Dienstag, 21 November, 2017

Novemberwald

Nebel liegt auf dem See. Ich nehme Sie mit auf den Walk durch den Novemberwald in Köln:

 

Kalt sind die Finger, wenn ich beginne mit Walken. Deswegen habe ich die erste Zeit Handschuhe an. Das tut gut. Und ganz wichtig in den letzten Tagen: Einen Schal, der den Nacken wärmt. Nach einer halben Stunde ist mir meist so warm, dass ich die Handschuhe ausziehen kann und die windfeste Jacke öffnen.

Was sehe ich in meiner Zeit draußen?

 

Am Decksteiner Weiher grasen immer größere Gruppen von Kanadagänsen. Wie lange werden sie noch hier sein? Werden Sie Richtung Süden aufbrechen? Die süßen kleinen Küken sind inzwischen stattliche Erwachsene geworden. Ich kann sie nicht mehr von ihren Eltern unterscheiden.

Viele Bäume haben ihre Blätter bereits verloren. Innerhalb weniger Tage sind manche Bäume entkleidet und zeigen ihr wunderbar verzweigtes Astsystem:

Die Kronen von den Kastanienbäumen sind fast leer geputzt. In großen Haufen auf den Alleen sind die Blätter gesammelt. Besonders Kinder und Hunde haben an diesen weichen Hügeln ihre Freude.

Jetzt beginnt die Zeit der Buchen. Ihr Laub scheint am längsten hängen zu bleiben und färbt sich von Karamell bis Zitronengelb. Besonders, wenn die Sonne gegen die Blätter scheint, wird es eine kleine Farbexplosion:

In spiralförmigen Bewegungen fällt das Laub vom Himmel.

 

Die Wege sind voller bunter Blätter. Besonders schön sieht es aus, wenn Tautropfen auf der Rückseite der Blätter sichtbar werden:

 

Es gibt Tage, da macht das Walken durch den Novemberwald Spaß, selbst bei Regen. Am Sonntag bin ich neue Wege gegangen und war sogar anderthalb Stunden unterwegs. Wow! Aber wenn die Wege matschig sind, der Wind kalt, der Himmel grau, die Autobahn durch die fehlenden Blätter auf den Bäumen lauter am Decksteiner Weiher zu hören ist - dann fällt es mir schwer, mich zu motivieren, meine Runde zu drehen.

So brauchte ich letzte Woche das erste Mal seit bestimmt einem halben Jahr wieder Musik, um mich während des Walks zu motivieren. Mit einer guten Unterhaltung geht die Zeit dann wieder im nu vorüber.

Gestern bin ich nicht gegangen, es war mir einfach zu usselig, dazu noch Terminstress. Nein, ich habe mir eine kreative Pause am Tisch mit dem Formen einer Figur gegönnt. Dazu Tee, warme Heizung, schönes Kerzenlicht und Meditationsmusik. Das war auch gut.

 

Bisher war die Zeit draußen immer prima, um meine Stimmung zu verbessern. Vorher das Gesicht eher ernst, anschließend fröhlich und rosige Wangen. Ich sehe immer etwas auf meiner Runde, das mich erfreut: Ein schöner Blick auf den See, die Begegnung mit einem Hund, der kurze Plausch mit anderen, die unterwegs sind, ein schöner Gedanke. Wieder zu Hause bin ich froh, dass ich gegangen bin.

Und das werde ich auch jetzt machen. Obwohl ich hier im gut geheizten Büro schon kalte Finger habe, obwohl es draußen regnet und es nur 11 Grad sind. Ich ziehe mir meine Walkinghose an, schnappe mir eine Regenjacke und eine warme Fleecejacke, Stöcke und Schuhe - und gehe los. Ich bin dankbar, wie spürbar fit ich geworden bin. Treppen komme ich mit ruhigem Atmen hoch, wo ich vorher in der 5. Etage noch mit Schnaufen ankam. Toll, so kleine Veränderungen zu spüren. So, jetzt aber los!

Ihre Anja Kolberg

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Freitag, 27 Oktober, 2017

Neuigkeiten - Urlaubsbericht als Adventskalender - Start Kalenderverkauf am 28.10.2017 - Kaufmöglichkeiten - Neu im Shop

Ein sonniges Hallo aus Köln!

Was in der Zwischenzeit so los war. Urlaubsbericht als Adventskalender

Die letzten Wochen sind dahin gerast. Nach den herrlichen zwei Wochen Ferien bei meiner Großmutter im späten Sommer folgten intensive Büroarbeit für die Shoperöffnung und Urlaubsvorbereitungen.

Danach haben wir wieder einmal Dänemarks Nordseeküste besucht. Ich wünschte mir für diese Zeit so sehr Erholung und wollte an mir selbst arbeiten.

Mein Plan ging auf, aber völlig anders als geplant. Und weil dieser Urlaub so ereignis- und erkenntnisreich war (hoffe, beim nächsten Mal wird es ruhiger) wurde daraus ein langer Bericht für den Blog. Ich habe ihn in 24 leicht konsumierbare Einzelstücke aufgeteilt. Und im Advent wird jeden Tag ein neuer Teil der Geschichte hier erscheinen: Wenn einer eine Reise tut ...

Die letzten zwei Wochen ging es mit voller Kraft daran, den Webshop für die Eröffnung vorzubereiten. Nun sind die Kalender gepackt. Schöne Briefmarken eingekauft. Die neuen Kalender im Shop eingepflegt und viele weitere Schritte unternommen. An was man als Shopbetreiberin so alles denken muss ... ein Menge!

Am Samstag, den 28. Oktober ist es endlich soweit: Der Kalenderverkauf in meinem Webshop Einfach anders startet.

Zur Eröffnung gibt es ein Präsent für Sie: Wenn Sie bis einschließlich Montag, den 6. 13. November 2017 (verlängert!) bestellen, erhalten Sie sechs Geschenkkarten im Wert von 3 Euro von mir geschenkt!

So sehen die neuen Tischkalender aus:

Klick zur Kalendervorstellung von: Tischkalender Auf dem Weg zu mir selbst

Auf dem Weg zu mir selbst. Tischkalender 2018

Seelenglück. Tischkalender 2018

Ich freue mich auf Ihre Bestellung. Zum Shopstart werde ich die Kalender verlinken, dann können Sie sich die Seiten genau anschauen.

Die Kalender gibt es auch bei Amazon zu kaufen. Hier die Links:

Sie können also über meinen Webshop bestellen und über Amazon. Was ist der Unterschied?

  • Amazon verschickt, wenn Sie an Prime teilnehmen, die Kalender kostenlos.
  • Wenn Sie nicht an Prime teilnehmen, jedoch noch andere Produkte bei Amazon direkt kaufen, liefert Amazon ab 29 Euro Warenwert versandkostenfrei. Ich versende ab 50 Euro versandkostenfrei.
  • Die Kalender kosten bei Amazon 12 Euro inkl. MwSt., in meinem Webshop 11 Euro inkl. Mwst.
  • Sie erhalten in meinem Webshop mehr Produkte, zum Beispiel Minikarten, Verwöhnpaket, Impulse, Geschenkkarten. Diese gibt es nur bei mir und nicht bei Amazon.
  • Die Sendungen, die ich in meinen Webshop für Sie packe, sind einfach besonders. Schon der Karton macht Freude beim Empfang und der Inhalt auch. Mit Liebe und kleiner Überraschung gepackt. Sie haben während des Bestellprozesses direkt Kontakt mit mir via Mail. Diese Individualität und Besonderheit gibt es nicht bei Amazon.
  • Ich kann mir vorstellen, dass Amazon schneller verschickt als ich und die Zahlungsbedingungen sind bei Amazon bei vorhandenem Kundenkonto schon hinterlegt. Lastschriften sind dort möglich. Das geht bei mir nicht. Ich biete Überweisung und Paypal per Vorkasse an.

Warum biete ich die Kalender über Amazon an?

Weil ich, so wie ich den Webshop mit dieser Individualität betreibe, an meine Grenzen stoße. Ich liebe den Mailkontakt mit meinen Kundinnen, die Pakete so zu packen, dass es Freude macht, die Ware auszupacken, Bildchen auf den Karton zu malen, schöne Briefmarken auszusuchen, mich per Mail auszutauschen. Das macht einfach Spaß. Allerdings komme ich an meine Leistungsgrenzen. Ich kann keine Masse machen. Und will es auch nicht.

Deswegen habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, wo ich mehr Menschen ansprechen kann, ohne selbst proportional mehr Arbeit zu haben. Amazon bietet mir die Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen, mehr Menschen anzusprechen und verschickt die Ware direkt an die Kunden. Das ist eine große Arbeitserleichterung für mich. Es gibt unterschiedliche Ansichten über den Internetriesen. Ich versuche die Vorteile für mich als Einzelunternehmerin zu nutzen. Es ist mein Ziel mit den Kalendern mehr Umsatz zu machen, das ist über Amazon möglich. Zu schön wäre es, wenn ich davon wirklich leben könnte. Dann wären Ressourcen für weitere Produkte da, fürs Schreiben, für Investitionen in Technik, für Marketing, für weitere Verkaufsplattformen. Das ist jetzt der erst Schritt und ich freue mich, dass ich ihn geschafft habe.

Fühlen Sie sich frei, dort zu bestellen, wo Sie mögen: Bei mir im Shop ist es persönlich und individuell. Sie werden nicht viele Sendungen wie meine bekommen. :o) Bei Amazon ist es neutral und bequemer.

Klick zum Shop

Neu im Shop

Dieses Jahr gibt es die Impulse und auch das Verwöhnpaket zum Verschenken. Im Verwöhnpaket sind beide Kalender und die monatlichen Impulse enthalten zu einem 3 Euro günstigeren Preis als beim Einzelkauf. Für die Monatlichen Impulse liegt eine neue schicke Gutscheinkarte bei. Sieht klasse aus, finde ich. :-) (Tut gut, auch auf sich selbst stolz zu sein.) Verwöhnpaket anschauen

Der Webshop öffnet am 28. Oktober 2017 und wird am 6. Januar 2018 schließen. Anschließend wird es die Kalender 2018 weiter über Amazon zu kaufen geben. Ich biete dieses Jahr keinen Schlussverkauf an. Als besonderes Geschenk gibt es Geschenkkarten gratis zur Bestellung dazu, wenn Sie bis 6. 13.11.2017 bestellen. (verlängert) :-)

Bei den Geschenkkarten ist auch diese Karte dabei, die Sie sonst nur in Verbindung mit dem geschenkverpackten Kalender erhalten:

Gruß von Lilo

Am 28.10.2017 geht es los! Ich freue mich auf Ihren Besuch und den Kontakt mit Ihnen! Klick zum Shop

Ganz herzliche Grüße

Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Shop

Mittwoch, 25 Oktober, 2017

Ich bin ein Eichhörnchen - und sammle schöne Momente. Durch den Herbstwald walken

Es macht Freude, durch den bunten Herbstwald zu walken. Die Temperaturen sind zwischen 10 und 20 Grad. Genau nach meinem Geschmack. Gut, dass die heißen Tage vorbei sind.

Kann es schöner draußen zu dieser Jahreszeit sein? Blauer Himmel, Sonnenstrahlen, buntes Laub. Nach unserem Urlaub an der See startete ich früh am Morgen voller Vorfreude auf den bunten deutschen Herbst. Wo wir waren, gab es kaum Laubbäume und hier - welche eine Pracht.

Überrascht wurde ich gleich mit dem Start eines Heißluftballons in der Nähe meines Parkplatzes an der Gleuler Straße.

Was für ein Erlebnis, das Ausbreiten und Aufblasen der Hülle miterleben zu können.

... und dann hob er ab in den Himmel. Ein besonderer Moment für mich. Ich könnte mir nicht vorstellen, mitzufahren, ich vermute, die Höhe würde mir schon Herzrasen beschehren, aber es anzusehen, war beeindruckend.

Ganz beseelt ging ich dann los und spürte: Diesen besonderen Moment, wo ich den Ballonstart habe beobachten können, würde ich so gerne festhalten. Wie schnell ist er vorbei gegangen. Aber wie? Und dann hatte ich die Idee:

Ich bin ein Eichhörnchen. Ich sammle keine Nüsse, sondern schöne Momente. Und das war ein solcher Moment, der in meiner innere Schatzkammer aufbewahrt wird. Wie schön, dieser Gedanke!

Beschwingt ging ich weiter. Genoss die Aussicht auf den Decksteiner Weiher, in dem sich die bunten Bäume und das Blau des Himmels spiegelten.

Spürte die Wärme der frühen Sonnenstrahlen auf meinem Rücken und hörte das Rascheln der trockenen Blätter unter meinen Füßen. Ein Traum.

Der Morgentau auf den Wiesen machte mir meine Schuhe nass, doch der Spaziergang durch das Gras war es wert, glitzern die Tropfen in der Sonne doch wie tausende Edelsteine.

Beobachtete das Fallen einzelner Blätter bei kleinen Windböen. Es sah aus, als schneit es Blätter.

Die auf den Wiesen weidende Schafe geben ein stimmungsvolles Bild ab. So gemütlich wie sie in der Sonne liegen, sich wärmen und auf dem Gras kauen, als wäre es ein gut schmeckender Kaugummi.

So viele schöne Momente, die meine Seele froh machen. Auch wenn es regnet oder bedeckt ist, mag ich draußen walken gehen. Dann schauen sich die wenigen Spaziergänger und Sportler eher in die Augen, man nickt sich aufmunternd zu. So schön das Gefühl, etwas für mich zu tun - für meinen Körper und meine Seele. Denn nach dem Walken bin ich oft viel besser gestimmt als zu dem Zeitpunkt wo ich aus meinem Auto steige.

Soweit die Eichhörnchen-Momente bei meinem Walken. Es ist mir gelungen, den Staffelstab nach dem Urlaub wieder aufzunehmen. Ein Glück. Einfach weiter machen und nicht lange nachdenken. In diesem Sinne hoffe ich, dass es mir immer wieder so gelingt und wenn nicht, dass ich nach einer längeren Pause den Anfang wieder schaffe.

Ich wünsche Ihnen von Herzen viele schöne Momente in unserer farbenfrohen Natur

Anja Kolberg

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Dienstag, 17 Oktober, 2017

Buchvorstellung: "Halali" von Ingrid Noll

Hurra, ein neuer Roman von Ingrid Noll. Der wollte mit nach Dänemark an die Nordsee fahren und dort verschlungen werden. Ein vergnüglicher Zeitvertreib waren die viel zu schnell verstreichenden Stunden mit ihm!

Ich habe schon sehr sehr lange keinen Roman mehr gelesen, weil ich mich nicht konzentrieren konnte und ich so schnell abgelenkt bin. Ein heftiger Sturm, gegen die Scheiben klatschender Regen, eine nach drinnen geholte bequeme Sonnenliege mit Decke und einer heißen Tasse Tee - und dieses wunderbare Buch schafften dann die Wende: Ruckzuck war das Buch durch. Ich mag Bücher, die nicht allzu dick sind, dieses hat 320 Seiten. Als ich es ausgelesen hatte, war ich traurig, dass die Geschichte zu Ende erzählt war, so gerne hätte ich mit Holda noch Zeit verbracht.

Die Geschichte: Ihrer Enkelin Laura erzählt die 82jährige Holda von ihren Erlebnissen als junge Frau in den frühen 50er Jahren. Als Kind aus der Eifel in die große Stadt Bonn gekommen findet sie eine Anstellung als Sekretärin im Innenministerium und privat ein winziges Zimmerchen zum Schlafen. Mit ihrer Kollegin Karin beobachtet sie Merkwürdiges und von Neugier getrieben geraten beide in Gefahr. Es wäre kein typischer Ingrid Noll Roman, wenn es nicht auch einem Mann an den Kragen geht.

Ein herrlicher Satz: "Wir schwiegen eine Weile und gruselten uns."

Ingrid Noll selbst beschreibt ihr Buch so treffend wie es besser nicht sein kann: "Kein üblicher Agentenroman, vielmehr eine Zeitreise und eine Geschichte über das Lebensgefühl junger Frauen in den fünfziger Jahren."

Meisterlich wie die Autorin regionale Begriffe, Arbeitsleben, Musik, Essen, Kleidung, Ausdrucksweise sowie Lebensart und gesellschaftlichen Regeln der Nachkriegsjahre mit einer spannenden Geschichte verknüpft. Ein unterhaltsamen Zeitgemälde! Danke, liebe Ingrid Noll, dass Sie schreiben! Bitte weiter so! Anja Kolberg

Autorin: Ingrid Noll
Titel: Halali
ISBN: 978-3-257-06996-9
Verlag: Diogenes

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Freitag, 22 September, 2017

Herzgold - Zeit bei meiner Familie

Ich möchte von vielen schönen Tagen berichten, die ich bei meiner Familie verbringen konnte. Nicht oft öffnen sich solche Zeitfenster, wo wir an den Ort und zu den Menschen zurück kehren können, wo wir Kind waren. Glücklich und unbeschwert.

Drei Teile sind daraus geworden:

Onkel und Tante nahmen eine Auszeit an der See. So war ich mit meiner anderen Tante in der Zeit bei meiner Oma. Sie ist 92 Jahre und wer meinen Blog schon gelesen hat, weiß wie wichtig sie mir ist. Ein wenig besorgt war ich vorher wegen der Pflege, die meine Großmutter inzwischen braucht, ob ich das wirklich schaffe, auch wenn ich nicht alleine war. Vor vier Jahren, als ich das letzte Mal bei ihr in Ferien war, ging es ihr noch richtig gut. Ich habe zwar gekocht, aber sie hat die Wäsche noch gemacht und war noch munter zu Fuß unterwegs. War ich früher diejenige, der sie eine Wärmflasche gemacht hat, wenn ich Bauchweh hatte, so habe ich das jetzt für sie gemacht.

Die 14 Tage bei meiner Großmutter sind im nu verflogen. Mit säckeweise Herzgold bin ich zurück gekommen. Unbezahlbar waren die gemeinsamen Stunden. Die Pflege meiner 92jährigen Oma fiel mir leichter als gedacht. Ein schönes Gefühl, gebraucht zu werden. Wir waren ein tolles Team: Oma, meine Tante, unser Nachtwächter ;o) (Mann von meiner Tante) sowie zehn Hühner und ein Hahn. Wir haben uns gegenseitig gut getan.

Als Abendvertreib - Oma kann kein Fernsehen mehr gucken - habe ich 62 Fotoalben durchstöbert. Ich bin dabei auf Bilder gestoßen, die ich auch im Rahmen meiner Recherche für die Familienchronik noch nicht gesehen hatte - unter ihnen auch wunderschöne schwarz-weiße Fotographien wie diese drei:

  • Vermutlich zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende - ein Pferd mit Planwagen steht vor einem verschieferten zweistöckigen Bauernhaus. Daneben einige Männer in Arbeitskleidung, ein weiteres Pferd wird von einem Mann gehalten. Links im Bild zwei Frauen in langen schwarzen Kleidern mit langer weißer bzw. schwarzer gestärkter Schürze, zwischen ihnen ein Kleinkind.
  • Auf dem frisch abgeernteten Getreidefeld eine Brotzeit: Männer und Frauen in Arbeitskleidung sitzen auf einem Pferdewagen und davor auf dem Boden. Ein Mann steht in der Mitte des Bildes mit Pfeife im Mund, die Hand in die Hüfte gestemmt. Neben ihm liegt ein Mann auf mit Stroh bedeckten Boden, vor ihm eine große weiße Emaillekaffeekanne und ein Korb mit Essen. Im Hintergrund Wiesen, Hügel, Obstbäume, Wald.
  • Ein Liefer-Lkw mit Aufschrift "Butter Eier Import" steht ca. 1920 vor dem Fachwerkhaus, in dem mein Großvater aufgewachsen ist. Junge Männer und Frauen posieren um das Gefährt., sitzen auf dem Führerhaus, den Radständen und stehen daneben.

Alle drei Zeitdokumente sind so toll, ich würde sie mir glatt vergrößern und aufhängen. Immer leichter fällt es mir, die Kleinigkeiten auf den Fotos wahrzunehmen, das damalige Leben zu lesen. Was für ein spannendes "Stöbern in der Vergangenheit" wie Oma es so treffend benannte. Wann ergibt sich schon mal die Gelegenheit, so viele Alben in Ruhe durchzuschauen? Meine Großmutter kannte die meisten Fotos und obwohl sie nicht mehr gut sehen kann, konnte sie mir meist sagen, wer darauf zu sehen ist.

Was kann ich noch aus dem Füllhorn der Erlebnisse berichten? Ich fand ein altes Liederbuch, brachte es mit runter ins Wohnzimmer. Früher wurde viel in ihrer Familie gesungen, wenn sie abends zusammen saßen, erzählt meine Oma immer wieder. Ich las vor, welche Titel ich fand und Oma sagte fast jedes Mal: "Das kennen wir doch" und stimmte das Lied an. Die meisten Texte kannte sie noch und es war beeindruckend, wie sie die Melodie hält. Weder meine Tante noch ich konnten mithalten. Dieser Gesangsabend hat meiner Oma besonders gut gefallen.

Mehrmals hat sie das Schlaflied "Wer hat die schönsten Schäfchen" gesungen und - was mich ganz besonders freut - ich habe es auf Video aufgenommen. Oma hatten wir vom Rollstuhl in einen großen Ohrensessel umgesetzt, sie trägt ihr weißes Haar in einer ganz kurzen frechen Frisur, weil die Dauerwelle im dünnen Haar nicht mehr hält. Über ihre Beine hatten wir eine dunkelblaue Decke gelegt und über den lilafarbenen Pullover trägt sie wie immer eine wärmende, graue selbstgestrickte Stola.

Sie saß da wie die perfekte Märchenoma und ich war ganz beglückt, dann auch noch das Video mit dem Schlaflied aufnehmen zu können. Sie hat es extra nochmal in die Kamera gesungen, damit ich es meinen Cousinen und Cousins, ihren Urenkeln und meinen Tanten schicken kann. So haben wir alle eine wundervolle Erinnerung. Ich habe beim Filmen ganz still da gesessen, mir sind die Tränen die Wangen herunter gelaufen, so liebevoll und goldig war das. Ebenfalls aufgenommen habe ich ihr endlich Abendgebet, das sie immer für die Enkel betet. Bisher hatte ich es nur in Bruchstücken gehört und war nie schnell genug mit dem Video.

Können Sie nachempfinden, warum ich mich so reich beschenkt fühle? Bei Oma kann ich einfach sein. Ich bin - obwohl ich in die Rolle der Helfenden rutschte und 47 Jahre alt - einfach Enkelin und fühle mich grenzenlos wohl. Welche ein Geschenk! Ich bin dem Himmel so dankbar, dass ich diese Zeit mit ihr und auch meiner Tante erleben durfte. Ich könnte noch stundenlang weiter schreiben. So viel gibt es zu erzählen. Im Kalenderentwurf für 2019, den ich nächsten Sommer machen werde, ist sicherlich ein Bild aus dem wundervollen Garten dabei. Seufz. So schön!

Wie das Kalenderblatt von September 2017 stimmt: "Herausforderungen machen mich stärker." Ich fühle mich jetzt sicherer, neuen Herausforderungen zu begegnen. Ich habe das Gefühl, ich kann Dinge leisten, die ich mir vorher nicht zutraute. Das alles noch als Zugabe. Was für ein Glücksfall!

Ich freue mich nun auf den am ersten Oktober beginnenden Verkauf der Kalender in meinem Webshop. Auf die neuen Titel können Sie sich schon freuen. Sie heißen: "Seelenglück" und "Auf dem Weg zu mir selbst." Wer die Kalender vorher kaufen möchte, findet sie schon bei Amazon. Einfach "Kalender Anja Kolberg 2018" eingeben und sie werden aufgerufen. Hier die beiden nächsten Artikel:

Herzliche Grüße von einer glücklichen

Anja Kolberg

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Der schöne Garten

Während meines Aufenthaltes bei meiner Familie habe ich auch die Zeit im wunderschönen Garten genossen. Seit den 50er Jahren, als meine Urgroßeltern ihn anlegten, ist er stetig gewachsen und hat sich verändert. Als mein Onkel und meine Tante das Haus von meinen Großeltern übernahmen haben die beiden weiter daran gearbeitet und daraus ein Schmuckstück gemacht, wo die Seele staunt und atmet. Ich sehe und spüre, dass sie Freude an der Arbeit im Garten haben. Der Gemüsegarten ist heute noch an der gleichen Stelle wie vor über 60 Jahren.

Für mich ist es ein besonderer Ort. Die Geräusche, die Düfte, die Stimmung, alles ist mir aus meiner Kindheit vertraut. Ich fühle mich dort wohl und kann einfach sein. Ein großes Glück.

Im ersten Artikel Herzgold - Zeit bei meiner Familie fanden Sie ja schon einige Blüten aus dem Garten - hier einige weitere Impressionen und vom Raum drumherum:

An den Garten grenzen viele Wiesen mit einigen Pferden. Weiteroberhalb beginnt der Wald.

Nebenan auf der Weide steht ein alter Apfelbaum.

Überall stehen Stauden, wie dieser Sonnenhut oben am Hühnerpirk.

Clematis rankt mit wildem Wein an einem Bogen empor.

Diese Aster hält sich gut und lange in der Vase und säht sich selbst aus. Ich habe Samen mit nach Hause genommen.

Am Himmel waren immer wieder Greifvögel zu sehen und vor allen Dingen zu hören. Ein toller Klang. So viel Himmel sehe ich in Köln selten. Die Vögel bei ihrem Flug zu beobachten, war toll.

Morgens lies ich die Hühner raus, gab ihnen Wasser und tagsüber manchmal Leckereien, auf die sie unruhig warteten. Sie machen so beruhigende Geräusche. Abends lies ich sie wieder in den Stall bzw. waren sie schon drinnen. Es gab Futter und frisches Wasser und ich sammelte die Eier ein.

Toll, die unterschiedlichen Farben. Beliebtes Spiel am Abend: Eierbingo. Wer errät wieviel Eier die Hühner gelegt haben. :-)

Drei Teiche hat mein Onkel in all den Jahrzehnten angelegt. In einem blühte diese herrliche Seerose.

Jede Morgen machte ich eine Kanne Tee - mit Quellwasser aus dem Wald und frischer Pfefferminze aus dem Garten. Auf der Wiese war frischer Breitwegerich, den ich so gegessen habe. Der schmeckt unglaublich gut. Mehr vom Gaumenschmaus erzähle ich hier: Naschen aus dem Landhausgarten.

Viel Freude!

Anja Kolberg

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