Kreidefarbe oder Lack? Erfahrungen mit der Möbelrenovierung

Wow tolle Möbel

Wer meinen Blog regelmäßig liest, weiß, dass ich aus dem letzten Dänemark Urlaub massive, alte Möbel mitgebracht habe, nachdem ich einen riesigen Kramladen besucht hatte. [Krammärkte haben Seele - Ausflugstipp Dänemark.]

Ein schmaler Schrank für den Flur, ein Regal fürs Eßzimmer und zwei Hocker (die wären wirklich nicht nötig gewesen, aber sie wollten unbedingt mit) reisten nach Köln. Es war Platz im Auto, da wir unsere Vorräte aufgefuttert hatten und wie durch Zufall zwei Sitze zu Hause gelassen hatten ...

Zu Hause standen die dänischen Mitbringsel dann erst mal rum und warteten auf ihre Renovierung.

Da ich im April 2020 sowieso durch den Lockdown und das Erstellen der Hochbeete aus der Arbeitsroutine im Büro gerissen war und mich die Möbelstücke schon ein halbes Jahr vorwurfsvoll anstarrten, dachte ich mir nur: Jetzt oder nie!

Möbel aufarbeiten

Mein Mann half mir, die Möbelstücke auf die Terrasse zu schleppen. Die beiden Hocker und der Hochschrank wollte ich nur abschleifen und wieder weiß lackieren. Das mahagoni farbene Regal wollte ich im Shabby Chic Look aufarbeiten. Diesen Stil finde ich so schön! Heute weiß ich, was ich nicht noch mal machen werde. :o)

Möbel aufarbeiten

Da ich bei uns für das Streichen zuständig bin, damit also einiges an Erfahrung hab, dachte ich ganz blauäugig: Das ist alles schnell gemacht. Hust ... Hätte ich mal vorher gewusst, was ich jetzt weiß ...

Ja, der schöne Hochschrank und die beiden Hocker waren ruckzuck abgeschliffen. Selbst als mir der Hochschrank umkippte (nein!) und auf die Kante der Terrassensteine knallte (oh nein!), das Glas aber heil blieb (puh!) fand sich - nach anfänglichem Schock - dank meinem Göttergatten (ich wollte kurz frustriert den Schrank auf den Sperrmüll geben) eine Lösung mit einem Reparaturkid.

Die tiefe Furchte wurde ausgebessert, beigeschliffen (kein Foto, Schreck war zu groß), das herausgebrochene Ornament später wieder geklebt. Eigentlich verrückt: 1000 km ist der Schrank ohne Blessuren gereist und hier dann ... nun gut, es ging ja glimpflich aus.

Abschliefen  

Auch das zweimalige Lackieren ging rasch von statten. Ich habe dazwischen nochmal kurz das Holz angeschliffen, weil sich der wasserbasierte Lack nicht so gut auftragen lies. Doch geschenkt! Bei dem trockenen, heißen Wetter war der Lack schnell trocken. Es lief richtig gut - das hat die anderen Schwierigkeiten etwas abgemildert...

So sieht das Endergebnis aus:

Fertig renoviert

Ich bin richtig verliebt in das gute Stück. Ein neuer Porzellanknauf ist inzwischen auch schon dran.

Hocker in schön

Die beiden Sitzkissen auf den Hockern, die nicht richtig passten, habe ich zum Teil neu aufgepolstert und prima angepasst, den alten Stoff konnte ich wieder nutzen. Jetzt sitzt alles! Klasse!

Soviel zum Spaß. Jetzt kommt der knifflige Teil: Das Regal. Seine Maße passen genau in die Ecke bei uns im Esszimmer, wofür ich ewig nach etwas gesucht hatte. Und dieses Regal aus Dänemark hatte zufällig die richtigen Maße!

Nur die Farbe stimmte nicht, da im Eßzimmer alles in weiß, grau und hellen Holztönen ist. Also her mit dem Shabby Chic.

Das Regal passt perfekt! Was ein Glück!

Das Material war dafür schnell gekauft. Sooo leicht liest sich die Bearbeitung mit Kreidefarben im Prospekt und sieht so easy im Video aus:

Abschleifen. Kreidefarbe 1 (ich wollte dunkles grau) auftragen. Kreidefarbe 2 (weiß) auftragen. Dann ganz leicht etwas an einigen Stellen von Kreidefarbe 2 mit Schleifpapier runter nehmen. Wachsen. Fertig!

Meine Realität war eine völlig andere. Und ja, ich nehme die Antwort auf die Eingangs gestellt Frage vorweg: Nie wieder Kreidefarbe! Vielleicht habe ich es völlig falsch angestellt - und ja, wenn es fertig ist: Es kann so toll aussehen. So viele schöne kreative Sachen sind damit möglich. ABER die Kreidefarbe und ich, wir werden keine Freunde werden.

Warum?

Es ist, als streichst du ein Möbelstück mit cremiger Wandfarbe (oder dünnflüssigem Quark) ein. Würde ich niemals machen. Mache ich aber gefühlt mit der Kreidefarbe.

Konsequenz dieser pastösen Masse: Wenn du mehrmals über eine Stelle streichst - zum Beispiel, damit es deckend wird - ist die Farbe sehr dick aufgetragen und sie kann reißen. Wie getrockneter Quark. (Weiß auch nicht wie ich auf Quark komme, aber für mich passt der Vergleich.)

Dazu kommt noch, dass die Kreidefarbe sich durch ihre pastöse Art nicht so leicht auftragen lässt wie ein Lack, deckend war sie nicht. Der Mahagoniton schien immer wieder durch. Ich habe das Regal dewegen innen und außen zwei- an manchen Stellen dreimal mit der dunkelgrauen Kreidefarbe gestrichen, bis wirklich nichts mehr von diesem alten Farbton zu sehen war. Das gleiche mit der weißen Farbe wiederholt.

Das hat ewig lange gedauert, weil das Regal innen und außen gestrichen werden wollte (Merke, Anja: erst mal mit einem kleinen Möbelstück anfangen, nicht gleich ein Regal, wenn auch im Prospekt eine Kommode easy verschönert wird).

Das Abschleifen hat dann glatt Spaß gemacht, so wurde die hubbelige Oberfläche nämlich zum Glück wieder glatter und endlich zeigte sich der Shabby Chic. Ich hatte auf der Rückseite einige Versionen ausprobiert. Das sah gut aus:

Test

Ich überlegte wie unruhig die Oberfläche aussehen sollte und entschied mich für viel weiß mit wenigen grauen Blitzern:

Enscheidung gefallen

Als ich mit dem Aussehen zufrieden war, holte ich den Wachs raus und rieb ihn wie beschrieben mit einem Tuch in alle Oberflächen ein. Roch intensiv, aber nicht abschreckend.

Diesmal hab ich definitiv nicht die ganze Beschreibung auf der Dose gelesen, denn dort stand etwas von Handschuhen tragen wie ich später las. Ich hatte zufällig welche an und wunderte mich, warum sich bei harmlos klingendem "Wachs" die Fingerspitzen der Handschuhe auflösten und mir so schwummrig im Kopf war... Das Wachs wurde nach dem Trocknen mit einem weichen Tuch glatt poliert.

Glatt poliert

Sah toll aus, die Oberfläche war herrlich glatt und mein Herz raste. Wie sich heraus stellte, war das Wachs gar nicht so harmlos, wegen der Lösungsmittel also das Herzrasen und der vernebelte Kopf. Gut, dass ich alles draußen gemacht hatte und die Symptome hielten nicht mehrer Stunden lange an.

Giftstoffe

Auch das ein Grund für mich, nicht mehr mit Kreidefarbe bzw. dem Wachs zu arbeiten: Ich kaufe viel Biogemüse ein, achte darauf, was ich in und an meinen Körper lasse und mit dem Wachs überschwemmte ich meinen Körper mit Giftstoffen! Hätte ich das vorher gewusst...

Dagegen war der Lack für die anderen Möbel wirklich harmlos in der Anwendung, von dem hatte ich keinerlei (spürbare) Begleiterscheinungen. Es hat schon seinen Grund, wenn Profis Möbel im Shabby Chic aufarbeiten, habe ich anschließend gedacht. Die wissen damit einfach besser umzugehen und sich zu schützen.

Das Regal fertig zu stellen, brauchte zwei Arbeitstage. Hochschrank und die beiden Hocker zusammen nur einen. Also auch vom Arbeitsaufwand her keine Frage, wofür ich mich entscheiden würde.

Vielleicht ist die Kreidefarbe ok bei kleinen Möbeln, die nicht innen und außen gestrichen werden müssen, kleinen Brettern ... aber - nein, ich schüttle beim Schreiben mit dem Kopf - nicht mehr für mich.

Unterfarbe schlägt durch

Am nächsten Morgen, wir hatten das Regal draußen zum Auslüften stehen lassen, wunderte ich mich über hellrosa Stellen. Nein, die weinrote Farbe schlug wieder durch! Es war doch gut gewesen. Hatte das Wachs die Farbe rausgelöst? Seufz. Kurzerhand nahm ich einfach den weißen Lack und überstrich die Stellen. Wider Erwarten hielt es. Ein Glück. So machte ich mich mit dem Pinsel auf, alle rosa Stellen weiß zu lackieren.

Circa 4 Wochen später blutet der ursprüngliche Farbton an vielen anderen Stellen großflächig wieder in rosa durch. Ich habe aufgegeben. Dann ist es eben ein weißes Regal mit grauem Shabby Chic Look und einem rosafarbenen Teint. Es war so viel Arbeit und das ganze Material wieder runter schleifen? Nein. Ich zucke mit den Schultern. Annehmen. Loslassen. Oder ...?

Heute weiß ich, es gibt Grundierungen mit einer Sperrwirkung, die die alte Farbe nach zweimaligem Auftrag wohl nicht durchlässt. Es kann bei anderen Hölzern auch passieren. Ich hätte mir sehr gewünscht, diese Information hätte im Hochglanzprospekt gestanden - und nicht das alles easy ist! (Hätte ich darauf gehört?)

Da jetzt Wachs auf dem Regal ist, (neue Farbe braucht wachsfreien Untergrund) bleibt wohl nur die Lösung: Alles Abschleifen - was ich mir wegen der dabei freigesetzten Giftstoffe gerade nicht vorstellen kann - und neu anfangen. Oder damit leben.

Das fertige Regal

(Bild oben das fertig gewachste Regal, bevor die rote Farbe durchschlug ... Die Knöpfe sind inzwischen durch schöne Porzellenknöpfe ausgetauscht.)

Vielleicht (wahrscheinlich?) wäre die weinrote Farbe des alten Regals mit einem Lack statt Kreidefarbe auch durchgeschlagen, aber es wäre wenigstens viel weniger Arbeit gewesen. Heute kann ich über diese Erfahrung etwas grinsen. Und ich schreibe sie hier auf, um mich selbst daran zu erinnern, falls ich mal wieder eine fixe Idee haben, mit Kreidefarbe zu arbeiten und um meine Leser*innen vor meiner Erfahrung zu schützen.

Wenn ich nochmal ein Möbelstück in weiß mit Shabby Chic machen würde, dann mit dieser Abkürzung: Weiß lackieren und mit grauer Farbe die abgenutzten "Shabby" Stellen immitieren (und vorher grundieren bzw. an einer verdeckten Stelle vorsichtig probieren und sehen, ob etwas durchschlägt ...). Heute würde ich diese Anzeichen viel schneller erkennen.

Hm, ich hätte bei dem Auftragen der ersten Seite meinem Impuls folgen sollen und den Kreidefarben-Trip stoppen. Runterschleifen, fertig. Damit wäre mir viel Arbeit erspart geblieben - aber eben auch diese kostbare Erfahrung, die ich sonst nicht gemacht hätte. Und die ist sehr hilfreich!

Shabby Chic

Mein Mann ist instruiert, mich bei einem nächsten Kramladenbesuch in Dänemark sanft daran zu erinnern, dass eine Renovierung von noch so schönen Möbeln auch gemacht werden muss. ;o) Sie sind leicht gekauft, abenteuerlich transportiert und dann muss aber auch die Zeit genommen werden, sie schön zu machen. Soooo viel gelernt!!!

Ich bin stolz auf mich

So, und jetzt habe ich Freude an meinen Möbelstücken. Was für eine Reise!

Ganz herzliche Grüße aus der Renovierungs- und Lernzentrale in Köln

Anja

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Samstag, 23 Mai, 2020
Thema: Blog - 2020, 1. Halbjahr, Blog - Renovierung
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Mai-Impulse: Geduld - Traumvorstellung - Einfach leben

Hallo aus Köln, ich möchte mit dir meine Gedanken zu den Mai-Karten meiner Tischkalender 2020 teilen.

Anja Kolberg

Diese Zeit ist so intensiv, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Wenn ich es schaffen würde, wären da: Hoffnung, Natur, Regeneration, Vögelgezwitscher, blauer Himmel, Besinnung, Sorgen, Veränderung, Ungewissheit und der unerfüllte Wunsch nach Kontrolle - nach Sicherheit. Doch am sicheren Gerüst des Alltags, der eingeübten Strukturen und Abläufe wurde heftig gerüttelt. Und dass, obwohl sich an meiner Arbeitsumgebung (Homeoffice) nicht viel geändert hat. Der Wunsch nach Normalität ist groß in mir. Und wissen, wo es lang geht, wie es weiter geht. Er ist unerfüllt, liegt nicht in greifbarer Nähe.

Das macht mir wie auch Wechseljahresbeschwerden zu schaffen.

Und ich sehne mich nach Klarheit. Wenn ich weiß, wo es langgeht, was mein Ziel ist, kann ich losgehen. Es ist aber nicht klar, wo es für mich hingeht und das liegt nur zu einem Teil an der momentanen Situation.

Mai - Zeit für meine Seele

Die rosa Tulpenblüte (Tischkalender Zeit für meine Seele) mit ihren tuftigen sattgelben Blütenstempeln hilft mir mit ihrem Satz: "Ich habe Geduld mit mir und vertraue darauf, im richtigen Moment zu erblühen.", um zur Ruhe zu kommen und durchzuatmen.

Meine Zeit wird kommen, wenn der passende Zeitpunkt gekommen ist. Der lässt sich wohl nicht vom Verstand erzeugen, sondern zeigt sich, wenn alle Bedingungen optimal für mich sind. So wie die Tulpe nicht im Dezember blühen wird, sondern im genau für sie stimmigen Moment.

Mai Innerlich stärker 2020

Hinein zu hüpfen in gute Gedanken - das klappt gut mit der Biene, die auf dem Innerlich stärker-Kalender im Mai auf der Kornblüte inmitten eines riesigen Kornblumenfeldes Pollen sammelt. Sie war schon ziemlich erfolgreich, wie du an ihren Beinen sehen kannst. Dieses Kornblumenfeld - das gleich neben einem Mohnblumenfeld lag - war ein unblaublich berührender, überwältigender Anblick, als ich es vor zwei Jahren im Kölner Norden fotographierte. Letztes Jahr war der rote Klatschmohn im Kalender. Wow, mir öffnen sich da innere Türen bei dieser geballten Schönheit und Lebenskraft. Ich hoffe, du hast auch deine Freude daran.

Auf der Kalenderkarte für Mai 2020 steht: "Heute lebe ich mal so wie ich gerne leben würde." Dieser Satz fördert das Gesetzt der Anziehung, nämlich dass ich das zu mir hole, womit ich mich immer wieder (gedanklich/gefühlsmäßig) beschäftige.

Es geht mir also darum, beim Blick auf das Kalenderblatt daran erinnert zu werden: "Wie würde ich gerne leben?" Es bleibt sorgar nicht nur bei den Gedanken, die Kalenderkarte fordert dazu auf, einen Tag so zu leben, so zu tun, als wäre es schon die Realität. Und das fühlt sich wunderbar an. Gute Gefühle überströmen mich.

Das Gehirn kann bei einer Emotion nicht unterscheiden, ob ich mir etwas vorstelle (wie in einer Wunschvorstellung oder auch in einem Film) oder ob ich es wirklich erlebe. Das mache ich mir zu nutze und verhalte mich so, fühle mich so, als wäre mein Traum real. Und je öfter ich das mache, desto stärker werden die Verbindungen meiner Wunschvorstellung in meinem Gehirn ausgeprägt. Immer rascher kann ich diesen Zustand herstellen und ziehe es zu mir heran bis es real ist.

So viel mehr ist in unserem Leben möglich, als wir uns das vorstellen können. Zwei Beispiele, die ich selbst erlebt habe:

Als wir uns in unserem Dänemarkurlaub 2017 abends spät aus dem Haus ausgeschlossen hatten, kein Handy dabei, alle Fenster und Türen verschlossen, stockdunkel, der Wind tobte ums Haus - war die Vorstellung, kurze Zeit später im Wohnzimmer bei unserer Hündin zu sein, die uns durch die Scheibe mit verwunderten Augen ansah - utopisch. Nur eine Sekunde stellte ich mir genau das jedoch vor. Und dann entwickelte sich eine ungewöhnliche Lösung - ohne einen Schaden fürs Haus, ohne größere Kosten. [Hier dieser Ausschnitt meine Berichts über den sehr ungewöhnlichen Urlaub.]

Im Sommer 2018 war es aufgrund großer Ausgaben fasst unmöglich, dass wir einen Urlaub am Meer haben könnten. Dabei waren wir mehr als urlaubsreif. Für unsere Gesundheit wäre es so wichtig, eine Auszeit haben zu können. Ich stellte mir in Gedanken vor, dass wir beide am Strand stehen und auf das Meer und den Sonnenuntergang schauen. Einige Wochen später war es möglich: Wir konnten fahren.

Wenn ich jetzt daran denke, dass beides wirklich passiert ist, beflügelt mich das. Denn es gibt in meinem Leben immer wieder Situationen, wo ich kreuzunglücklich und verzweifelt bin. So oft nutze ich die Möglichkeit nicht, mir dann gute Gedanken zu machen, mir ein Happy End vorzustellen. Dabei hatte ich das in den beiden oberen Beispielen noch nicht mal lange gemacht: Einmal ganz kurz und intensiv vorgestellt - das war's. Also eigentlich keine Unmöglichkeit. Ich muss es nur tun...

So bin ich dankbar, dass dieses wunderschöne Maibild mich an diese Möglichkeit erinnert, mir gute Gedanken zu machen - und nicht nur das: Auch zu üben, mich einen ganzen Tag so zu verhalten.

Also: Was ist es für dich: Wie würdest du gerne leben? Wie sähe es aus? Wie wäre es, wenn du es dir für einen Tag, für eine Stunde erlauben würdest, das auszuprobieren, so zu denken, zu fühlen, zu sein, was du dir ersehnst. Und wenn es nur in Gedanken geht, ist das auch schon ein Gewinn! Wie sähe dein optimaler Tag aus? :-)

(Für mich ist das immer wieder: Ich lebe mit Leichtigkeit und Freude vom Schreiben. Ich sitze am Meer und schreibe.)

Lilo Mai 2020

Das ist das dritte Kalenderblatt im Mai: Lilo schwingt durch die Lüfte und auf den Seilen der Schaukel steht: "einfach ich selbst sein. einfach leben." So viel Lebensfreude und Unbeschwertheit tut gerade jetzt einfach gut. Lilo zaubert mir so einfach ein Lächeln ins Gesicht.

Die drei Maiblätter passen farblich herrlich schön zusammen, ohne dass ich sie bei der Erstellung nebeneinander gelegt hab. Einfach eine Freude fürs Herz, sie anzusehen:

Tischkalender 2020 Anja Kolberg

Wenn du magst, kannst du sie noch bei Amazon kaufen. Klick einfach auf die Bilder und du bist schon auf der Verkaufsseite deines Lieblingskalenders. Gönn dir Impulse, Ermutigung und tiefsinnige Begleitung durch den Alltag. Die abgeschnittenen Bilder der abgelaufenen Monate sind wunderbar praktische Karten zum Verschenken, zum Selbstermutigen ...

Aufatmen im Mai!

Alles Liebe aus Köln

Deine Anja

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 11 Mai, 2020
Thema: Blog - 2020, 1. Halbjahr, Blog - Monatliche Impulse, Kalender
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Leben, was geht. Der Kopf macht Pläne, doch Seele und Geist spielen nicht mit ... Rückblick auf den April 2020

Das ist es, was ich mir wünsche: Hinein in ein neues Leben schlüpfen, wo ich vom Schreiben leben kann. Soweit die Pläne und Wünsche. Doch im Moment brauche ich noch Zeit. Zeit in einem schützenden Kokon.

Rückzugsraum für mich

Diese Situation lässt sich mit dem Verstand schwer beschreiben, aber sie lässt sich sehr deutlich spüren - mit dem Gefühl: Es geht nicht anders. Nur so wie es gerade ist. Langsam machen. Das tun, was geht.

Für mich bedeutet das: Meine Erwartungen loslassen. Genau wie es auf dem April-Blatt des Zeit für meine Seele Kalenders stand. Erstaunlich wie gut die Kalenderblätter zum aktuellen Geschehen passen:

Zeit für meine Seele April 2020

Die letzten Wochen habe ich nur im nötigsten Rahmen am Schreibtisch gesessen. Obwohl mein Verstand mir zuflüsterte: Bring jetzt dieses oder jenes Projekt deiner Selbstständigkeit nach vorne. Das passt doch jetzt.

Aber es ging nicht. Was ging, war praktische Arbeit. Ganz konkret: Die Hochbeete aufbauen und alles zu einer stimmigen Einheit bringen. Die Ordnung auf der Terrasse neu herstellen, Pflanzen verteilen, neue auswählen. Zuvor das Wohnzimmer neu streichen. Und nach dem Aufbau der Hochbeete die Chance nutzen und die aus Dänemark mitgebrachten Möbel restaurieren.

Ich dachte nur: Jetzt oder nie. Das Wetter stimmte, ich war sowieso raus aus dem Büro-Konzentrationsmodus. Also los.

Diese Arbeiten sind nun abgeschlossen. Seit Februar haben sie uns beschäftigt. Mal sehen, ob ich es schaffe, darüber im Blog mit Bildern zu berichten. Mein Verstand hat die Posts längst im Geiste x mal geschrieben. Körper und Seele schaffen es nicht. (Update 23.5.20 dieser Artikel ist geschrieben Kreidefarbe oder Lack? Erfahrungen mit der Möbelrenovierung)

Liebevoll mit mir zu sein, das ist immer wieder eine Herausforderung für mich, besonders wenn mein starker Verstand unzufrieden mit meinen Leistungen ist. Andere Pläne hat, die Körper und Seele nicht umsetzen können/wollen. Die Herausforderung ist, genau in dieser Disharmonie gute Gefühle in mir zu erzeugen. Lilo hat das wunderbar auf ihrem Kalenderblatt im April gezeigt:

Lilo Tischkalender 2020 - April

Ich hatte genügend Situationen, dies zu üben. ;o)

Und auch auf dem Aprilblatt des Innerlich stärker Kalenders 2020 tauchte wie zufällig ein passendes Blatt dazu auf:

Tischkalender Innerlich stärker - April 2020

Darauf steht: "Ich führe eine liebevolle Beziehung mit mir selbst." Das bedeutet: Wenn eine Disharmonie in mir ist, hinschauen, da sein für mich, verstehen was los ist, vermitteln zwischen den Anteilen in mir, die sich streiten, einen Kompromiss finden, Frieden erzeugen. Eine Übung, die wohl nie im Leben enden wird, weil es wohl immer unterschiedliche innere Bestrebungen geben wird. Argumente, die für die eine Seite einer Entscheidung wie für die andere sprechen. Meine Aufgabe: Zu innerem Frieden zurück finden.

Eine liebevolle Beziehung mit mir selbst führen, bedeutet auch, in mich hinein horchen. Wie geht es mir? Was brauche ich selbst wirklich? Was würde mir jetzt wirklich gut tun? Im Grunde genommen: Mir selbst eine gute Mutter sein.

Das ein kleiner Einlick in mein Seelenleben im April. Die augenblickliche Situation nimmt sehr viel meiner Aufmerksamkeit und Energie in Anspruch. Und so versuche ich, das Beste daraus zu machen. Ich bin froh und glücklich, dass es mir gerade gelungen ist, zu bloggen.

Liebevolle und zuversichtliche Grüße aus Köln hin zu dir

Anja

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Danke, Natur! Stilles Wandern in der Eifel

Anja wandert

Die aktuelle Situation macht alles anders und dennoch gut

Anfängliche Vorhaben, anlässlich meines 50. Geburtstags zum Beispiel ein Musical in Köln zu besuchen und Essen zu gehen, waren wegen des Coronavirus und den daraus resultierenden Schließungen von Veranstaltungen und Restaurants über den Haufen geworfen worden.

Für das Essen haben wir einen wunderbaren Ersatz gefunden wie du in meinem Geburtstagspost Happy 50. Das Beste draus machen lesen kannst.

Was will ich wirklich

Lange wusste ich nicht, was ich so richtig wollte. Klar wurde mir das durch eine Aufstellung: Zeit mit meinem Mann in der Natur verbringen. Am liebsten raus aus dem Auto und rein in den Wald spazieren gehen. Keine Menschen sehen, die Stille der Natur und ihre Heilkraft aufnehmen.

Von Herzen bin ich dankbar, dass in NRW weiter erlaubt ist, spazieren zu gehen. Besonders, weil die frische Luft und die Natur Körper und Seele so gut tut!

Ich hoffe, dich erfreut mein Bericht mit den Fotos. Sogar zwei einminütige Höraufnahmen zum nah mit dabei sein habe ich vorbereitet.

Das Ziel finden

Wohin sollte es gehen? Obwohl ich meist 6 mal die Woche eine Stunde walke, wollte ich den Ausflug nicht überstrapazieren.

Meine Wünsche: Nicht zu weit zu fahren. Nicht länger als zwei Stunden. Ein Rundwanderweg, damit wir wirklich unabhängig waren. Am liebsten mit viel Wald, ich freute mich auf das Zwitschern der Vögel. Nicht zu schwer, es sollte eine Freude sein. Am liebsten mit Aussicht oder auch schönen Pflanzen, vielleicht sogar Frühblühern.

Webseite Nationalpark Eifel

Auf der Seite des Nationalpark Eifel und verschiedenen Wanderseiten recherchierte ich, was für uns in Frage kommen könnte.

Frühlingshimmel

Zwei Alternativen fand ich: Ein Weg führte an Küchenschellen vorbei. Verlockend, ich dachte an die tollen Fotos, die ich machen könnte. Doch war ich unsicher, ob die Blumen jetzt schon blühten. Die Eifel ist immer etwas kälter als die Kölner Bucht. Und der Weg führte durch einen Ort, das wollte ich aufgrund der momentanen Situation auch vermeiden. Ich wollte am liebsten nur in der Natur sein.

So fiel meine Wahl auf den Weg "Ruhe-Tankstelle": 2 Stunden ohne Pausen, mittelschwer, nicht weit zu fahren, viel Wald.

Mir brennt beim Schreiben gerade die Sonne auf den Kopf. Wow, hat die hinter dem Fenster eine Kraft. Draußen ist es so früh am Morgen noch unter Null Grad und hier drinnen fühlt es sich wie Hochsommer an. Ich sitze hier im T-Shirt, keine Heizung im Büro an. Gut, vielleicht ist es auch eine Hitzewallung. ;o)

Auf geht's

Am Mittwoch vormittag fuhren wir von Köln los. Nach einer dreiviertel Stunde - zuletzt wunderschön durch den Ort Heimbach mit tollen Aussichten - landeten wir auf dem Parkplatz an der Abtei Mariawald.

Abteil Mariawald

Bis auf vier Autos war der große Parkplatz leer. Kein Mensch zu sehen. Wir orientierten uns. Wie ich in der Veranstaltungsbroschüre lesen konnte, gehen von hier auch einmal in der Woche geführte Rangertouren los. Wir waren jetzt auf uns gestellt.

Infotafel

Zum Glück hatte ich mir die Faltkarte ausgedruckt. Ohne sie hätten wir den Weg wohl nicht gefunden, wenn auch unterwegs an manchen Stellen solche Infotafeln (oben) stehen.

Faltkarte

Die Tour begann hinter der Bushaltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wo der Weg einige Stufen hinab und dann an der Wiese entlang ging.

Das Wetter war einfach wunderbar: Strahlend blauer Himmel. So um die zehn Grad. Im Schatten deutlich kühler.

Bachaufnahme

Es dauerte nicht lange und Ruhe stellte sich ein. Wir tauchten fernab der Straße in ein stilles Tal ein.

Hier war wirklich nur die Natur zu hören: Das Rauschen des Windes und sonst nichts. Ruhe. Zum Teil noch nicht mal das Zwitschern der Vögel, ab und an ein Specht.

Lausche meiner Audio-Datei und sei mit dabei: Einminütiges Audio: Stille im Eifelwald 

Die Natur in der Eifel lag in ihrer Entwicklung mindestens eine, wenn nicht zwei Wochen hinter der in Köln zurück. Kein einziges grünes Blatt auf den Bäumen, in besonders schattigen Ecken war sogar noch Eis auf den Pfützen. Dafür war aber dieser schöne Weidenkätzchen-Baum in voller Blüte:

Weidenkätchen

Der Weg führte den Berg immer weiter hinab ins Tal.

Ruhe Tankstelle

Die Ginsterbüsche am Wegesrand standen in Knospen. Wie herrlich sieht es wohl aus, wenn sie alle blühen? Einige gelbe Farbtupfer waren in der Sonne bereits aufgegangen:

Gisnter

Es gab immer wieder herrliche Ausblicke:

Aussicht

Im Tal angekommen half uns die Karte, den richtigen Weg zu wählen. Anhand der Schilder wäre eine Orientierung nur schwer möglich gewesen, weil die ausgesuchte Rundwanderung "Ruhe-Tankstelle" nicht ausgeschildert war. Gut, wer öfter wandert, findet den Weg bestimmt auch anhand der Infotafeln.

Der Weg führte über Asphalt, über steinige Waldwege, über weichen Waldboden und Wiese. Alles dabei. :-)

Bachplätschern

Immer wieder das herrliche Plätschern des Baches, das ich sehr genoss und es auf Band aufnahm und später per Whatsapp verschickte, damit auch andere teilhaben konnten. (Auf der Strecke war kein Handyempfang. Auch mal schön!)

Lausche auf meiner Tonaufnahme wie der Bach klingt: Tröpfelbächlein in der Eifel zum Hören 

Tal

Wie toll mag hier der bunte Herbstwald wohl aussehen?

Ab in die Höhe

Es dauerte nicht lange und der Aufstieg begann - steil ging es den Berg wieder hinauf. Jetzt war Kondition gefragt.

Erst ging es stramm die Stufen hoch und dann quer durch den Wald. Einige der Waldflächen sind hier sich selbst überlassen. Herrlich bemoste Bäume waren zu sehen. Ein Foto davon hab ich nicht gemacht. Ich war zu sehr mit dem Aufstieg beschäftigt. :-)

Den Berg wieder hoch

Den habe ich aber eingefangen. Es kommt auf dem Bild gar nicht rüber, wie steil und anstrengend es war. Die Oberschenkel und Waden brannten. Heute wüsste ich die Wanderkarte ganz anders zu lesen. :-) Da ist der Höhenunterschied nämlich eingezeichnet.

Wanderkarte  

Jetzt ist mir das Höhenprofil klar und warum die Wanderung als mittelschwer eingestuft wurde. Um so schöner ist es, dann oben angekommen zu sein. Wir hatten eine unglaublich gute Gesichtsfarbe:

glücklich nach dem Aufstieg  

Weiter gings. "Das Wandern ist des Müllers Lust, das Waaaaaaandern ist ...." - ja, ich habe wahrhaftig gesungen.

Anja wandert

Die Hälfte des Weges war geschafft. Eine Bank mit Aussicht wäre jetzt toll, um ein Picknick zu machen. Gab es nicht. Da wir aber alleine unterwegs waren, machten wir kurzerhand auf dem Weg Rast. Später begegnete uns nur der Förster im Auto, ein einsamer Wanderer und ein Radfahrer - Abstand halten zu anderen Menschen war die leichteste Übung.

Rast  

Ich hatte Nüsse eingepackt, Tee dabei und geschnittenes Gemüse. Köstlich, das inmitten der Stille in der Frühlingssonne zu essen!

Proviant  

Dann ging es weiter und die Wegeszeichen wie weit es noch bis Mariawald war, sehnte ich herbei. Ich war müde und meine Beine, insbesondere die Füße schmerzten. Der steinige Weg zeigte seine Folgen. Wahrscheinlich sind Wanderschuhe mit einem guten Profil auf Dauer dann doch besser als meine Walkingschuhe.

Zurück am Kloster - wo normalerweise ein Buchladen und ein Restaurant für Besucher geöffnet ist - fanden wir dann endlich eine Bank - sogar mit schönem Ausblick.

Das war eine wunderschöne Geburtstagstour. Die schmerzenden Beine waren auf der Bank sofort vergessen.

Mit Pausen waren wir drei Stunden unterwegs gewesen. Weise also die Überlegung, eine kurze Tour auszuwählen. Alles andere wäre zuviel gewesen.

Endlich eine Bank!  

Auch meinem Mann hat unser Ausflug gefallen. Auf dem Rückweg haben wir an einem Parkplatz angehalten, um diesen Ausblick zu genießen:

Eifelaussicht  

100 Möglichkeiten und mehr

In der Nähe ist der Rursee. Es gibt viele geführte Touren, kurze Wanderungen, Tagesstrecken, barrierefreie Wege, Sternenhimmel, süße kleine Örtchen. Jede Menge gleich vor der Haustüre zu entdecken. Wie schön ist unser Land und unsere Natur!

Ich wünsche mir, dass wir das wieder machen. Mal sehen. :-) Du wirst es hier wahrscheinlich erfahren.

Tipps für deine Tour

Wenn du dich auch auf den Eifelwanderseiten umschauen willst:  Nationalpark Eifel 

Der Link zu unserer Tour Ruhe-Tankstelle. (Es kann sein, dass der Link nicht funktioniert. Dann über diesen Link zur interaktiven Karte und von dort auf Outdooracitve klicken. Dort kann man viele Filter einsetzen, Karten ausdrucken, Touren anschauen, Klasse!

Alles Liebe aus Köln

Anja

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Happy 50. Das Beste draus machen.

Anja Kolberg

Dieses glückliche Grinsen hatte ich letzten Dienstag Vormittag, nach dem ich liebe Geburtstagspost gelesen und schon so einige Glückwünsche per Telefon entgegen genommen hatte. Besonders wichtig ist mir der Anruf meiner Eltern, von ihnen bekomme ich immer ein Ständchen gesungen. Ich kann kaum in Worte fassen wie wertvoll dieser Moment für mich ist. Auch meine Tante und Oma sangen für mich und eine Freundin. Hach, tut das gut.

Der Corona-Virus hatte mir meine jährlichen Grübeleien "feiern oder nicht, wenn ja wie viele, wann, wo ...", die wegen des runden Geburtstags besonders laut waren, abgenommen bzw. hatte ich vorher in einer Aufstellung herausgefunden, war mir wirklich wichtig für den Tag war. Und das war Zeit mit meinem Mann in der Natur verbringen. Da der einen Tag später sowieso zu Hause sein würde, verschoben wir das und ich konnte so an meinem Geburtstag zu Hause sein und hatte Zeit für die Anrufer.

Am Geburtstagsmorgen war ich früh aufgestanden. Tapste die Treppe runter. Im Flur dann eine große Überraschung: Mein Mann hatte mir, als ich im Bett war, einen Glückwunschzettel gemalt. Ich habe einfach da gestanden, die Hand auf mein Herz gelegt, die Freude gefühlt und ein paar Tränchen laufen lassen. Er hatte extra die 0 kleiner gemalt, weil er abends noch meinte, er hätte sich im Inneren das "noch 13 sein" bewahrt und wollte mich durch die kleine Null daran erinnern, dass es für mich auch galt. Quasi die Erinnerung an den 5. Geburtstag. ;-) Ich hatte am Abend zuvor bemerkt, dass der 50. Geburtstag eben doch nicht nur eine Zahl für mich war.

Geburtstagsschild

In unserem Stadtteil war noch alles still. Seit der Schließung der Schulen und Kindergärten ist so viel weniger auf der Straße los. Ich ging als erstes in die Bäckerei für meinen Mann Kuchen kaufen, damit wir nachmittags gemütlich Kaffee trinken konnten.

Am Tag zuvor hatte ich für mich einen roh-veganen Snickerskuchen gemacht. Rohkostkuchen machen viel Arbeit und darauf hatte ich erst keine Lust. Dann dachte ich: Doch, das ist es wert, dass ich was Leckeres zu Essen habe.

Snickersrohkosttorte

Nach dem Bäckereibesuch bin ich walken gegangen. Normalerweise gehe ich außerhalb der heißen Monate mittags walken. Aber weil durch Corona mittags so viel mehr Leute unterwegs waren und ein Abstand halten auf den schmalen Wegen im Stadtwald kaum möglich war, hatte ich begonnen, früh morgens zu gehen.

Jahnwiese am Stadion  

Es war so ein unglaublich schönes Wetter. Der Himmel war noch nie so blau in Köln. So fühlte es sich auf jeden Fall an. Die Vögel zwitscherten. Einen Moment hielt ich auf der Jahnwiese vor dem Stadion in der Sonne inne, atmete durch und fühlte die Wärme auf meinem Körper.

Unterwegs spürte ich Traurigkeit, weil ich mich einsam fühlte (obwohl ich äußerlich nicht einsam bin) und weil ich das Gefühl hatte, meinem Leben hinter her zu laufen, nicht wirklich zu leben, nicht das umzusetzen, was mir wichtig ist. Nachdem ich meiner Freundin meine Gedanken per Sprachnachricht aufgesprochen hatte, atmete ich durch. Das hatte mir geholfen und mich entlastet.

Geburtstagstisch  

So sah mein Frühstückstisch aus. Normalerweise bekomme ich zu meinem Geburtstag einen Blumenstrauß von meinem Mann. Nun hatte meine Lieblingsfloristin geschlossen. Also nahmen einige zauberhaften Hornveilchen aus dem Balkonkasten in der Vase Platz, dazu mein geliebter gekeimter Buchweizen mit Früchten und zur Feier des Tages ein frisch gepresster Orangensaft. Ein Festschmaus.

Als Lektüre warteten Geburtstagsbriefe und liebe Kurznachrichten am Handy. Sogar einige Geschenke waren gekommen. Zwischendurch ein Telefonat. Das tat richtig gut! Die immer mal wieder aufflammende Traurigkeit wurde so wieder weggepustet.

Geschenke  

Je mehr ich mit meinem Menschen sprach und Kontakt hatte, desto besser wurde meine Stimmung.

Gemüsekiste  

Am Vormittag traf die Gemüsekiste ein, die ich nach zwei Jahren Pause wieder bestellt hatte, um weniger in den Geschäften einkaufen zu müssen.

Wie im nu verging der Tag. Am Nachmittag setzen mein Mann und ich uns mit den Stühlen auf den sonnigen Rasen und machten ein Picknick:

Geburtstagspicknick  

Das hat einfach gut getan. Anschließend bauten wir eines der Hochbeete auf, die schon länger auf der Terrasse auf ihren Einsatz warteten. Auf Hochbeete bzw. die Gestaltung der rechten Seite unserer Terrasse freue ich mich schon seit Jahren. Wir überlegten, wie alles am besten gestellt werden kann. Die Woche davor hatte ich vorbereitend schon das Holz und das Mauerwerk an der Nachbarswand frisch gestrichen.

Hochbeete

Zwischendurch Nachrichten und Telefongespräche. Das tat einfach gut! Mir wird dabei bewusst wie sehr ich meine Menschen brauche und welchen Einfluss der Kontakt mit ihnen auf meine Stimmung hat. Der muss nicht von Gesicht zu Gesicht sein, am Telefon geht es auch wunderbar. So war dann von meiner morgendlichen Traurigkeit am Abend nichts mehr vorhanden. Ich war einfach glücklich. So ein Segen!

Zum Abschluss des Tages wartete dann die Couch und das allerbeste: Statt Essen gehen hatte ich mir Rote-Beete-Risotto von meinem Mann gewünscht. Das war besser als Essen gehen! Er verfeinert seine Portion mit Parmesan. Es war so lecker und so schnell verputzt, dass ich gar kein Bild machen konnte. Gewünscht als Geschenk hatte ich mir von meinem Mann die letzten Staffeln von Doc Martin, einer englischen Arztserie, die so herrlich entspannend ist. Eine wirkliche Freude, von der ich einige Wochen etwas habe.

Wirklich ein gelungener 50. Geburstag, für den ich sehr dankbar bin.

Anja Kolberg

P.S. Wer die Torte auch mal zubereiten mag, hier der Rezeptlink. Ich habe von allem etwas mehr gemacht und in die Glasur noch Erdnüsse rein gegeben. Die waren das Tüpfelchen oben drauf.

P.P.S. Vielleicht bald mehr zu unserem Ausflug in die Natur. Die momentane Situation raubt mir Konzentration und Energie, deswegen bin ich wenig am Schreibtisch. Viel weniger produktiv, als ich gerne wäre... Was geht, ist Praktisches machen. So auch jetzt, nachdem Schreiben dieses Artikels. Wir werden auf der Terrasse weiter an den Hochbeeten werkeln. Dort ist jetzt am Spätnachmittag die Frühlingssonne und das Arbeiten bei der Kälte ist angenehmer. Also hoffentlich bis bald!

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 31 März, 2020
Thema: Blog - 2020, 1. Halbjahr, Blog - Kleines Glück im Alltag
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Für die Rebellin in uns

Die Rebellin in mir  

“Good Night for Rebel Girls” ist ein Buch über 100 außergewöhnliche Frauen, die etwas bewegt haben. Die Hindernisse überwunden haben, manches mal die erste waren unter Männern ... Rebel Girls, der Titel inspirierte mich zu der Frage, wann und wo ich rebelliere.

Protest und Rebellion müssen nicht immer laut sein. Wir alle haben mehr Macht, als wir denken, um uns für die Dinge einzusetzen, die uns wichtig sind. Schon kleine Schritte im Alltag machen möglich, die Welt ein Stück heller zu machen.

Gegen was hab ich rebelliert?

Zwei Dinge fallen mir spontan ein:

Als etwa Zehnjährige hab ich nicht eingesehen, warum nur Jungs Messdiener sein durften. Was sollte an ihnen besser sein als an uns Mädchen? Ich wollte das auch machen. “Das ist nunmal so”, wollte ich nicht stehen lassen und wenigstens dem Pater meine Meinung vortragen. Der Protest mehrerer Mädchen hatte Erfolg: Ab da war das nicht mehr das Hoheitsgebiet der Jungs. Strike!

Demo Atomkraft nein danke

Ganz allein zu meiner ersten Demo zu gehen hat mich viel Überwindung gekostet. Doch der Atomunfall von Fukushima 2011 war so ein einschneidendes Ereignis für mich, dass ich meine Angst überwand.

Meine Wut und Energie nutzte ich, um zwei grundlegende Dinge zu ändern:

1. Weg vom Atomstrom hin zu einem Ökostromanbieter, der uns inzwischen auch mit Gas beliefert. [utopia.de bietet z.B. nachhaltige Kaufberatung zu Ökostromanbietern.]

2. Der Wechsel zu einer nachhaltigen Bank mit Negativkriterien für ihre Investitionen. Dazu zählen u.a. keine Rüstungs- und Atomgeschäfte, Tierversuche, Zerstörung von Ökosystemen oder Kinderarbeit.

[Tipp: Urgewald macht mit ihrem Ansatz „Follow the Money“ die Finanzierung von Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen sichtbar und setzt dort an, wo wir eine Einwirkungsmöglichkeit haben: Beim Geld. Sie empfehlen zum Zeitpunkt dieses Postings 4 Alternativbanken, die ihren Richtlinien entsprechen.]

Deine stärkste Macht

Wir alle haben eine besonders starke Stimme:

Unsere Entscheidung, wofür wir jeden unserer Euros ausgeben. Wir bestimmen damit, wem wir die Macht geben, worin investiert wird. Mit meinem Anbieterwechsel setze ich mit jeder Abschlagszahlung, mit jeder Gebührenzahlung meine Stimme ein.

Es gibt noch so viele Bereiche, wo ich mich anders entscheiden könnte, zum Beispiel für bessere Arbeitsbedingungen (fairer Handel), für bessere Umweltbedingungen (bio) ... Doch im Moment will ich stolz sein, auf das, was schon geht, ohne auf das zu schielen, was ich noch nicht umsetzen kann. Jeder noch so kleinste Schritt zählt. Auch, wenn es nur ein einziges mal ist.

Einsatz meiner Macht

Was treibt mich heute noch an?

Mein Mitgefühl mit den Tieren und die Ungerechtigkeit, die ihnen in der Massentierhaltung, auf Transporten, überhaupt als “Nutz”tier widerfährt.

Warum bewegt mich das so? Ich weiß durch unsere Minu, dass Tiere Gefühle haben wie wir Menschen. Sie haben Angst, zeigen Freude, sind in engem Verbund mit ihren Nachkommen, sorgen sich umeinander. Ich hab es einfach nicht mehr übers Herz gebracht, zu wissen, dass sie für meinen kurzen Essgenuss getötet oder von ihren Müttern getrennt werden, wenn es so viel anderes gibt, was ich - dazu auch gesünder für mich und die Umwelt - essen und trinken kann.

Doch bitte, das ist mir ganz wichtig: Fühle dich wegen meinem Weg nicht schlecht, wenn du diesen Weg nicht gehst. Mein ganzes Umfeld ernährt sich normal. Mir ist es ganz wichtig, jeden zu lassen, so wie er is(s)t. Ich brauchte meine Zeit, meinen Weg zu finden und zu gehen. Und den Respekt bringe ich jedem anderen entgegen. Nur weil dieser Weg für mich stimmt, muss er für keinen anderen stimmen.

Mein stiller Protest: Ich lebe seit 2011 mit kleinen Ausreißern vegan (Meine Ethik ... und die Schwierigkeiten danach zu leben), teile immer mal wieder meine veganen Lieblingsrezepte (siehe Blog - Vegane Rezepte) und ich spende für Tierschutzorganisationen. Meine Favoriten sind

  • der Gnadenhof Melief -
  • Animals Angels, die sich für die Abschaffung von Tiertransporten und den Schutz der Nutztiere einsetzen
  • und Equiwent, Hilfe für Tiere und Menschen in Rumänien durch den engagierten Hufschmied Markus Raabe

Viele kleine Leute ...

Das muss nicht immer ein großer Einschnitt sein. Eine kleine Veränderung kann schon so viel bewirken.

Mir macht es auch Spaß, an Petitionen bei Avaaz (mit Bürgerstimmen politische Entscheidungen weltweit beeinflussen) oder Rettet den Regenwald teilzunehmen und so meine Stimme einzusetzen. Es ist toll zu sehen, welche Macht wir haben, wenn wir uns zusammenschließen.

Ich bin mir sicher, auch du rebellierst gegen etwas, richtig?

In Liebe für die große Kraft in uns

Anja

PS: Das Buch "Good Night Stories for Rebel Girls" kann ich sehr empfehlen. Nicht nur für Mädchen und Teenager eine Quelle an Ermutigung für den eigenen Weg, sondern auch für mich als Erwachsene eine Inspirationsquelle. Toll auch die vielen unterschiedlichen Illustrationen der Frauen, die die Vielfalt der Künstlerinnen auf der ganzen Welt zeigen.

[Alle Nennungen/Verlinkungen aus eigenem Antrieb, keine Kooperation, kein Auftrag]

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 26 Februar, 2020
Thema: Blog - 2020, 1. Halbjahr, Blog - Gedanken über ....
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