Sommeranfang - das Leben feiern: Räuchersticks und Rituale. Mit Anleitung

Mittsommer Räucherstick erstellen

Ich liebe alte Bräuche wie die Sommersonnenwende (20.6.2020 um 23:43Ihr).

Zur entgegen gesetzten Wintersonnenwende vor Weihnachten (der Zeit rund um die längste Nacht) ziehe ich mich schon seit einigen Jahren zurück und zelebriere die Rauhnächte mit Tagebuch schreiben, Innenschau, Meditation, Tarotkarten ... Aus diesen dunklen Nächten gewinne ich wertvolle Impulse für das neue Jahr.

Das liegt wahrhaftig schon 1/2 Jahr zurück und jetzt zum Zeitpunkt des Schreibens haben wir den längsten Tag 2020. Mittsommer!

Bisher habe ich dies Datum nicht groß beachtet und hatte spontan Lust, mich auf Instagram unter den Begriffen #sommersonnenwende und #neumond (21.6.20) inspirieren zu lassen. Hach, so schöne Texte und Ideen.

Räucherstick für den Winter

Besonders fasziniert hat mich die Idee einen Räucherstick aus Sommerblüten und -kräutern zu machen, die mich in den dunklen Nächten an die Kraft des Sommers und des Lichts erinnern. Tolle Inspiration von Jenny aus Berlin. Diesen Stick könnte ich super für die Rauhnächte nutzen, denn zu dieser Zeit wird zum Räuchern besonders eingeladen. :-)

Genau mein Ding: Natur, Kräuter, Blüten und damit was basteln! Also los!

Ich streifte durch meinen Garten und sammelte rein meiner Intuition folgend für meine Räuchersticks: Frauenmantel, Blätter und Blüten, Salbei, Rosmarin, Rosenblüten, Ahornblüten, Lavendel, Hortensienblüten, Hornveilchen und eine Seerose.

Mittsommer Räucherstick erstellen

Ich hatte keine dünne, plastikfreie Kordel da, also nahm ich weißes Baumwoll Nähgarn vierfach. Machte unten einen Knoten rein, damit eine Schlaufe fürs Aufhängen da ist.

Dann habe ich die grünen Kräuter in die Mitte genommen und damit es schön aussieht, nach und nach die Blüten rundherum gelegt und mit dem Faden fixiert. Fertig! Ausführlich kannst du das bei Jenny nachlesen.

Mittsommer Räucherstick erstellen

Himmel, hat das Spaß gemacht. Die Sticks hänge ich jetzt unterm Dach auf, wo sie trocknen können und ich freue mich jetzt schon auf den Winter. Tolles Gefühl!

Mittsommer Räucherstick erstellen

Ich bin keine Räucherexpertin, mal sehen, wie es duften wird. Der Stick von Jenny war enger gebunden, aber ich wollte die Spitze mit den Blüten so schön offen lassen. Mal sehen, ob es hält. Hach, ich liebe solche Experimente!

Meine Lust ist geweckt, mich nun auch mit der Mitte des Jahres intensiver auseinander zu setzen. Denn auch für die Innensicht und Selbstreflexion ein tolles Feld!

Den Nachmittag waren wir unterwegs und als wir abends nach Hause kamen, war ich in der richtigen Stimmung, mich einem weiteren Thema dieser Wendezeit zu widmen: Der seelischen Seite!

Mittsommer Räucherstick erstellen

Loslassen & Wünsche

Noch in der Nacht habe ich in mein Tagebuch geschrieben, was ich loslassen und nicht mit in den Sommer hinein nehmen will.

Tagebuch schreiben

Beispiele, was ich nicht loslassen will: Mich klein zu machen. Die Angst, faul da zu stehen, wenn ich mal nichts mache. Mich für das Wohlbefinden anderer verantwortlich fühlen und mich deswegen zurücknehmen. Loslassen, anderen gefallen zu wollen um geliebt zu werden. Mich schlecht fühlen, weil ich in größeren Runden still bin (...)

Parallel habe ich notiert, was ich mir für mein Leben wünsche: Mich und meine Erfolge zu feiern, genießen im Mittelpunkt zu stehen, an mich selbst glauben, mich und meine Wünsche lieben und ernst nehmen (...)

Ich hatte in dieser Nacht wirklich einen Schreibflash und 18 Seiten gefüllt! Mir wurde klar, dass die Zeit wirklich Kraft hat wie die Rauhnächte, wo ich ein mehrtägiges Schreibritual mache.

Und nun? Zum Ritual gehört, diese Zettel anschließend zu verbrennen, aber ich bin eine Bewahrerin, will nachschauen können, was ich schrieb. Das Verbrennen finde ich auch wichtig. Hm, was tun? Lösung: Die Seiten fotografiert und auf 3 Seiten als Collage ausgedruckt.

Wünsche und Loslassen

Jeden Ausdruck gab ich dann in unterschiedlichen Farben mit einer 8 bemalt, als Zeichen der Unendlichkeit.

Dann eines mit einigen Blüten aus dem schönen Strauß befüllt, den ich mir in der Woche als Ermutigung für meine Andersartigkeit gekauft hatte.

Ich darf sein wie ich bin Strauß

In das zweite Blatt habe ich etwas mir Kostbares gelegt, das ich bereit bin, loszulassen. Das war ein Aquarell, das ich gemacht hatte. Sinnbildlich steht das für mich als Bereitschaft, etwas einzusetzen, um Platz für Neues zu schaffen.

Das dritte Blatt knüllte ich ohne Füllung zusammen, als Zeichen für das süße Geheimnis, das Ungewisse, das Neue das zu mir kommt.

Loslassen durch Verbrennen#

Im Kaminofen habe ich dann die 3 Blätter angezündet und zugeschaut, bis alles verglüht war. Es war schon halb 3 in der Nacht und es stimmte so sehr, das noch zu machen, obwohl mir die Augen zufielen. Ein Ja zu mir, zum Jetzt, zu meinem Prozess, zu meinem Sein.

WILLST DU DAS FÜR DICH MACHEN?

Das kannst du den ganzen Sommer über machen: Ich habe erfahren, dass die Kelten 12 Tage die Sommersonnenwende feierten. Das war Samstag Nacht (20.6.20, 23.43 Uhr). Wenn du also Lust hast, das Ritual zu machen: Nur zu. Und wenn es noch später ist: Warum nicht einfach an einem schönen Sommertag, wenn das Gefühl stimmt, einen Kranz aus Sommerkräutern und -blüten binden oder einen Räucherstick? Jetzt geht der Sommer ja erst richtig los.

Und Zeit für so eine Schreibübung ist auch immer. :-)

Nimm dir was zu schreiben und notiere, was sich nicht mehr stimmig in deinem Leben anfühlt, was du loslassen willst. Und schreibe dir auf, was du dir statt dessen wünschst. Verbrenne die Blätter dann.

Nun steht dir ein leichterer Sommer bevor und ein Wachsen und Gedeihen deiner Wünsche, wie die Natur uns das gerade zeigt.

Auf dich - auf mich - auf uns wunderbare Menschen, mögen wir unsere Wünsche und Ideen hinaus in die Welt tragen, loslassen, was wir nicht mehr sind und in unserem Tempo immer freier werden für unser wahres Ich, unsere Bestimmung.

Hab einen inspirativen, kraftvollen Sommer, der dich stärkt für deinen ureigenen Weg!

Deine Anja

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 24 Juni, 2020
Thema: Blog - 2020, 1. Halbjahr, Blog - Garten - Sommer, Blog - Zeit für mich
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Trauer ist Leben - Meine Gedanken

Pfingstmontag starb überraschend die Mutter meines Mannes. Tiefer Seufzer. Sie fehlt. Viele Jahre hat sie sich tapfer ihrer Erkrankung gestellt. Der Gedanke, dass ihr weiteres Leid erspart blieb, tröstet ungemein. Ich mochte meine Schwiegermutter, eine freundliche, lustige, herzensgute Frau, die sehr gerne kochte. Dank ihr kann mein Mann so gut kochen. :-) Sie war noch so jung, gerade mal Anfang 70.

Das lässt mich sehr nachdenklich werden. Einige meiner Gedanken, die ich im Zuge der Trauer seit dem hatte, möchte ich mit dir hier teilen:

Trauer ist Leben

Ein geliebter Mensch geht und hinterlässt eine Lücke, verändert den Alltag. Traurigkeit um das, was nicht mehr sein kann. Dankbarkeit für das, was war.

Und die Reflexion des eigenen Lebens: Ist mein Leben erfüllt? Wenn ich heute gehen müsste, wäre ich zufrieden? Oder fehlt etwas? Wie kann ich das in mein Leben einladen, um eines hoffentlich fernen Tages sagen zu können: "Mein Leben war toll und damit bin ich glücklich. Ich habe es genossen und das Geschenk genutzt."

Im Moment bin ich davon entfernt und deswegen bin ich dankbar für die Chance, nun darüber nachdenken zu dürfen.

Trauer ist Schmerz

Schmerzlich wurde mir fünf Tage nach der Todesnachricht beim Renovieren unseres Vordaches bewusst, dass ich mit der Mutter meines Mannes nicht mehr unsere Fortschritte an ihrem Elternhaus per Whatsapp teilen kann. Das hat uns beiden Freude gemacht und ist nun vorbei. An solchen lieb gewonnenen Ritualen spüre ich den Verlust, die Lücke, die Veränderung einer jahrelangen Verbindung. Puh, das hat sehr weh getan und so liefen mir bei der Arbeit viele Tränen die Wangen herab.

So war es auch bei Minu, unserer Hündin nach ihrem Tod, wo es viel mehr Berührungspunkte gab, da sie bei uns im Haushalt lebte: Für alles gab es ein schmerzliches erstes Mal danach. Beim zweiten Mal tat es ein klitze kleines bisschen weniger weh.

Und so wird es auch jetzt sein. Auch wenn es noch viele traurige Momente auch bei den künftigen Renovierungen geben wird. Wir hätten meiner Schwiegermutter gerne noch so viel gezeigt ...

Nun schaut sie aus dem Himmel zu und vielleicht sind wir deswegen trotz einigen Hindernissen große Schritte voran gekommen.

Trauer braucht Respekt  

Trauer ist etwas höchst persönliches und individuelles. Deswegen ist Respekt wichtig für unsere unterschiedliche Art, mit einem Verlust umzugehen.

Jede*r geht mit seiner Trauer anders um. Nur weil sich meine Art zu trauern richtig anfühlt, heißt es nicht, ein anderer Umgang damit ist falsch. Nicht jede*r zeigt seine Trauer durch Tränen, nicht jede*r spricht über seinen Verlust. Manche verarbeiten innerlich, was andere offen zeigen und aussprechen. Die Art, mit der Trauer umzugehen, hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, ob einem der Verstorbene mehr oder weniger wichtig war.

Für mich macht es auch einen Unterschied, wie nahe mir ein Mensch ist, wie die Beziehung war, ob noch etwas offen ist. Die Beerdigung und Trauerfeier meines Opas vor 30 Jahren habe ich durchgeweint, so traurig war ich. Darüber habe ich ja schon mal berichtet.

Und auch die Intensität ist eine andere. Wenn der eine um den Abstieg seines Vereins trauert, ist der Schmerz nicht weniger wert, als wenn der andere um ein geliebtes Tier weint oder wenn das Buch nicht mehr neu aufgelegt wird. Was den einen schmerzt, macht dem anderen nichts oder weniger aus, weil die Beziehung und Verbindung eine andere ist.

Auch der Umgang mit dem Tod und dem Verlust unterscheidet uns: Ablenkung durch Arbeit, Gesprächskreise, schreiben, singen, tanzen, Musik, malen, Sport, Rückzug, schweigen ... Nur weil der eine nach vorne schaut und den Verlust akzeptiert, bedeutet es nicht, dass der andere, der festhält und nicht loslassen kann besser oder schlechter ist oder der zu Betrauernde weniger geschätzt wurde.

Das alles ist Ausdruck unserer Einzigartigkeit, unserer Geschichte, Haltung, unserer Erfahrungen.

Jede Art der Trauer ist ok. Es gibt kein besser oder schlechter. Sondern unzählige Möglichkeiten, damit umzugehen. Sie alle stehen gleichberechtigt neben einander.

Trauer braucht Respekt.

Trauer ist Mut  

"Ihre Asche werden wir im Meer verstreuen", war unser Plan als wir Anfang 2018 darüber nachdachten, was mit unserer Hündin Minu nach ihrem Tod geschehen soll. Und dann passierte etwas merkwürdiges:

Sobald wir ihre Urne beim Krematorium abgeholt hatten und sie bei uns im Auto stand, waren mein Mann und ich ganz ruhig. Wir waren wieder komplett. Unvorstellbar, ihre Asche irgendwo zu verstreuen. Sie gehört zu uns.

Seit dem steht das matt-anthrazit farbene Gefäß mit den goldenen Pfoten auf einem schönen Platz in unserem Haus. Das fühlt sich so stimmig und richtig an wie die Entscheidung, sie gehen zu lassen, als sie uns zeigte, es geht nicht mehr.

Doch nicht jeder kann unsere Entscheidung wie wir mit ihrer Asche umgehen, nachvollziehen. Für uns war Minu eben nicht nur ein Hund. Sie war unser Familienmitglied und 15 Jahre jeden Tag eine treue Begleiterin. Ganz nah an unserem Herzen durch dick und dünn.

So ist Trauer auch Mut, den ganz eigenen, stimmigen Weg zu gehen, auch wenn ihn kein anderer versteht. Wir verstehen ihn und das ist das wichtigste.

Von Herzen wünsche ich dir Mut für deinen Weg, für das, was du brauchst.

Das Leben ist zu kurz für später  

Eigentlich müsste ich im Büro... Nein, nichts muss ich. Das Leben ist zu kurz für später!

Jetzt ist ein guter Moment den Garten bei einem frischen Minztee aus dem Hochbeet zu genießen. Atmen, einfach schauen, Gedanken ziehen lassen, an Rosen schnuppern, was lesen, was quatschen, in der Hängematte schaukeln, Tagebuch schreiben...

Die Arbeit ist morgen auch noch da, aber dieser Wohlfühlmoment ist einzigartig und vergänglich.

Wenn ich ihn nicht auskoste und nachher bereue "ach, hätte ich doch...", warum lebe ich dann, wenn ich die Chancen nicht ergreife, die sich mir jetzt bieten? Keiner sagt mir: "Setz dich hin, genieße dein Leben, mach mehr kleinere Urlaube im Alltag." Es ist meine Aufgabe, das zu tun und gut für mich zu sorgen. Jetzt. Nicht morgen oder erst wenn x und y erledigt sind. Es wird immer etwas nicht fertig sein, es wird immer etwas zu tun geben. Aber das Leben wartet nicht.

Deswegen nehme ich mir heute eine Pause vom Alltag und mache mir eine richtig tolle Zeit. Heute lebe ich so wie ich gerne leben würde.

In Liebe fürs Leben

Anja

... unterwegs auf meinem krummen, wunderschönen Pfad

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 19 Juni, 2020
Thema: Blog - 2020, 1. Halbjahr, Blog - Dunkle Tage
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Lilo zum Leben erweckt - Ganz besondere Neuigkeiten

Seit Jahren träume ich davon, Lilo nicht nur digital mit der Maus in Photoshop und als Aquarell aufs Papier zu zeichnen, sondern sie wahrhaftig als dreidimensionale Figur zum Leben zu erwecken.

Wie ich das geschafft habe, davon erzähle ich dir hier:

Lilo will leben

Wer ist Lilo? Sie ist mein Mini-Ich und noch ein bisschen mehr. Lilo ist ehrlich, direkt und zeigt ihre Gefühle und Gedanken ohne Hemmungen. Was ich mich nicht traue auszusprechen, sagt sie. Ein bisschen wie das Ursprungs-Ich, das noch keine blockierenden Erfahrungen gemacht und sich ihre Offenheit und Authentizität bewahrt hat.

Hier vier von den weit über 1000 Zeichnungen, mit denen ich Artikel für meinen Frauencoaching-Blog seit 2006 illustriert habe und zwei Motive aus den Lilo-Tischkalendern, welche es seit 2019 gibt:

Lilo und das Monster Lilo mit Lolli Lilo und der Frosch

Kurzer Rock macht Spaß Lilo Kalender Lilo 2020

Ein klitze kleines bisschen sammelte ich als Jugendliche mal Erfahrung im Puppenbau: Zu Weihnachten habe ich mit viel Spaß und Eifer für meine Großeltern Figürchen gebastelt. Die sahen ihnen zwar nicht wirklich ähnlich, aber Wille und die Freude zählen.

Ich werde nie das glückliche Gesicht meines Opas vergessen, als er mit der Puppe im Arm Richtung Bett ging, wovon ich sogar ich Foto habe. Es war Opas letztes Weihnachtsfest. Ich bin heute noch dankbar, dass ich damals in den Herbstferien meine Idee umgesetzt habe. Hier sind die beiden Goldstücke - ca. von 1988, die heute immer noch einen Ehrenplatz in Omas Vitrine haben:

Oma und Opa ca. 1986

Lilo wollte ich nun als professionelle Figur anfertigen, die auch ihren Mund bewegen kann. Wer könnte mich dabei unterstützen?

So stieß ich vor einigen Jahren auf die Seite von Norman Schneider, der sowohl Puppenspieler ist (u.a. Grobi für die Sesamstraße, rosa Bärchen Kaptain Blaubär), als auch Figuren fürs Fernsehen, Produktionen und die Bühne baut (u.a. Giraffenaffen, Rabe Rudi, Grüffelo, Otto Grün für Max Raabes Musikvideo "Küssen kann man nicht alleine", Bühnenbild für Atze Schröder und Martin Rütter. In New York hat er Kermit mit gebaut).

Ein Mensch, der sich auskennt! Einige seiner Arbeiten als Zeichnung:

Figuren von Norman als Zeichnung

Der Figurenschneider mit einer goldigen Eule Valium in seinem Atelier:

Eule

Norman Schneider bietet neben seinen Auftragsarbeiten Gruppen- und Einzelworkshops an, in denen sich die Teilnehmer eine Klappmaulpuppe (klappt Mund auf und zu) basteln können. Und letzteren habe ich mir als Belohnung für das harte letzte Jahr geschenkt: Fünf Tage im Atelier des Figurenschneiders!

Wer meinen Blog liest oder meine Geschichte, der weiß: Ich wollte mal Schneiderin und Designerin werden. Beruflich wurde daraus nichts - "lern erst was Vernünftiges...". Die Liebe zu Stoffen, zum Nähen, zum kreativen Gestalten ist geblieben. Kannst du dir vorstellen, was es für mich für ein Highlight ist, zumindest eine zeitlang in einem Atelier arbeiten zu können? :-)

Wow, war ich aufgeregt. (Reisen als Hochsensible ist ja nochmal ein Thema für sich.) Ich hatte vorab eine Materialliste bekommen und den Wagen mit Stoffen, Kleber, Farben, Nähmaschine und meiner Lilo auf Papier als Entwurf beladen.

Entwürfe für Lilo

So machte ich mich auf den Weg ins idylliche Spargeldorf Füchtorf, das zwischen Osnabrück und Münster liegt. Dort fand der Einzelworkshop statt.

Mohn und Landleben

In einer nahe gelegenen Pension auf einem ehemaligem Bauernhof hatte ich ein Zimmer für die Zeit bezogen.

Unterkunft auf einem Bauernhof

Montag morgen begann meine Auszeit im schicken und lichtdurchfluteten Atelier des Figurenbildners und ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte, so viel Schönes gab es zu entdecken. Alleine mit Gucken hätte ich Stunden verbringen können: Bücher, Zeichnungen, Figuren, aufwändige Kostüme und so viele liebevolle Kleinigkeiten ... Daran spüre ich, dass jemand wirklich mit dem Herz bei der Arbeit ist. Einige Eindrücke ...

figurenschneider Mutter Nature

Mutter Natur mit einem gütigen Blick und einigen der vielen Detailarbeiten.

Details an Mutter Natur

Dieser süße Opi saß auf der Treppe. Sogar echte Schuhe hat er an:

Opi

Und dieser Monster sieht gar nicht gruselig, sondern zum Knuddeln aus:

Monster

Aber ich war ja nicht nur zum Staunen, sondern zum Arbeiten da. :o) Schöne Arbeit!

Ob es mir gelingen würde, Lilo wirklich als Figur in den fünf Tagen fertig zu bekommen? Das ist natürlich vorher nicht absehbar. Es hängt davon ab wie aufwändig die Klappmaulfigur werden soll und wie geübt der Mensch ist, der sie zum Leben erwecken will.

Arbeitsmaterial

Zum Glück ist mir die Arbeit mit Nadel und Faden und der Nähmaschine vertraut. Aber würde das reichen? Und würde Lilo noch ein Kleidchen anbekommen oder käme sie aus Zeitmangel nackig mit nach Hause?

Wir wird Lilo aussehen? Würde es gelingen, ihre einfache, klare Art in die Dreiminensionalität zu transportieren? Fragen über Fragen spukten mir durch den Kopf.

Ich habe in der Woche gelernt, dass Puppen einen eigenen Kopf haben, also: Loslassen und Lilo Raum geben. :-)

Skizzen Lilo

Wir besprachen meine Vorstellungen und schon ging es los: Schaumstoff nach Muster zuschneiden, Kleber auspacken und so nahm Lilos Kopf und Körper die nächsten Stunden immer mehr Gestalt an.

Mir fiel dabei auf wie sehr mir das räumliche Vorstellungsvermögen fehlt. Zum Glück gab es Anleitung vom Meisterbauer. ;o)

Hier ein Zwischenschritt der Lilo-Figur am ersten Abend: Die Grundstruktur steht.

Zwischenschritt Puppenbau  

Am nächsten Tag wurde der Kopf mit hautfarbenem Stoff überzogen und die Nähte von Hand geschlossen. Auch Ohren wurden gefertigt. Am Abend sah Lilos Kopf dann so aus:

Lilos Kopf entsteht  

Erst dachte ich: Huch, sieht - so drappiert mit den Ohren - aus wie ein Äffchen. Aber ein Süßes! Die Augen und das kleine Stupsnäschen sind schon erkennbar.

Der Kopf braucht eine bestimmte Größe, damit ich mit der Hand von hinten den Mund öffnen und schließen kann. All das wurde an dem Tag vorbereitet. Spannend! Abends fiel ich müde und glücklich ins Bett.

An Tag 3 wurde zuerst der weiche Schaumstoffkörper mit Stoff bezogen, dann ein Hals genäht und mit dem Kopf verbunden.

Weil ich nicht erwarten konnte, wie ihr Gesicht aussieht, habe ich danach verschiedene Augenformen und Augenbrauen ausprobieren dürfen. Gar nicht so leicht, meinen Zeichnungen nahe zu kommen. Meine Lilo male ich zu 90% mit Strichaugen. Wäre es möglich, die bei einer Puppe darzustellen? Hm, knifflig. Vielleicht wäre die Entscheidung für das richtige Gesicht einfacher, wenn die Haare schon mal auf dem Kopf wären?

Lilo mit grauen Haaren - Tischkalender 2020

Lilo ist ein Mini-Me, also eine Miniabbild von mir selbst und so ist haben sich auch ihre Haare mit den Jahren verändert: Je nach meiner Frisur sind sie mal kürzer, mal länger. Waren sie auf früheren Zeichnungen noch braun, sind sie inzwischen vorne hell- und hinten dunkelgrau, so wie bei mir.

Ich wollte, dass die Puppe meine Haare hat, deswegen war hell- und dunkelgraue Wolle in meinem Gepäck. Und nun? Wie sollte ich sie auf dem Kopf befestigen? Norman hatte (natürlich) eine super Idee, wie ich die Haare abbilden könnte, so dass auch Locken bzw. Volumen entstehen, denn ich habe ja ziemlich "Wolle" (viele Haare) auf dem Kopf.

Lilo Haare  

Das Ergebnis gefällt mir megagut. Wow, hat Lilo die Haare schön. Kommt meinen ziemlich nahe. :-)

Und dann war auch die Entscheidung für die Augen einen Schritt leichter: Die Strichaugen sahen einfach nicht aus. Norman hatte die Idee, schwarze Kugeln zu nehmen und das passte. Bin ganz verliebt in das Ergebnis am dritten Abend. Diese Grübchen. Süß!

Lilo entwickelt sich

Beim Zeichnen kann ich Lilos Emotionen ganz einfach mit ein paar Strichen darstellen. Eine dreidimensionale Puppe ist relativ festgelegt: Ich kann ihr nicht schnell ein trauriges Gesicht machen oder ein lachendes. Deswegen fiel die Entscheidung auf ein freundliches Gesicht, weil Lilo in erster Linie da ist, um Freude zu bringen. Und ich finde, auf dem Bild hat sie ein herrliches Grinsen!

Anja näht Lilo

Weiter ging's am vorletzten Tag mit der Anfertigung von Armen und Beinen. Da war wieder viel Nähen mit der Hand angesagt, was mir viel Spaß macht. Es hatte so etwas gemütliches von früher: Beisammen sitzen, handarbeiten und erzählen. Himmlisch!

Sehen ihre Füßchen nicht einfach zuckersüß aus? Ich könnte quietschen vor Freude:

Lilos Füße

Glaub mir, ich hätte diese Arbeit immer weiter machen können, so sehr hat mir das Nähen gefallen. Es tut so gut, im eigenen Element zu sein:

Lilo wird in Handarbeit gefertigt  

Am finalen Tag bekam Lilo ihr Make-Up, Arme und Beine wurden befestigt. Und ich hatte wahrhaftig noch Zeit, ein Kleidchen für sie zu nähen. Natürlich im typischen Lilo A-Stil und in Grün und mit einem Herzchen vorne drauf.

Arbeitsmaterial

Und dann war die Zeit vorbei. Die Tage sind gerast und ich hatte Lilo wahrhaftig fertig bekommen. Nur einige Kleinigkeiten will ich zu Hause noch fertig machen. Juchuuuuu!

Ich bin so dankbar für die tolle Zeit im Figurenschneider-Atelier. Mein Highlight in diesem Jahr!

Danke, Norman, für all deine Tipps, die tolle Atmosphäre, den Blick hinter die Kulissen und dein sonniges Gemüt! Ohne dich wäre Lilo nicht so schön geworden und ich wäre so manches Mal schier verzweifelt. ;o)

Norman hält Lilo

Lilo findet ihren "Onkel" Norman dufte.

Unten zeigt der Puppenspieler sein Können mit der Eule Valium. Normans Mimik und Valiums Bewegungen: Herrlich.

Norman Schneider

Das kann ich nun üben, denn ich habe null Erfahrung im Puppenspielen - aber jede Menge Freude im Gepäck, es zu lernen: Wie halte ich die Puppe richtig? Welche Stimme wird Lilo haben? Mein eigener Weg wird sich Schritt für Schritt entwickeln.

Stolz saß Lilo Freitag Nachmittag neben mir auf dem Beifahrersitz und wir zwei fuhren glücklich nach Hause - in ein schönes gemeinsames Leben!

Komm, wir fahren nach Hause  

Mein Mann ist ganz vernarrt in Lilo und findet, sie sieht so toll aus, dass sie gleich in der Sesamstraße auftreten könnte. :-))

Team Lilo und Anja

Zuerst bauen die Puppe Lilo und ich nun eine Beziehung auf, ich will sie besser kennen lernen. Darauf freue ich mich sehr. Ich brauche dafür immer etwas Zeit und dann lasse ich einfach nicht mehr los und bin eine sehr treue Seele.

Wir zwei gegen den Rest der Welt

Mal sehen, wohin unsere Reise führt. Ich habe jetzt schon einfach Spaß mit ihr und ihr Gesicht, ihr Blick sind einfach zum Knuddeln!

Glückliche Grüße von der Puppenmama

Anja

PS: Wenn du dich über die Arbeit von Norman informieren willst: figurenschneider.de Alle Fotos aus dem Atelier mit Erlaubnis von Norman Schneider. Dies ist keine Werbung, sondern Ausdruck meiner puren Freude für diese schöne Zeit und eine Dokumentation des Schaffensprozesses meiner Lilo!

Lilo als Tischkalender 2020 bekommst du bei Amazon

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 04 Juni, 2020
Thema: Blog - 2020, 1. Halbjahr, Blog - Kreative Projekte, Blog - Lilo
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Kreidefarbe oder Lack? Erfahrungen mit der Möbelrenovierung

Wow tolle Möbel

Wer meinen Blog regelmäßig liest, weiß, dass ich aus dem letzten Dänemark Urlaub massive, alte Möbel mitgebracht habe, nachdem ich einen riesigen Kramladen besucht hatte. [Krammärkte haben Seele - Ausflugstipp Dänemark.]

Ein schmaler Schrank für den Flur, ein Regal fürs Eßzimmer und zwei Hocker (die wären wirklich nicht nötig gewesen, aber sie wollten unbedingt mit) reisten nach Köln. Es war Platz im Auto, da wir unsere Vorräte aufgefuttert hatten und wie durch Zufall zwei Sitze zu Hause gelassen hatten ...

Zu Hause standen die dänischen Mitbringsel dann erst mal rum und warteten auf ihre Renovierung.

Da ich im April 2020 sowieso durch den Lockdown und das Erstellen der Hochbeete aus der Arbeitsroutine im Büro gerissen war und mich die Möbelstücke schon ein halbes Jahr vorwurfsvoll anstarrten, dachte ich mir nur: Jetzt oder nie!

Möbel aufarbeiten

Mein Mann half mir, die Möbelstücke auf die Terrasse zu schleppen. Die beiden Hocker und der Hochschrank wollte ich nur abschleifen und wieder weiß lackieren. Das mahagoni farbene Regal wollte ich im Shabby Chic Look aufarbeiten. Diesen Stil finde ich so schön! Heute weiß ich, was ich nicht noch mal machen werde. :o)

Möbel aufarbeiten

Da ich bei uns für das Streichen zuständig bin, damit also einiges an Erfahrung hab, dachte ich ganz blauäugig: Das ist alles schnell gemacht. Hust ... Hätte ich mal vorher gewusst, was ich jetzt weiß ...

Ja, der schöne Hochschrank und die beiden Hocker waren ruckzuck abgeschliffen. Selbst als mir der Hochschrank umkippte (nein!) und auf die Kante der Terrassensteine knallte (oh nein!), das Glas aber heil blieb (puh!) fand sich - nach anfänglichem Schock - dank meinem Göttergatten (ich wollte kurz frustriert den Schrank auf den Sperrmüll geben) eine Lösung mit einem Reparaturkid.

Die tiefe Furchte wurde ausgebessert, beigeschliffen (kein Foto, Schreck war zu groß), das herausgebrochene Ornament später wieder geklebt. Eigentlich verrückt: 1000 km ist der Schrank ohne Blessuren gereist und hier dann ... nun gut, es ging ja glimpflich aus.

Abschliefen  

Auch das zweimalige Lackieren ging rasch von statten. Ich habe dazwischen nochmal kurz das Holz angeschliffen, weil sich der wasserbasierte Lack nicht so gut auftragen lies. Doch geschenkt! Bei dem trockenen, heißen Wetter war der Lack schnell trocken. Es lief richtig gut - das hat die anderen Schwierigkeiten etwas abgemildert...

So sieht das Endergebnis aus:

Fertig renoviert

Ich bin richtig verliebt in das gute Stück. Ein neuer Porzellanknauf ist inzwischen auch schon dran.

Hocker in schön

Die beiden Sitzkissen auf den Hockern, die nicht richtig passten, habe ich zum Teil neu aufgepolstert und prima angepasst, den alten Stoff konnte ich wieder nutzen. Jetzt sitzt alles! Klasse!

Soviel zum Spaß. Jetzt kommt der knifflige Teil: Das Regal. Seine Maße passen genau in die Ecke bei uns im Esszimmer, wofür ich ewig nach etwas gesucht hatte. Und dieses Regal aus Dänemark hatte zufällig die richtigen Maße!

Nur die Farbe stimmte nicht, da im Eßzimmer alles in weiß, grau und hellen Holztönen ist. Also her mit dem Shabby Chic.

Das Regal passt perfekt! Was ein Glück!

Das Material war dafür schnell gekauft. Sooo leicht liest sich die Bearbeitung mit Kreidefarben im Prospekt und sieht so easy im Video aus:

Abschleifen. Kreidefarbe 1 (ich wollte dunkles grau) auftragen. Kreidefarbe 2 (weiß) auftragen. Dann ganz leicht etwas an einigen Stellen von Kreidefarbe 2 mit Schleifpapier runter nehmen. Wachsen. Fertig!

Meine Realität war eine völlig andere. Und ja, ich nehme die Antwort auf die Eingangs gestellt Frage vorweg: Nie wieder Kreidefarbe! Vielleicht habe ich es völlig falsch angestellt - und ja, wenn es fertig ist: Es kann so toll aussehen. So viele schöne kreative Sachen sind damit möglich. ABER die Kreidefarbe und ich, wir werden keine Freunde werden.

Warum?

Es ist, als streichst du ein Möbelstück mit cremiger Wandfarbe (oder dünnflüssigem Quark) ein. Würde ich niemals machen. Mache ich aber gefühlt mit der Kreidefarbe.

Konsequenz dieser pastösen Masse: Wenn du mehrmals über eine Stelle streichst - zum Beispiel, damit es deckend wird - ist die Farbe sehr dick aufgetragen und sie kann reißen. Wie getrockneter Quark. (Weiß auch nicht wie ich auf Quark komme, aber für mich passt der Vergleich.)

Dazu kommt noch, dass die Kreidefarbe sich durch ihre pastöse Art nicht so leicht auftragen lässt wie ein Lack, deckend war sie nicht. Der Mahagoniton schien immer wieder durch. Ich habe das Regal dewegen innen und außen zwei- an manchen Stellen dreimal mit der dunkelgrauen Kreidefarbe gestrichen, bis wirklich nichts mehr von diesem alten Farbton zu sehen war. Das gleiche mit der weißen Farbe wiederholt.

Das hat ewig lange gedauert, weil das Regal innen und außen gestrichen werden wollte (Merke, Anja: erst mal mit einem kleinen Möbelstück anfangen, nicht gleich ein Regal, wenn auch im Prospekt eine Kommode easy verschönert wird).

Das Abschleifen hat dann glatt Spaß gemacht, so wurde die hubbelige Oberfläche nämlich zum Glück wieder glatter und endlich zeigte sich der Shabby Chic. Ich hatte auf der Rückseite einige Versionen ausprobiert. Das sah gut aus:

Test

Ich überlegte wie unruhig die Oberfläche aussehen sollte und entschied mich für viel weiß mit wenigen grauen Blitzern:

Enscheidung gefallen

Als ich mit dem Aussehen zufrieden war, holte ich den Wachs raus und rieb ihn wie beschrieben mit einem Tuch in alle Oberflächen ein. Roch intensiv, aber nicht abschreckend.

Diesmal hab ich definitiv nicht die ganze Beschreibung auf der Dose gelesen, denn dort stand etwas von Handschuhen tragen wie ich später las. Ich hatte zufällig welche an und wunderte mich, warum sich bei harmlos klingendem "Wachs" die Fingerspitzen der Handschuhe auflösten und mir so schwummrig im Kopf war... Das Wachs wurde nach dem Trocknen mit einem weichen Tuch glatt poliert.

Glatt poliert

Sah toll aus, die Oberfläche war herrlich glatt und mein Herz raste. Wie sich heraus stellte, war das Wachs gar nicht so harmlos, wegen der Lösungsmittel also das Herzrasen und der vernebelte Kopf. Gut, dass ich alles draußen gemacht hatte und die Symptome hielten nicht mehrer Stunden lange an.

Giftstoffe

Auch das ein Grund für mich, nicht mehr mit Kreidefarbe bzw. dem Wachs zu arbeiten: Ich kaufe viel Biogemüse ein, achte darauf, was ich in und an meinen Körper lasse und mit dem Wachs überschwemmte ich meinen Körper mit Giftstoffen! Hätte ich das vorher gewusst...

Dagegen war der Lack für die anderen Möbel wirklich harmlos in der Anwendung, von dem hatte ich keinerlei (spürbare) Begleiterscheinungen. Es hat schon seinen Grund, wenn Profis Möbel im Shabby Chic aufarbeiten, habe ich anschließend gedacht. Die wissen damit einfach besser umzugehen und sich zu schützen.

Das Regal fertig zu stellen, brauchte zwei Arbeitstage. Hochschrank und die beiden Hocker zusammen nur einen. Also auch vom Arbeitsaufwand her keine Frage, wofür ich mich entscheiden würde.

Vielleicht ist die Kreidefarbe ok bei kleinen Möbeln, die nicht innen und außen gestrichen werden müssen, kleinen Brettern ... aber - nein, ich schüttle beim Schreiben mit dem Kopf - nicht mehr für mich.

Unterfarbe schlägt durch

Am nächsten Morgen, wir hatten das Regal draußen zum Auslüften stehen lassen, wunderte ich mich über hellrosa Stellen. Nein, die weinrote Farbe schlug wieder durch! Es war doch gut gewesen. Hatte das Wachs die Farbe rausgelöst? Seufz. Kurzerhand nahm ich einfach den weißen Lack und überstrich die Stellen. Wider Erwarten hielt es. Ein Glück. So machte ich mich mit dem Pinsel auf, alle rosa Stellen weiß zu lackieren.

Circa 4 Wochen später blutet der ursprüngliche Farbton an vielen anderen Stellen großflächig wieder in rosa durch. Ich habe aufgegeben. Dann ist es eben ein weißes Regal mit grauem Shabby Chic Look und einem rosafarbenen Teint. Es war so viel Arbeit und das ganze Material wieder runter schleifen? Nein. Ich zucke mit den Schultern. Annehmen. Loslassen. Oder ...?

Heute weiß ich, es gibt Grundierungen mit einer Sperrwirkung, die die alte Farbe nach zweimaligem Auftrag wohl nicht durchlässt. Es kann bei anderen Hölzern auch passieren. Ich hätte mir sehr gewünscht, diese Information hätte im Hochglanzprospekt gestanden - und nicht das alles easy ist! (Hätte ich darauf gehört?)

Da jetzt Wachs auf dem Regal ist, (neue Farbe braucht wachsfreien Untergrund) bleibt wohl nur die Lösung: Alles Abschleifen - was ich mir wegen der dabei freigesetzten Giftstoffe gerade nicht vorstellen kann - und neu anfangen. Oder damit leben.

Das fertige Regal

(Bild oben das fertig gewachste Regal, bevor die rote Farbe durchschlug ... Die Knöpfe sind inzwischen durch schöne Porzellenknöpfe ausgetauscht.)

Vielleicht (wahrscheinlich?) wäre die weinrote Farbe des alten Regals mit einem Lack statt Kreidefarbe auch durchgeschlagen, aber es wäre wenigstens viel weniger Arbeit gewesen. Heute kann ich über diese Erfahrung etwas grinsen. Und ich schreibe sie hier auf, um mich selbst daran zu erinnern, falls ich mal wieder eine fixe Idee haben, mit Kreidefarbe zu arbeiten und um meine Leser*innen vor meiner Erfahrung zu schützen.

Wenn ich nochmal ein Möbelstück in weiß mit Shabby Chic machen würde, dann mit dieser Abkürzung: Weiß lackieren und mit grauer Farbe die abgenutzten "Shabby" Stellen immitieren (und vorher grundieren bzw. an einer verdeckten Stelle vorsichtig probieren und sehen, ob etwas durchschlägt ...). Heute würde ich diese Anzeichen viel schneller erkennen.

Hm, ich hätte bei dem Auftragen der ersten Seite meinem Impuls folgen sollen und den Kreidefarben-Trip stoppen. Runterschleifen, fertig. Damit wäre mir viel Arbeit erspart geblieben - aber eben auch diese kostbare Erfahrung, die ich sonst nicht gemacht hätte. Und die ist sehr hilfreich!

Shabby Chic

Mein Mann ist instruiert, mich bei einem nächsten Kramladenbesuch in Dänemark sanft daran zu erinnern, dass eine Renovierung von noch so schönen Möbeln auch gemacht werden muss. ;o) Sie sind leicht gekauft, abenteuerlich transportiert und dann muss aber auch die Zeit genommen werden, sie schön zu machen. Soooo viel gelernt!!!

Ich bin stolz auf mich

So, und jetzt habe ich Freude an meinen Möbelstücken. Was für eine Reise!

Ganz herzliche Grüße aus der Renovierungs- und Lernzentrale in Köln

Anja

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Samstag, 23 Mai, 2020
Thema: Blog - 2020, 1. Halbjahr, Blog - Renovierung
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Mai-Impulse: Geduld - Traumvorstellung - Einfach leben

Hallo aus Köln, ich möchte mit dir meine Gedanken zu den Mai-Karten meiner Tischkalender 2020 teilen.

Anja Kolberg

Diese Zeit ist so intensiv, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Wenn ich es schaffen würde, wären da: Hoffnung, Natur, Regeneration, Vögelgezwitscher, blauer Himmel, Besinnung, Sorgen, Veränderung, Ungewissheit und der unerfüllte Wunsch nach Kontrolle - nach Sicherheit. Doch am sicheren Gerüst des Alltags, der eingeübten Strukturen und Abläufe wurde heftig gerüttelt. Und dass, obwohl sich an meiner Arbeitsumgebung (Homeoffice) nicht viel geändert hat. Der Wunsch nach Normalität ist groß in mir. Und wissen, wo es lang geht, wie es weiter geht. Er ist unerfüllt, liegt nicht in greifbarer Nähe.

Das macht mir wie auch Wechseljahresbeschwerden zu schaffen.

Und ich sehne mich nach Klarheit. Wenn ich weiß, wo es langgeht, was mein Ziel ist, kann ich losgehen. Es ist aber nicht klar, wo es für mich hingeht und das liegt nur zu einem Teil an der momentanen Situation.

Mai - Zeit für meine Seele

Die rosa Tulpenblüte (Tischkalender Zeit für meine Seele) mit ihren tuftigen sattgelben Blütenstempeln hilft mir mit ihrem Satz: "Ich habe Geduld mit mir und vertraue darauf, im richtigen Moment zu erblühen.", um zur Ruhe zu kommen und durchzuatmen.

Meine Zeit wird kommen, wenn der passende Zeitpunkt gekommen ist. Der lässt sich wohl nicht vom Verstand erzeugen, sondern zeigt sich, wenn alle Bedingungen optimal für mich sind. So wie die Tulpe nicht im Dezember blühen wird, sondern im genau für sie stimmigen Moment.

Mai Innerlich stärker 2020

Hinein zu hüpfen in gute Gedanken - das klappt gut mit der Biene, die auf dem Innerlich stärker-Kalender im Mai auf der Kornblüte inmitten eines riesigen Kornblumenfeldes Pollen sammelt. Sie war schon ziemlich erfolgreich, wie du an ihren Beinen sehen kannst. Dieses Kornblumenfeld - das gleich neben einem Mohnblumenfeld lag - war ein unblaublich berührender, überwältigender Anblick, als ich es vor zwei Jahren im Kölner Norden fotographierte. Letztes Jahr war der rote Klatschmohn im Kalender. Wow, mir öffnen sich da innere Türen bei dieser geballten Schönheit und Lebenskraft. Ich hoffe, du hast auch deine Freude daran.

Auf der Kalenderkarte für Mai 2020 steht: "Heute lebe ich mal so wie ich gerne leben würde." Dieser Satz fördert das Gesetzt der Anziehung, nämlich dass ich das zu mir hole, womit ich mich immer wieder (gedanklich/gefühlsmäßig) beschäftige.

Es geht mir also darum, beim Blick auf das Kalenderblatt daran erinnert zu werden: "Wie würde ich gerne leben?" Es bleibt sorgar nicht nur bei den Gedanken, die Kalenderkarte fordert dazu auf, einen Tag so zu leben, so zu tun, als wäre es schon die Realität. Und das fühlt sich wunderbar an. Gute Gefühle überströmen mich.

Das Gehirn kann bei einer Emotion nicht unterscheiden, ob ich mir etwas vorstelle (wie in einer Wunschvorstellung oder auch in einem Film) oder ob ich es wirklich erlebe. Das mache ich mir zu nutze und verhalte mich so, fühle mich so, als wäre mein Traum real. Und je öfter ich das mache, desto stärker werden die Verbindungen meiner Wunschvorstellung in meinem Gehirn ausgeprägt. Immer rascher kann ich diesen Zustand herstellen und ziehe es zu mir heran bis es real ist.

So viel mehr ist in unserem Leben möglich, als wir uns das vorstellen können. Zwei Beispiele, die ich selbst erlebt habe:

Als wir uns in unserem Dänemarkurlaub 2017 abends spät aus dem Haus ausgeschlossen hatten, kein Handy dabei, alle Fenster und Türen verschlossen, stockdunkel, der Wind tobte ums Haus - war die Vorstellung, kurze Zeit später im Wohnzimmer bei unserer Hündin zu sein, die uns durch die Scheibe mit verwunderten Augen ansah - utopisch. Nur eine Sekunde stellte ich mir genau das jedoch vor. Und dann entwickelte sich eine ungewöhnliche Lösung - ohne einen Schaden fürs Haus, ohne größere Kosten. [Hier dieser Ausschnitt meine Berichts über den sehr ungewöhnlichen Urlaub.]

Im Sommer 2018 war es aufgrund großer Ausgaben fasst unmöglich, dass wir einen Urlaub am Meer haben könnten. Dabei waren wir mehr als urlaubsreif. Für unsere Gesundheit wäre es so wichtig, eine Auszeit haben zu können. Ich stellte mir in Gedanken vor, dass wir beide am Strand stehen und auf das Meer und den Sonnenuntergang schauen. Einige Wochen später war es möglich: Wir konnten fahren.

Wenn ich jetzt daran denke, dass beides wirklich passiert ist, beflügelt mich das. Denn es gibt in meinem Leben immer wieder Situationen, wo ich kreuzunglücklich und verzweifelt bin. So oft nutze ich die Möglichkeit nicht, mir dann gute Gedanken zu machen, mir ein Happy End vorzustellen. Dabei hatte ich das in den beiden oberen Beispielen noch nicht mal lange gemacht: Einmal ganz kurz und intensiv vorgestellt - das war's. Also eigentlich keine Unmöglichkeit. Ich muss es nur tun...

So bin ich dankbar, dass dieses wunderschöne Maibild mich an diese Möglichkeit erinnert, mir gute Gedanken zu machen - und nicht nur das: Auch zu üben, mich einen ganzen Tag so zu verhalten.

Also: Was ist es für dich: Wie würdest du gerne leben? Wie sähe es aus? Wie wäre es, wenn du es dir für einen Tag, für eine Stunde erlauben würdest, das auszuprobieren, so zu denken, zu fühlen, zu sein, was du dir ersehnst. Und wenn es nur in Gedanken geht, ist das auch schon ein Gewinn! Wie sähe dein optimaler Tag aus? :-)

(Für mich ist das immer wieder: Ich lebe mit Leichtigkeit und Freude vom Schreiben. Ich sitze am Meer und schreibe.)

Lilo Mai 2020

Das ist das dritte Kalenderblatt im Mai: Lilo schwingt durch die Lüfte und auf den Seilen der Schaukel steht: "einfach ich selbst sein. einfach leben." So viel Lebensfreude und Unbeschwertheit tut gerade jetzt einfach gut. Lilo zaubert mir so einfach ein Lächeln ins Gesicht.

Die drei Maiblätter passen farblich herrlich schön zusammen, ohne dass ich sie bei der Erstellung nebeneinander gelegt hab. Einfach eine Freude fürs Herz, sie anzusehen:

Tischkalender 2020 Anja Kolberg

Wenn du magst, kannst du sie noch bei Amazon kaufen. Klick einfach auf die Bilder und du bist schon auf der Verkaufsseite deines Lieblingskalenders. Gönn dir Impulse, Ermutigung und tiefsinnige Begleitung durch den Alltag. Die abgeschnittenen Bilder der abgelaufenen Monate sind wunderbar praktische Karten zum Verschenken, zum Selbstermutigen ...

Aufatmen im Mai!

Alles Liebe aus Köln

Deine Anja

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 11 Mai, 2020
Thema: Blog - 2020, 1. Halbjahr, Blog - Monatliche Impulse, Kalender
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Leben, was geht. Der Kopf macht Pläne, doch Seele und Geist spielen nicht mit ... Rückblick auf den April 2020

Das ist es, was ich mir wünsche: Hinein in ein neues Leben schlüpfen, wo ich vom Schreiben leben kann. Soweit die Pläne und Wünsche. Doch im Moment brauche ich noch Zeit. Zeit in einem schützenden Kokon.

Rückzugsraum für mich

Diese Situation lässt sich mit dem Verstand schwer beschreiben, aber sie lässt sich sehr deutlich spüren - mit dem Gefühl: Es geht nicht anders. Nur so wie es gerade ist. Langsam machen. Das tun, was geht.

Für mich bedeutet das: Meine Erwartungen loslassen. Genau wie es auf dem April-Blatt des Zeit für meine Seele Kalenders stand. Erstaunlich wie gut die Kalenderblätter zum aktuellen Geschehen passen:

Zeit für meine Seele April 2020

Die letzten Wochen habe ich nur im nötigsten Rahmen am Schreibtisch gesessen. Obwohl mein Verstand mir zuflüsterte: Bring jetzt dieses oder jenes Projekt deiner Selbstständigkeit nach vorne. Das passt doch jetzt.

Aber es ging nicht. Was ging, war praktische Arbeit. Ganz konkret: Die Hochbeete aufbauen und alles zu einer stimmigen Einheit bringen. Die Ordnung auf der Terrasse neu herstellen, Pflanzen verteilen, neue auswählen. Zuvor das Wohnzimmer neu streichen. Und nach dem Aufbau der Hochbeete die Chance nutzen und die aus Dänemark mitgebrachten Möbel restaurieren.

Ich dachte nur: Jetzt oder nie. Das Wetter stimmte, ich war sowieso raus aus dem Büro-Konzentrationsmodus. Also los.

Diese Arbeiten sind nun abgeschlossen. Seit Februar haben sie uns beschäftigt. Mal sehen, ob ich es schaffe, darüber im Blog mit Bildern zu berichten. Mein Verstand hat die Posts längst im Geiste x mal geschrieben. Körper und Seele schaffen es nicht. (Update 23.5.20 dieser Artikel ist geschrieben Kreidefarbe oder Lack? Erfahrungen mit der Möbelrenovierung)

Liebevoll mit mir zu sein, das ist immer wieder eine Herausforderung für mich, besonders wenn mein starker Verstand unzufrieden mit meinen Leistungen ist. Andere Pläne hat, die Körper und Seele nicht umsetzen können/wollen. Die Herausforderung ist, genau in dieser Disharmonie gute Gefühle in mir zu erzeugen. Lilo hat das wunderbar auf ihrem Kalenderblatt im April gezeigt:

Lilo Tischkalender 2020 - April

Ich hatte genügend Situationen, dies zu üben. ;o)

Und auch auf dem Aprilblatt des Innerlich stärker Kalenders 2020 tauchte wie zufällig ein passendes Blatt dazu auf:

Tischkalender Innerlich stärker - April 2020

Darauf steht: "Ich führe eine liebevolle Beziehung mit mir selbst." Das bedeutet: Wenn eine Disharmonie in mir ist, hinschauen, da sein für mich, verstehen was los ist, vermitteln zwischen den Anteilen in mir, die sich streiten, einen Kompromiss finden, Frieden erzeugen. Eine Übung, die wohl nie im Leben enden wird, weil es wohl immer unterschiedliche innere Bestrebungen geben wird. Argumente, die für die eine Seite einer Entscheidung wie für die andere sprechen. Meine Aufgabe: Zu innerem Frieden zurück finden.

Eine liebevolle Beziehung mit mir selbst führen, bedeutet auch, in mich hinein horchen. Wie geht es mir? Was brauche ich selbst wirklich? Was würde mir jetzt wirklich gut tun? Im Grunde genommen: Mir selbst eine gute Mutter sein.

Das ein kleiner Einlick in mein Seelenleben im April. Die augenblickliche Situation nimmt sehr viel meiner Aufmerksamkeit und Energie in Anspruch. Und so versuche ich, das Beste daraus zu machen. Ich bin froh und glücklich, dass es mir gerade gelungen ist, zu bloggen.

Liebevolle und zuversichtliche Grüße aus Köln hin zu dir

Anja

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