Trost in der Natur

Tränen von der Natur heilen lassen

Mittwoch früh war ich nicht gut drauf. Traurigkeit umhüllte meine Seele.

Was mir dann hilft:

  • Zeit und Ruhe in der Natur
  • Mir alles von der Seele schreiben oder sprechen oder malen
  • Nach innen schauen, mich um mich kümmern.

Es gibt noch mehr, was mir dann hilft, doch diese drei Punkte habe ich an diesem Morgen umgesetzt.

Hab meine Walkingklamotten angezogen und bin zu einem Weiher gefahren, wo weniger los ist, als auf meiner üblichen Strecke, so dass ich wenigen Menschen begegne und meine Tränen laufen lassen kann.

So konnte ich meinen Gefühlen und Gedanken Raum geben.

Ich hab mich auf einen Steg gesetzt, wo ich alleine war. Einfach da sein. Die Natur beobachten. Atmen.

In der Natur sein

Hab die Kastanienallee gegenüber beobachtet, wie sich die Blätter langsam verfärben, sich das Laub vom Blau des Himmels abhebt und im Wasser spiegelt. Beobachtete kleine Fische im Wasser, einen Reiher, der auf der anderen Seite des Ufers im Gras landete. Hörte die Fluggeräusche eines Schwanenpärchens, die über mich hinweg flogen.

Dann hab ich mein Handy ausgepackt und eine Sprachnachricht aufgenommen, die ich anschließend einer meiner drei besten Freundinnen schickte. Mir hilft diese stille Aufmerksamkeit von ihr.

Ich habe erzählt wie es mir geht und einen Dialog mit meinem Inneren geführt. Mit den traurigen und mit den weisen, starken Anteilen in mir gesprochen. Geforscht nach der Ursache. Mich besser verstanden. Mir Mut gemacht.

Danach ging es mir besser. Ich bin ruhiger geworden, innerlich friedlicher. Aufatmen. Ich bin so dankbar für den Heilort meiner Seele: Die Natur. Und für die Werkzeuge, die ich mir all die Jahre erarbeitet habe, die mir helfen, wieder froh zu sein.

Wie oft schon bin ich mit Tränen losgegangen und kam mit gelöster Stimmung zurück.

Ein wunderbarer Ort zum Sein.

Anja - unterwegs auf der Achterbahnfahrt des Lebens, mit dem Wunsch, mich selbst zu lieben und immer mehr ich selbst zu sein.

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 17 September, 2020
Thema: Blog - 2020, 2. Halbjahr, Blog - Dunkle Tage, Blog - Innere Stimme
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Sinn des Lebens

Sinn des Lebens

Da frage ich mich schon einige Zeit nach dem Sinn meines Lebens, finde in mir keine befriedigende Lösung ... und entdecke zufällig eine Antwort von 2006 auf einer meiner Postkarten, in denen ich meine Coaching-Erfahrung verarbeitet habe.

Die Tage zuvor war mir als Sinn nur eingefallen, für andere hilfreich sein zu können.

Den Blick auf mich selbst zu lenken, für mich da zu sein, daran habe ich nicht gedacht. Mir gefällt meine 14 Jahre alte Antwort.

2006 steckte ich nach 8 wunderbaren Jahren Coaching und Workshops rund um die berufliche Selbstfindung und Veränderung mitten in einem Burnout, hatte keine Kraft mehr für andere, obwohl ich die Arbeit liebte, die Gespräche mit meinen Klient*innen so sinnig waren.

Ich sprach mit meinem Mann, was er davon halten würde, wenn ich 3 Monate keine Dienstleistungen anbieten würde. Wir müssten dann von einem Gehalt leben, meine Rücklagen anbrechen.

Für ihn war das völlig ok. Ich war mir selbst die harte Verhandlungspartnerin. Würde ich das können: Mich fallen lassen, vertrauen? Ich hatte immer mein eigenes Geld verdient, war unabhängig gewesen.

Mein Körper, meine Seele ließen mir keine Wahl. Ich kündigte die schönen Räume meiner Coachingwerkstatt in Köln-Zollstock.

Ich schrieb meine Klient*innen an, verkündete auf meiner Website, dass ich eine Pause von Coaching und Workshops mache, um ein klares Zeichen zu setzen, zur Ruhe zu kommen und nicht durch Anfragen immer wieder vor der Überprüfung stehen: Will ich vielleicht doch?

Parallel hatte ich 2006 mit dem Schreiben eines Blogs hier auf meiner Seite frauencoaching.de begonnen, im Jahr zuvor meinen ersten Kalender entworfen, drucken lassen und mit überraschendem Erfolg an meine Klienti*nnen und Empfänger*innen meines Newsletters verkauft.

Aus drei Monaten Abstand wurden 14 Jahre. Bis heute habe ich keine Coachings und Workshops mehr angeboten, nur wenige Stammkundinnen betreut.

In der Zwischenzeit ist unglaublich viel passiert:

Ich habe zwei Therapien gemacht, viele psychologische Bücher durchgearbeitet, mich im Blog in über 1100 Beiträgen frei geschrieben, in über 2000 Illustrationen mit Lilo freigezeichnet und in Fotografieren Stimmungen der Natur eingefangen.

Aus den Erkenntnissen meines Entwicklungsprozesses und Fotos entstanden 25 Tischkalender, 2 Wandkalender, 40 Postkarten … Ich habe einen Roman fertig geschrieben, aber dann nicht so überarbeiten können wie ein guter Verlag das wünschte. Ich hatte Zeit, Ferien bei meiner Familie auf dem Land zu verbringen und dadurch begonnen, die Geschichte meiner Großmutter aufzuschreiben, zu recherchieren, mit ihr viele Interviews zu führen.

Meine Hochsensibilität habe ich 2007/2008 entdeckt, so vieles aufgearbeitet, versucht mit der Autoimmunerkrankung Hashimoto umzugehen, mit traurigen Gedanken und Gefühlen. Veganerin zu werden ließ einige Traurigkeit von mir abfallen, weil ich nicht mehr gegen mein Gefühl handelte. Ich wurde Heilpraktikerin für Psychotherapie, denn die Hoffnung mit Coaching und Workshops wieder zu beginnen, war weiterhin da.

Doch mein Körper gab immer wieder Warnsignale ab. Brainfog, Konzentrationsprobleme, Energietiefs ließen mir oft keine Chance, zu arbeiten. Wechseljahressymptome lösten PMS ab. Depressive Stimmungen begleiten mich. Kein Facharzt konnte helfen, tiefe Verzweiflung. Lipödem kam Ende 2016 als Diagnose oben drauf. Und endlich traute ich mich 2018 meine Therapeutin nach ihrer Diagnose zu fragen. Dysthymia, eine leichter verlaufende Form der Depression, bei der der Alltag noch zu bewältigen ist, dafür langwierig ist. Dies zu hören, tat mir so gut. Ich bildete mir das nicht ein, stellte mich nicht an.

Leise entstand aus tiefster Verzweiflung ein Weg aus vielen kleinen Schritten. Ich ließ Zucker und Gluten weg, fand weitere wichtige Hilfen für meinen Körper, verlor 40 kg in einem Jahr (von denen jetzt wieder einige drauf sind, was ok ist). Meine Konzentration ist wieder da, meine Energie zurück. Meine körperliche und seelische Gesundheit steht auf stabileren Beinen, als 2006. Ich atme durch und stehe jetzt wieder an einer Weggabelung.

Ich habe entschieden, für 2021 keine neue Kalenderkollektion zu machen, obwohl ich diese Arbeit liebe. Es ist Zeit für eine Veränderung. Das habe ich in den letzten Wochen meinen Kund*innen über meine Newsletter mitgeteilt. Wohin es geht, weiß ich nicht. Ich schließe erst einmal das Alte ab, räume auf, lasse los.

Mein innerer Antrieb war die letzten Jahre, mich selbst zu verstehen, warum bin ich wie ich bin? Warum sind andere wie sie sind? Wie kann ich andere ihr Leben leben lassen und mich auf mich, meine Bedürfnisse konzentrieren? Mir ist wichtig, zu heilen und mir selbst eine gute Mutter zu sein. So viele Tagebuchseiten habe ich gefüllt, tiefe Täler durchschritten. Ich habe viele Antworten gefunden, die Erkenntnisse in meinen Printprodukten geteilt, mich mehr lieben gelernt und bin immer noch auf meinem Weg unterwegs.

Das sind kleine Ausschnitte vom auf und ab meiner Jahre.

Der größte Akt der Liebe ist mir die Zeit zu geben, die ich wirklich brauche. Auf meine Frage inmitten meiner Zweifel nach dem Sinn finde ich nun durch das Loslassen meiner kleinen Manufaktur Hilfe in dem, was ich einst aufschrieb wie in dieser Postkarte oben. Das tut mir gerade sehr gut.

Bin ich schon ganz ich selbst? Nein. Ich bin mir die letzten Jahre sehr viel näher gekommen, aber es liegen noch viele Schichten dazwischen.

Mir Zeit zugestehen. Immer wieder ein Thema für mich. Inne halten. Atmen. Hinschauen. Mich annehmen. Ich bin auf dem Weg.

Anja, unterwegs durch den Dschungel des Lebens

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 14 September, 2020
Thema: Blog - 2020, 2. Halbjahr, Blog - Berufl. Orientierung, Blog - Mich selbst annehmen
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Vegane, glutenfreie Zucchini-Puffer
Super einfach und lecker!

Vegane Zucchinipuffer  

Die Zucchini im Hochbeet wuchs und wuchs. Hm, für Rohkost ist sie nicht mehr so geeignet, weil die Schale zu hart war und sie einfach nicht mehr so lecker schmecken.

Was daraus aber prima gemacht werden kann, sind Zucchini-Puffer. Hm, aber ein Rezept, das ohne Weizenmehl auskommt und ohne Eier? Wenn ja, wie geht das?

Zucchini Ernte

In dem Buch “Vegane Glücksküche”, das ich mir vor einigen Jahren kaufte, fand ich wahrhaftig ein Rezept, das vegan und glutenfrei ist, wenig Zutaten hat und einfach zuzubereiten ist. Juchu!

Die Puffer waren so unglaublich lecker, dass mir gerade beim Schreiben schon wieder das Wasser im Mund zusammen läuft. Sie schmecken auch kalt, sie lassen sich einfrieren, sind schnell im Backofen erwärmt …

Nun wollte ich das Rezept gerne teilen, weil ich so begeistert war, aber auch Rezepte sind urheberrechtlich geschützt. Das Buch empfehlen wäre eine Option, aber es ist nur noch gebraucht erhältlich. Was tun?

Ich bin mit Daniela Friedl, der Autorin in Kontakt getreten, ob es in einem ihrer anderen Kochbücher enthalten ist. Leider nein. Aber Daniela hat mir erlaubt, das Rezept zu posten. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn auch sie genießen Urheber- und Nutzungsrechte!

Deswegen: Vielen Dank, liebe Daniela.

Hier ist das Rezept für euch zum Ausprobieren:

Rezept Zucchinipuffer

Ich habe es schon viele Male gemacht und kann nicht genug davon bekommen. Alle sind begeistert, selbst mein Mann, der nicht vegan unterwegs ist und Gemüse gegenüber eher abgeneigt, liebt sie. Ich könnte mir vorstellen, dass sich die Gemüsesorten variieren lassen, also Möhre-Kartoffel könnte ich mir auch vorstellen. :-)

Oft nehme ich die mehrfache Menge (eine Zucchini hatte 1,5 kg) und entsprechend mehr Kartoffeln dazu. Als Mehl nutze ich Kichererbsen- und Buchweizenmehl, das ich nach Gefühl mische. Durch das Mehl dickt die Flüssigkeit an und ich kann alles verbraten, also ich schütte keinen Sud weg, der ja rasch entsteht.

Lasst es euch schmecken und schaut mal bei Daniela vorbei. Bei ihr findest du viele vegane, gluten- und sojafreie Rezepte und Bücher, die sie auch direkt verschickt: vegane-hausmannskost.com

Mehr vegane Rezepte findest du in dieser Rubrik: Blog - Vegane Rezepte 

Viele Grüße,

eure Anja

P.S.: Warum veröffentliche ich Rezepte? Ich freue mich, wenn dadurch Tiere leben dürfen und Menschen glücklich sind, weil sie für sich und (vegane) Gäste leckere Ideen bekommen. Das macht das Leben für uns alle einfacher.

Seit 2012 bin ich aus Mitgefühl mit den Tieren vegan lebend. Seit 2017 aus gesundheitlichen Gründen glutenfrei und zuckerfrei unterwegs. So begann mein veganer Weg.

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Samstag, 12 September, 2020
Thema: Blog - 2020, 2. Halbjahr, Blog - Vegane Rezepte
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Geröstete Tomatensuppe/-soße
Einfach und lecker!

Tomatensuppe

Ich liebe Tomaten. Du auch? Zur Erntezeit hatte ich im neuen Hochbeet saftig reife Tomaten zu hauf. Sie werden gleich vom Strauch weggenascht.

Nun hatte der Biohof, der uns einmal die Woche mit der Gemüse-/Obstkiste beliefert so nett über den benachbarten Biobauern geschrieben, der ihnen die Tomaten liefert.

Er würde alleine, sobald es hell wird die Früchte ernten. Seine Tomaten stünden noch mit den Füßen in der Erde und nicht in einer Nährlösung wie das wohl sonst verbreiteter ist. (Gruselig, oder?) Und den Unterschied würde man schmecken. (Nebenbei tolles Storytelling.)

Das gefiel mir. Obwohl ich eigentlich gerade genug Tomaten für mich im Hochbeet habe, wollte ich ihn unterstützen und bestellte ein Kilo Tomaten. Dafür würde ich schon ein Rezept finden.

Zwei Tage später schickt mir meine Tante einen Rezeptlink über 'geröstete Tomatensuppe aus dem Ofen' von der Seite mariaesschmecktmir.com. (Rezept habe ich gleich verlinkt.) Ob das nicht was für meine Tomaten sei? Was für ein Zufall.

Ich war hin und weg, als ich es ausprobierte. Die Suppe war so cremic und lecker!

tomatensuppe

Damit es zuckerfrei ist, nehme ich statt Zucker Agavendicksaft oder ein paar getrocknete Datteln. Da ich die Suppe im Hochleistungsmixer püriert habe, brauchte ich sie nicht durch ein Sieb passieren wie im Rezept angegeben. Die Kräuter waren dadurch nicht mehr ertastbar.

Mit weniger Flüssigkeit habe ich das Rezept auch schon als Ketchup ausprobiert.

Tomatensuppe

Das Rezept ist durchaus was für Gäste, als Vorspeise für Weihnachten oder als Soße zu Nudeln - dann mit gerösteten Pinienkernen als Topping.

Tomatensoße mit Nudeln und Pinienkernen

Falls du glutenfreie/vegane Nudelnsorten suchst - diese schmecken mir (ist nicht selbstverständlich, habe schon einige gestestet): Barilla bietet glutenfreie an (hellblaue Verpackung) und von DM gibt es Bio-Spirelli in der glutenfreien Abteilung.

Eingefroren

Ich habe einen Teil eingefroren und freue mich schon auf den Moment, den unglaublichen Geschmack des Sommers so zurück zu holen.

Also auf zum Biobauern, Tomaten einkaufen und ausprobieren. Das Rezept ist so einfach!

Lass es dir schmecken!

Mehr vegane Rezepte findest du in dieser Rubrik: Blog - Vegane Rezepte 

Deine

Anja

P.S.: Ich freue mich, wenn durch solche Rezepte Tiere leben dürfen, weil sie nicht mehr gegessen werden und Menschen glücklich sind, weil sie für sich und (vegane) Gäste leckere Ideen bekommen.

Seit 2012 bin ich aus Mitgefühl mit den Tieren vegan lebend. Seit 2017 aus gesundheitlichen Gründen glutenfrei und zuckerfrei unterwegs. Wie ich vegan wurde: Meine Ethik ... und die Schwierigkeiten danach zu leben Mehr Blog - Vegane Rezepte (ab 2017 zucker- und glutenfrei) und die Geschichte meines Körpers: Blog - Körper & Schmerzen (die aktuellsten Beitrag stehen ganz oben).

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Samstag, 12 September, 2020
Thema: Blog - 2020, 2. Halbjahr, Blog - Vegane Rezepte
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Lesetipp: Romanserie über eine mutige, junge Frau in der NS-Zeit. Seidenstadt-Saga.

Die wahre Geschichte von Ruth Meyer

Über eine junge Frau, die mutig ist, obwohl sie Angst hat. Das macht mir als Leserin Mut!

Behütet wächst Ruth in den 1920er Jahren in Krefeld in einem wohlhabenden Elternhaus mit ihrer jüngeren Schwester Ilse auf. Sie geht auf eine höhere Mädchenschule, ist schlau und beliebt und es stört keinen, das sie die einzige Jüdin in ihrer Klasse ist. Dann kommen die Nazis an die Macht und immer schneller und dramatischer verändert sich die einst so heile Welt für Ruth, ihre Familie, Großeltern und Freunde.

Manche aus der Gemeinde beschließen auszuwandern, andere denken, es wird nicht so schlimm kommen. Sie alle sind in erster Linie Deutsche, arbeiten, sind Teil der Gesellschaft und gehören nebenbei dem jüdischen Glauben an, (so wie ich den katholischen Glauben hineingeboren wurde). Deswegen können sie sich nicht vorstellen, dass ihnen etwas schlimmes widerfahren kann.

Wir sind mitten dabei, als sich Ruth verliebt, sich die Ereignisse dann in Deutschland überschlagen und ihr Heim und ihrer aller Leben in Gefahr ist. Werden sie das alle überleben? Wie?

Die vier Bände rund im das reale Schicksal der Familie Meyer sind in dieser Reihenfolge aufeinander aufgebaut: “Jahre aus Seide”, “Zeit aus Glas”, “Tage des Lichts” und “Träume aus Samt”.

Es ist lange her, dass ich viermal jeweils etwa 500 Seiten in einem so hohen Tempo weg gelesen habe und kaum erwarten konnte, dass der letzte Band endlich erscheint. Ich habe so viele Notizen am Rand gemacht für gute Stellen. Minimale Längen gibt es zu Beginn des ersten Bandes - darüber unbedingt einfach hinweg lesen. Es lohnt sich.

Vermutlich sind den Tagebucheintragungen von Ruth sowie dem Recherche Talent der Autorin und weiterer HelferInnen die so anschaulich dargestellten Lebenseinblicke in die damalige Zeit zu verdanken. Wenn ich Deutsch- oder Geschichtslehrerin wäre, ich würde meine zehnte oder höhere Klasse diese vier Romane lesen und besprechen lassen.

Wenn reale Ereignisse mit sympathischen Charakteren verknüpft sind, machen sie etwas mit uns. Es sind nicht mehr einfach nur Fakten über etwas, das einmal passiert ist. Wir haben diese Menschen ins Herz geschlossen, als wäre es unsere Familie und wir wollen, dass es ihnen gut geht. Ulrike Renk gelingt es vortrefflich und mit erzählerischem Talent historische Ereignisse sowie Sitten und Gebräuche in die Geschichte einzuweben. Geschichte wird erfahrbar.

Besonders mag ich auch immer die Hintergründe eines Buches. Auch dazu erfahren wir in jedem Band etwas, was für mich sogar noch umfangreicher sein könnte. Fast schon unglaublich ist die Geschichte wie die Romane überhaupt zustande gekommen sind: Durch eine zufällige Begegnung in der Villa Merländer - dem heutigen NS-Dokumentationszentrum in Krefeld, einst das Haus des Seidenstoff Großhändlers Richard Merländer, einem Nachbarn von Ruths Familie - und dem beherzten Handeln von Ulrike Renk (mehr dazu im Buch). Es scheint fast, als wurde sie von Ruth geführt.

Ich wünsche mir, Ruths Gesicht und das ihrer Familie eines Tages auf einem Foto zu sehen, einige Tagebucheinträge zu lesen. Was ein Glück, dass sie ihre Erlebnisse aufgeschrieben hat. Es wäre toll, mehr zu lesen, zu erleben: Ein Ruth-Meyer-Gedenkraum mit all den Informationen stelle ich mir gerade vor. Mehr: https://villamerlaender.de

Das ist nicht nur eine hervorragend unterhaltsame Romanserie - es ist vor allem das Eintauchen in die deutsche Vergangenheit. Für das Erinnern und gegen das Vergessen. Für mich ist genau das ganz hohe Kunst: Edutainment - also Wissen unterhaltsam transportieren. Ulrike Renk ist darin eine Meisterin. DANKE!

Liebe Ulrike Renk,

gerade habe ich den Deckel von Band 4 “Träume aus Samt” der Seidenstadt-Saga zugeklappt. Mein Gesicht ist noch nass, das Taschentuch neben mir auch. Von mir aus könnte die Geschichte ewig weiter gehen.

Von ganzem Herzen DANKE für all die Stunden, Wochen und Jahre, die Sie für die vier Romane rund um die Erlebnisse von Ruth Meyer und ihrer Familie investiert haben. Jede einzelne Minute war es wert. Sie haben damit ein großartiges Werk für die Menschlichkeit und gegen das Vergessen geschaffen. Ich wurde von Ihnen sehr gut unterhalten, bin ergriffen und habe viel über die damalige Zeit aus Sicht der jüdischen Bevölkerung und auch ihre Bräuche gelernt. Das ist sehr kostbar!

Band 4 macht bei aller Härte der Geschichte Hoffnung. Das Leben war grausam, es ist nicht wieder gut zu machen und dennoch gibt es auch Gutes, das ihnen widerfährt. Ich habe so oft: “Ist das schön!” an den Rand geschrieben und auf Seite 400: “Liebe Ulrike Renk, ich möchte Sie mal feste lieb halten für dieses tolle Buch! Danke!” - was ich mir hiermit in Gedanken vorstelle.

Möge die Geschichte viele Herzen berühren, zum Mitfühlen bringen und so dafür sorgen, dass sich Ruths und Ilses Wunsch für immer erfüllt.

Bitte hören Sie nie auf zu schreiben, liebe Frau Renk! Folgen Sie weiter Ihren beherzten Impulsen. Sie tragen wundervolle Früchte!

Ihre bisherige Arbeit kenne ich nicht, doch Sie haben mich darauf sehr neugierig gemacht. Ich mag wie Sie wahre Geschichten und freue mich sehr, dass es Ihnen auch in Ihren Büchern ebenso geht.

Ihr neuer Fan

Anja Kolberg

P.S.: Weitere Besprechungen rund um wahre Schicksale im 2. Weltkrieg:
Die Nachtigall. Roman 
Eine einzigartige Lektion in Menschlichkeit. Roman 
Lumpenball: Historischer Roman 
Filmtipp: Ein verborgenes Leben 

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 25 August, 2020
Thema: Blog - 2020, 2. Halbjahr, Buch: Schmöker
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Durch Dankbarkeit auf gute Gedanken kommen

Dankbarkeitsbuch

Was bringt mir das Führen eines Dankbarkeitsbuches?
Aufschreiben, wofür ich dankbar bin, hilft mir, meine Gedanken auf das Gute in meinem Leben zu lenken. In dieser Zeit grüble ich nicht und mache mir keine Sorgen. Ich starte mit guten Gefühlen in den Tag und das strahlt positiv auf meine Stimmung und die Ereignisse des Tages aus.

Beispiel: Wenn ich lächle, lächeln Menschen zurück. Schaue ich sie wütend, sorgenvoll, aggressiv an, werden sie wahrscheinlich nicht zurücklächeln. So ist es auch mit den Gefühlen:

Je mehr positive Gefühle ich erzeuge, desto mehr ziehe ich davon an, kommen zu mir zurück. Es lohnt sich also, diesen Weg zu beschreiten, um einfach einen guten Start zu haben. Das bedeutet nicht, alles andere aus dem Leben zu verbannen. Es bedeutet eher: Bewusst einen positiven Akzent zu setzen.

Dadurch, dass mir durch das Aufschreiben bewusster wird, was mir gut tut, werde ich auch darauf achten, es öfter in mein Leben zu holen. Und das macht wieder gute Stimmung! Und ich lerne mich selbst besser kennen.

Ich wertschätze, was ich habe und schaue weniger auf das, was mir noch fehlt. Das macht mich zufriedener, glücklicher. Ich empfinde weniger Stress und das wirkt sich positiv auf meine Gesundheit aus.

Wie ich das mache?
Ich habe mir ein eigenes Danke-Buch zugelegt. Im Schreibwarenladen nach schönen Kladden/Notizbüchern gesucht, meines gefunden und innen die erste Seite schön gestaltet. (Foto). 10 Punkte, für die ich dankbar bin, schreibe ich auf.

Wann schreibe ich?
Ich mache die Übung am Morgen, da ich dann am meisten Ruhe empfinde. Es ist aber auch schön, sie am Abend als Rückschau auf den Start zu machen. Ich habe damit 2012 begonnen, in langen Abschnitten täglich, aber dann viele Monate pausiert. Ich habe die Tage, an denen ich aufgeschrieben habe, durchnummeriert. Heute (14.8.20) bin ich bei 493.

Was schreibe ich auf?
Ich beginne mit: “Ich bin dankbar für ……” oder “Danke für ….” und beende den Satz mit “..., weil…”. Ich füge also hinzu, warum ich dafür dankbar bin. Damit verbinde ich mich noch mehr mit dem Guten, als würde ich es vernetzen. Immer mehr fällt mir ein.

Beispielsätze:

  • Ich bin dankbar für meine Gesundheit, weil sie keine Selbstverständlichkeit ist.
  • Ich bin dankbar für die freie Zeiteinteilung, weil ich auf meine Bedürfnisse eingehen kann.
  • Danke für Blumen in meinem Garten, sie machen mich froh.
  • Danke für den Kontakt mit ….. Bei ihr kann ich ganz ich selbst sein.

Anregungen und Fragen, die helfen auf Ideen zu kommen:

  • Was ist selbstverständlich in meinem Leben, aber für andere nicht? (z.B. Ressourcen wie Nahrung, Freiheit, Bildung, Unterkunft, Familie, Arbeit, Beziehungen, Gesundheit, Urlaub, Freunde, Mobilität …)
  • Wer tut mir in meinem Leben gut und warum empfinde ich das so?
  • Was hat mir gestern gut getan oder Freude - warum?
  • Was habe ich erreicht, überwunden, geschenkt bekommen - warum bedeutet mir das soviel?
  • Was mag ich an mir - warum?
  • Was mag ich an meinem Partner, wie unterstützt er mich - warum ist das wichtig für mich?

Danke für das Glück

Ursprünglich fand ich die Anleitung 2012 im Buch “The Magic” von Rhonda Byrne. Inzwischen überfluten Dankbarkeitstagebucher (neudeutsch: Gratitude Journals) und deren Anleitungen den Markt. Ein Glück für unsere Gesundheit!

In Byrnes Buch fand ich eine tolle Idee: Mich vorweg für etwas zu bedanken, das ich so in mein Leben ziehen kann. Ich habe damit wirklich schon Erfolg gehabt! Beispiel: "Danke für die guten Nachrichten, die mich heute erreichen werden." Auf dieser Idee basierte auch das Kalenderblatt aus August 2017 im Tischkalender "Ganz ich selbst sein". Es macht einfach Spaß und tut gut, so Glück und Freude zu säen.

Viel Freude beim Ausprobieren!

Deine Anja

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 14 August, 2020
Thema: Blog - 2020, 2. Halbjahr, Blog - Achtsamkeit
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