gehen hat mich viel Überwindung gekostet. Doch der Atomunfall von Fukushima 2011 war so ein einschneidendes Ereignis für mich, dass ich meine Angst überwand.

Meine Wut und Energie nutzte ich, um zwei grundlegende Dinge zu ändern:

1. Weg vom Atomstrom hin zu einem Ökostromanbieter, der uns inzwischen auch mit Gas beliefert. [utopia.de bietet z.B. nachhaltige Kaufberatung zu Ökostromanbietern.]

2. Der Wechsel zu einer nachhaltigen Bank mit Negativkriterien für ihre Investitionen. Dazu zählen u.a. keine Rüstungs- und Atomgeschäfte, Tierversuche, Zerstörung von Ökosystemen oder Kinderarbeit.

[Tipp: Urgewald macht mit ihrem Ansatz „Follow the Money“ die Finanzierung von Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen sichtbar und setzt dort an, wo wir eine Einwirkungsmöglichkeit haben: Beim Geld. Sie empfehlen zum Zeitpunkt dieses Postings 4 Alternativbanken, die ihren Richtlinien entsprechen.]

Deine stärkste Macht

Wir alle haben eine besonders starke Stimme:

Unsere Entscheidung, wofür wir jeden unserer Euros ausgeben. Wir bestimmen damit, wem wir die Macht geben, worin investiert wird. Mit meinem Anbieterwechsel setze ich mit jeder Abschlagszahlung, mit jeder Gebührenzahlung meine Stimme ein.

Es gibt noch so viele Bereiche, wo ich mich anders entscheiden könnte, zum Beispiel für bessere Arbeitsbedingungen (fairer Handel), für bessere Umweltbedingungen (bio) ... Doch im Moment will ich stolz sein, auf das, was schon geht, ohne auf das zu schielen, was ich noch nicht umsetzen kann. Jeder noch so kleinste Schritt zählt. Auch, wenn es nur ein einziges mal ist.

Einsatz meiner Macht

Was treibt mich heute noch an?

Mein Mitgefühl mit den Tieren und die Ungerechtigkeit, die ihnen in der Massentierhaltung, auf Transporten, überhaupt als “Nutz”tier widerfährt.

Warum bewegt mich das so? Ich weiß durch unsere Minu, dass Tiere Gefühle haben wie wir Menschen. Sie haben Angst, zeigen Freude, sind in engem Verbund mit ihren Nachkommen, sorgen sich umeinander. Ich hab es einfach nicht mehr übers Herz gebracht, zu wissen, dass sie für meinen kurzen Essgenuss getötet oder von ihren Müttern getrennt werden, wenn es so viel anderes gibt, was ich - dazu auch gesünder für mich und die Umwelt - essen und trinken kann.

Doch bitte, das ist mir ganz wichtig: Fühle dich wegen meinem Weg nicht schlecht, wenn du diesen Weg nicht gehst. Mein ganzes Umfeld ernährt sich normal. Mir ist es ganz wichtig, jeden zu lassen, so wie er is(s)t. Ich brauchte meine Zeit, meinen Weg zu finden und zu gehen. Und den Respekt bringe ich jedem anderen entgegen. Nur weil dieser Weg für mich stimmt, muss er für keinen anderen stimmen.

Mein stiller Protest: Ich lebe seit 2011 mit kleinen Ausreißern vegan (Meine Ethik ... und die Schwierigkeiten danach zu leben), teile immer mal wieder meine veganen Lieblingsrezepte (siehe Blog - Vegane Rezepte) und ich spende für Tierschutzorganisationen. Meine Favoriten sind

  • der Gnadenhof Melief -
  • Animals Angels, die sich für die Abschaffung von Tiertransporten und den Schutz der Nutztiere einsetzen
  • und Equiwent, Hilfe für Tiere und Menschen in Rumänien durch den engagierten Hufschmied Markus Raabe

Viele kleine Leute ...

Das muss nicht immer ein großer Einschnitt sein. Eine kleine Veränderung kann schon so viel bewirken.

Mir macht es auch Spaß, an Petitionen bei Avaaz (mit Bürgerstimmen politische Entscheidungen weltweit beeinflussen) oder Rettet den Regenwald teilzunehmen und so meine Stimme einzusetzen. Es ist toll zu sehen, welche Macht wir haben, wenn wir uns zusammenschließen.

Ich bin mir sicher, auch du rebellierst gegen etwas, richtig?

In Liebe für die große Kraft in uns

Anja

PS: Das Buch "Good Night Stories for Rebel Girls" kann ich sehr empfehlen. Nicht nur für Mädchen und Teenager eine Quelle an Ermutigung für den eigenen Weg, sondern auch für mich als Erwachsene eine Inspirationsquelle. Toll auch die vielen unterschiedlichen Illustrationen der Frauen, die die Vielfalt der Künstlerinnen auf der ganzen Welt zeigen.

[Alle Nennungen/Verlinkungen aus eigenem Antrieb, keine Kooperation, kein Auftrag]

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 26 Februar, 2020
Thema: Blog - 2020, 1. Halbjahr, Blog - Gedanken über ....
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Allen Jecken einen schönen Karneval

Lilo Jeck  

Lilo hatte Lust, sich zu verkleiden. Rote Nase auf, gestreiftes Köln-Shirt an und ein rotes Hütchen ins Haar. Konfetti verstreuen - und bunt ist die Welt.

Karnevalszeit in Köln. Entgegen mancher Meinung ist nicht jeder Kölner ein Karnevalsjeck und nicht in ganz Köln ist von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch eine große Party. :-)

Im Gegenteil. Gerade an Karneval finde ich es besonders ruhig. Sofern man nicht im Zentrum oder eine Kneipe lebt oder gerade ein Umzug durch die Straße geht.

So manche sind in Urlaub gefahren. Viele habe frei und weniger Autos sind unterwegs. Das mag ich sehr. Ich freue mich also auf die ruhige Zeit.

Jetzt vermutest du es wahrscheinlich schon: Ich bin kein Karnevalsjeck. Als Kind sind wir singend und kostümiert an den Nachbarhäusern entlang. Süßigkeiten sammeln. Als Jugendliche haben wir von der katholische Jugendgruppe jedes Jahr eine tolle Sitzung auf die Beine gestellt und natürlich bis zum Umfallen gefeiert. An Zügen teilgenommen.

Seit ich nicht mehr im Bergischen lebe, also raus aus der Clique bin, hab ich darauf kaum noch Lust. Liegt auch daran, dass ich älter geworden bin und nicht so der Typ bin, der gerne Party macht oder auf Sitzungen geht.

Allerdings: Die Karnevalssitzung im Hänneschen - einem Kölner Puppentheater - oder das Divertissementchen - Musiktheater des Kölner Männer Gesang Vereins - waren ein besonderer Teil des Kölner Karnevals, den ich genossen hab. Ich gucke auch eine Sitzung im TV.

Besonders mag ich die Kostüme anschauen, wo die unglaubliche Kreativität und Freude am Verkleiden zum Vorschein kommt. Das Engagement so vieler Menschen ist toll und wenn man in so eine Gruppe eingebunden ist, dann macht es einfach Spaß, so wie ich das von früher kenne. Wochenlang haben wir in unserer Mädels-Kartengruppe überlegt, welches Stück wir aufführen. So schöne Erinnerungen.

In unserem Stadtteil geht am Veilchensdienstag der Zug der Schule und Kindergärten am Haus vorbei. Wenn sich kein Besuch angekündigt hat, fahre ich auch gerne mal in ein schwedisches Möbelhaus zum Schreiben. ;o)

Ich freue mich auf die Mischung von Ruhe und Lebendigkeit - die besondere Atmosphäre zu Karneval in Köln.

Liebe Grüße und Kölle Alaaf

Anja (malt und schreibt) & Lilo (mein inneres Kind gibt die Ideen fürs Bild) :-)

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 21 Februar, 2020
Thema: Blog - Lilo
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Warum ist es so wichtig, dir selbst die Liebe zu geben, die du brauchst?

Ich gebe mir selbst Liebe. Lilo macht vor wie es sich anfühlt.

Ein wichtiger Schritt Richtung seelischer Gesundheit ist, uns selbst die Liebe und Akzeptanz zu geben, die wir brauchen.

Warum ist das so wichtig?

Wünschst du dir auch, dass andere Menschen dich gut finden?

Was ist aber, wenn sie dich nicht mögen? Ist dir das egal oder hat es eine Auswirkung auf dein Wohlbefinden?

Wenn wir unseren Selbstwert oder unser Wohlbefinden an die Reaktion von außen koppeln, dann kann das niederschmetternde Gefühle auslösen.

Ich weiß, wovon ich spreche. Auch wenn mir vom Verstand her klar ist, dass diese Verbindung "Liebe von außen = Gutes Gefühl. Abneigung von außen = ich bin nicht gut." ungesund ist, so gibt es noch Anteile in mir, die davon nicht frei sind. Ich hoffe aber, sie werden es und daran arbeite ich auf unterschiedlichen Wegen.

Was mir hilft, ist mir zu vergegenwärtigen:

1. Wie andere mich, was ich mache, wie ich denke, mich kleide ... beurteilen, hat mit ihnen und ihren Erfahrungen zu tun. Heißt: Ich habe darauf kaum Einfluss. Und ihre Abneigung hat nix mit mir zu tun. :-)

2. Selbst wenn mich jemand jetzt gerade gut findet, bedeutet das nicht automatisch: Das bleibt so. Eine Veränderung bei bei mir kann bei anderen auf Widerstand stoßen. (Nehmen wir an, ich beschließe lila Haare zu tragen. Kannst du dir vorstellen, was dann los ist?) Oder der andere entwickelt sich weiter und merkt: Das passt nicht mehr zu mir. Ich kann mir also nicht sicher sein, mein Ziel - gemocht zu werden - zu erreichen und dass es Bestand hat.

3. Verhalte ich mich so, damit die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass andere mich gut finden, dann mache ich mein Wohlbefinden zu einem unkontrollierbaren Spielball. Vor allen Dingen schränke ich mich ein. Ich bin meilenweit von mir, meinem Potenzial, meiner Kreativität, meinem wundervollen Selbst entfernt. Statt dessen stehe ich auf unsicheren Füßen, weil ich nicht weiß wie andere reagieren.

Eine liebevolle Beziehung zu dir selbst

Unabhängigkeit, Freiheit & ganz wir selbst sein

Was du wirklich beeinflussen kannst, ist wie du mit dir selbst umgehst. Du bleibst dir ein Leben lang erhalten. Du wirst immer bei dir sein, wenn andere Menschen schon längst weiter gezogen sind. Du kannst dich stärken, wenn andere gegen dich sein sollten.

Deswegen ist es so wichtig, liebevoll mit dir umzugehen, dich selbst zu schätzen, bedingungslos ja zu dir zu sagen.

Wenn du dir selbst gibst, was du dir von außen ersehnst, dann machst du dich unabhängig.

So entsteht Selbstsicherheit: Du bist dir deiner Selbst, deiner Unterstützung sicher.

Du wirst wirklich wirklich frei, dein Inneres nach außen zu tragen und ganz du selbst zu sein, weil du nicht mehr darauf wartest wie du beurteilt wirst.

Was sich so leicht schreibt, ist so schwer getan. Denn so viel leichter ist, bedingungslose Liebe und Akzeptanz von außen zu bekommen, als sie uns selbst zu geben. Und dennoch ist dieser Weg, eine liebevolle Beziehung mit uns selbst zu führen, so lohnenswert.

Ein Beispiel wie ich mir diese Fürsorge selbst gab - dieses gesunde Verhalten übte - davon handelt dieser Beitrag.

Ich führe eine liebevolle Beziehung mit mir selbst.

Und hier ein Karte aus dem Innerlich stärker Kalender, der dich daran erinnert, gut zu dir selbst zu sein. Du kannst ihn und auch den Lilo-Kalender noch bei Amazon kaufen und dich liebevoll bis zum Jahresende begleiten lassen.

Alles Liebe

Deine Anja - mitten auf dem Weg des Lebensurwalds unterwegs

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 20 Februar, 2020
Thema: Blog - 2020, 1. Halbjahr, Blog - Mich selbst annehmen
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Es ist manchmal schwer, ich selbst zu sein ... wie ich mir geholfen hab, damit meinen Frieden zu schließen

Ich selbst sein ist manchmal schwer

Gestern Abend im Bett kam ich nicht zur Ruhe. Gedanken prasselten wie Pfeile auf mich nieder. Ich hinterfragte mich, verglich mich mit anderen, kritisierte mich, weil ich noch nicht so weit war wie mein Verstand von mir erwartete. Der Druck war enorm.

Wie ein schwarzer Panther in einem zu kleinen Käfig, der draußen all die freien Tiere sieht, nur selbst nicht entfliehen kann, der faucht, mit den Krallen um sich schlägt, rebelliert und doch vergebens nach einem Ausstieg sucht, so fühlte sich diese Unzufriedenheit an.

Rein kognitiv kann ich mir solche Situationen erklären, z.B. dass es nur ein Teil von mir ist, dessen Gefühle mich überfluten. Und auch wenn ich Bewältigungsmechanismen kenne, so brauche ich doch immer wieder Zeit, um mich zu orientieren.

Wenn ich mich kritisiere

Ich stand nach langem Wälzen wieder auf. Verließ diese Situation. Legte mich aufs Sofa, wo mein Mann noch TV schaute. Lies mich berieseln, lenkte mich einen Moment ab.

Lilo Tischkalender 2020

Ich fühlte mit diesem rebellierenden, unzufriedenen Teil von mir.

Es ist ok, dass er sich meldet und da ist - mit all der Wut, Selbstkritik, Ungeduld. Auch wenn es sich anstrengend anfühlt.

Mich annehmen wie ich bin mit den Zweifeln

Mir fiel eine Erkenntnis des letzten Jahres ein, die ich in meinen Kalender 2020 aufgenommen habe: "Was, wenn alles rückblickend Sinn ergibt?" - Was, wenn genau jetzt einer dieser Momente ist, die nachher Sinn machen? Das entspannte mich weiter. Ich ging wieder ins Bett.

Tischkalender Zeit für meine Seele 8.2020

Es hat einen Grund, dass ich nicht so schnell vorwärts komme wie mein Verstand das will.

Auch wenn ich den Grund im Moment nicht kenne. Es kommt der Zeitpunkt, da macht alles Sinn.

Ich bin ok

Je mehr Verständnis ich für mich empfand, je mehr Liebe ich mir so schickte, desto ruhiger wurde ich und irgendwann schlief ich ein ...

Lilo 2020

So viel von der Achterbahnfahrt meines Lebens im Moment.

Ich bin Anja, Heilpraktikerin f. Psychotherapie, hochsensibel, vegan und gerade mit 49 - nach 20 Jahren Selbstständigkeit + zurück erlangter Gesundheit - mitten in einem tiefen, anstrengendem und wertvollen Veränderungsprozess.

Zeit für meine Seele 2.2020

Bilder: Tischkalender 'Zeit für meine Seele' und 'Lilo' 2020. Lass dich durchs Jahr hindurch mit Liebe begleiten und inspirieren.

Mit Liebe fürs Leben

Deine Anja

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 19 Februar, 2020
Thema: Blog - 2020, 1. Halbjahr, Blog - Dunkle Tage, Blog - Mich selbst annehmen
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