Donnerstag, 15 Februar, 2018

Im Himmel. Drei Wochen ohne dich.

Seit vielen vielen Tagen denke ich darüber nach, diesen Beitrag zu schreiben. Ich habe es nicht geschafft. Nicht geschafft, weil ich dachte, es wird dadurch etwas so endgültig, das ein Teil von mir festhalten, bewahren möchte. Die Hoffnung: Wenn ich es nicht öffentlich schreibe, ist es auch noch nicht wahr, ich kann es zurück nehmen, es ist nur ein Traum, aus dem ich gleich aufwache und dann ist alles so wie früher.

Heute ist der Tag, wo ich all meinen Mut zusammen nehme und mich dieser Traurigkeit stelle.

Am Donnerstag, den 25. Januar 2018 ist unsere geliebte Hündin Minu gestorben. 15 Jahre lebte sie mit uns, versorgte uns mit täglichen Spaziergängen, Stupsern, Spielaufforderungen, Blicken und ihrer Energie.

Wir wussten, mit einem stattlichen Alter von 15 Jahren für einen großen Hund war es noch eine Sache von Monaten, vielleicht einem oder zwei Jahren. Wir wussten, der Tag würde kommen, wo wir sie gehen lassen müssen. Auch wenn unser Herz hoffte, sie lebt ewig.

Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, laufen mir wieder die Tränen die Wangen hinab, ich schluchze. Ich bin so tieftraurig, dass sie nicht mehr bei uns ist. Ich weiß, ihre Energie ist bei uns, aber die Körperlichkeit fehlt und das ist ein entscheidender Unterschied.

Sie fehlt überall. Ich habe so viel geschrieben, seit dem ich sie zum Tierarzt und wieder nach Hause getragen habe. Meine Gefühle in einer roten Kladde mit einem Schmetterling vorne drauf festgehalten, meine Trauer verarbeitet.

Die ersten Tagen waren heftig. Am ersten Abend fragte ich mehrfach: "Wie sollen wir das überleben?" Unser Hund ist ein Teil unserer kleinen Familie, das Liebe und Fürsorge braucht und zurück gibt. Jetzt ist ihr Platz auf dem Sofa leer. Sie liegt nicht mehr neben meinem Schreibtischstuhl, während ich hier sitze und arbeite. Draußen hat es diese Nacht geschneit. Sie tollt nicht mehr voller Freude über den Schnee durch den Garten, spielt Schneeschieber. Die weiße Fläche auf der Terrasse und im Garten ist unberührt. Sie fehlt so sehr.

Ich habe seit Tagen schon nicht mehr so stark geweint wie jetzt gerade. Jetzt weiß ich, warum ich den Beitrag für den Blog noch nicht schreiben konnte. Schreiben verarbeitet. Verarbeitet Gefühle. Und öffentliches Schreiben wie für meinen Blog ist noch mal eine weitere Stufe. Ich habe fast ein Heft gefüllt mit meinem Gedanken, Erlebnissen und Erfahrungen des Trauerprozesses, durch den mein Mann und ich gegangen sind und gehen. Wir haben so viel liebe Anteilnahme von unserer Familie, von Freunden gefunden, gleich ob sie ein Haustier haben oder nicht. Sie alle wissen wie sehr wir Minu geliebt haben. Sie gehörte einfach zu uns und so wird es immer bleiben.

Seit dem ihre Urne wieder in unserem Haus ist, ging es meinem Mann und mir besser. Es war einfach ein beruhigendes Gefühl. Wir hätten uns das vorher nicht träumen lassen, wollten die Asche eines Tages im Meer verstreuen. Jetzt möchten wir die Urne noch behalten. Auch ihre Sachen sind noch nicht weggeräumt. Ihr Geschirr hängt immer noch am Stuhl, wo ich es hinhing, als ich es ihr ein letztes Mal auszog. Der Wassernapf, die Körbchen mit all ihren Spielsachen, alles bleibt stehen. So lange, bis es sich richtig anfühlt.

Am 1.2. hatte ich eine größere OP beim Zahnarzt. Vierzehn Tage war ich intensiv mit meinem Körper und der Wundheilung beschäftigt, so dass ich etwas von der Trauer abgelenkt war. Gestern war ich vor dem Fäden ziehen bei der Tiervermittlungsstelle in Köln-Porz und habe dort Minus Futter, Leckerchen und Medikamente abgegeben. Dort sind alle Hunde, Katzen, Kaninchen und Vögel in Pflegestellen, also in Familien untergebracht, von wo aus sie dann vermittelt werden. Ein tolles Konzept. Sie konnten Minus Sachen gut gebrauchen, denn viele alte Hunden haben Gnadenbrotstellen und auch jene kennen die gleichen Alterswehwehchen wie Minu sie hatte. Ein tröstlicher Gedanke, dass ihre Sachen helfen können.

Mein Büro war seit Mitte Januar, als es Minu schlechter und schlechter ging, im Chaos. Mein Schreibtisch voller Papiere, die kreuz und quer lagen. X Sachen hatte ich begonnen und nicht zu Ende geführt. So langsam lichtet sich das Chaos, doch viel langsamer, als mein quirliger und ungeduldiger Verstand das gerne hätte. Doch er lernt, geduldiger zu sein und die Situation anzunehmen wie sie ist. Manchmal geht es einfach nicht anders.

Seit der Zahn-OP hatte ich weniger geweint und ich dachte: "Ich bin über den Berg." Gerade merke ich, dass da immer noch viele Tränen und Traurigkeit ist.

Wir hatten das große Glück und das war auch ein Trost, dass unsere Hündin am Ende ihres Lebens angekommen war und nicht wie so manche ihrer vierpfotigen Freunde in jungen Jahren sterben mussten. Minu hatte zwar Arthrose, ihr Gang war langsamer geworden, die Treppen wurden nicht mehr im Sturm erklommen, sondern Stufe für Stufe. Seit sie deswegen vor anderthalb Jahren Schmerzmittel bekommen hatte, waren Magenprobleme zurück geblieben. Doch außer diesen Problemen war sie munter. Hatte noch Appetit, auch wenn sie all die tollen Sachen nicht mehr vertrug und deswegen nicht mehr naschen durfte. Eine Woche vor ihrem Tod war sie noch ausgelassen über die Terrasse gehüpft.

Drei Wochen leben wir jetzt ohne sie. Ich bin froh, dass ich es heute geschafft habe, diesen Beitrag für den Blog zu schreiben und Ihnen berichtet, was passierte.

Minu wurde bei einer Tierärztin am 24.12.2002 geboren. Wegen einer Erkrankung, die sie schon mit auf die Welt brachte (Rechtsaorta), blieb sie länger bei der Tierärztin, bis sie operiert war und wieder fit. Im März kam sie dann zu uns. Im Blog habe ich immer mal wieder über unsere Zeit und Erfahrungen mit unserer Hündin berichtet. Die Tierärztin konnte sich noch an Minu erinnern, das süße kleine Hundemädel, das ihnen am Anfang so Sorgen gemacht hatte. Viele ihre Wurfgeschwister waren schon über die Regebogenbrücke gegangen. Wer hätte am Anfang ihres Lebens gedacht, dass Minu so lange leben würde?

Wir hatten eine schöne Zeit zusammen. Die Zeit wäre nicht intensiver geworden, wenn sie noch mehr Wochen gelebt hätte. Weihnachten 2016 schon dachten wir, wir verlieren sie. So schlecht ging es ihr da. Doch Minu war schon immer eine Kämpferin und sie wurde wieder fit. Ein Jahr bekamen wir zusammen noch geschenkt. Wir konnten nochmal in Urlaub fahren und so viele schöne Erlebnisse und Momente sammeln. Auch dafür sind wir sehr dankbar.

Doch hätte mir jemand gesagt: "Das ist deine letzte Woche mit ihr." Dann hätte ich alles stehen und liegen lassen und hätte mich intensiver mit ihr beschäftigt. Es wäre aber auch viel trauriger gewesen, weil ich um ihr nahes Ende gewusst hätte. So war ich selbst beim letzten Gang zum Tierarzt noch in der Hoffnung, dort könnte ihr geholfen werden und ich würde sie dann wieder mit nach Hause nehmen. Sie konnten ihr auch helfen, aber anders als gehofft. Sie wurde erlöst. Ich konnte sie wieder mit nach Hause nehmen und wir konnten Abschied von ihr nehmen.

Die Tränen werden weniger werden und wenn sie kommen, ist es auch gut so. Jede Träne, jede Erinnerung, jedes über sie reden und schreiben hilft, die Situation zu verarbeiten und anzunehmen. Ich habe in den letzten Wochen viel über Trauerprozesse gelernt und geschrieben. Auch dafür bin ich sehr dankbar. Trauer tut weh, aber sie ist auch lebenswert und so intensiv und kostbar.

Ich hatte am Abend ihres Todestages gefragt: "Wie sollen wir das nur überleben?" Die Antwort: Tag für Tag. Träne für Träne. Erinnerung für Erinnerung.

Ihre gerade traurige und gleichzeitig dankbare und zuversichtliche

Anja Kolberg

PS: Hier habe ich über das Leben mit Minu berichtet: Blog - Hundemami 

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Mittwoch, 10 Januar, 2018

Walken durch den Winterwald - Motivationstrick

Nicht jeden Tag fällt es mir leicht, loszuwalken.

Das liegt natürlich auch am Wetter:

Die letzten Wochen sah meine Walkingumgebung so aus:

Der Weg matschig. Die Luft kalt. Grauer Himmel. Die Sonne tauchte wochenlang nicht auf. Die Farben der Natur sind reduziert auf braun, schwarz, beige, grau, wenig grün. Nieselregen.

Eigentlich trostlos - und doch hat der Winterwald seinen besonderen Charme. Der Blick fällt auf das leuchtende Grün der Moose an den Baumstämmen. Hier wird das Moos zu einem herrlichen Kleid:

Und hier einer der vielen durch den Sturm heruntergefallenen Äste mit hübscher Verzierung:

Die zitronenartige Duftwolke der Heckenkirsche ändert meine Stimmung. Sie verwöhnt mich immer an einer ganz bestimmten Stelle auf der Runde:

Die nassen Stämme der Buchen sehen sehr muskulös aus:

Strukturen der Bäume, die sonst unter Blättern verschwinden, treten jetzt deutlich hervor und machen wunderschöne Stimmungen:

Soweit das schöne, das ich dem grauen Winterwald versuche abzugewinnen. Durch die fehlenden Blätter auf den Bäumen ist die nahe Autobahn stärker zu hören. Die A4 fährt zwischen Klettenberg und Köln-West genau am Weiher vorbei. Das stört schon etwas. Eigentlich mag ich es, meine Gedanken ziehen zu lassen. Doch jetzt, wo es teilweise so trist draußen ist und wegen des lauter werdenden Verkehrslärms brauche ich eine zusätzliche Motivation.

Ich neige zu Ausnahmen (Och, heute mal nicht...), die dann immer mehr werden und irgendwann kommt der Gedanke: "Ach, ist doch jetzt eh egal." So ist es mir schon bei vielen Dingen gegangen. Beim Walken war ich recht konsequent unterwegs. Ausnahme im Urlaub an der See, die 14 Tage bei meiner Oma im Sommer, einige Tage wo ich zu viele Termine hatte und eine Erkältungswoche im Herbst. Doch ich schaffte immer wieder anzufangen.

Dann kam der Weihnachtstrubel und ich bin über Weihnachten nicht gegangen und dann nach Neujahr nicht, weil ich erkältet war. Nach einer Pause einzusteigen, ist schwer.

Mir ist zum Glück das erreichen meines Zieles: "Gesund und fit alt werden und die Kompressionsstrumpfhose eines Tages nicht mehr brauchen" wichtig. Schließlich werde ich jeden Morgen daran erinnert, wenn ich mich in die Strumpfhose zwänge. Leidensdruck hilft einfach. Deswegen versuche ich, möglichst konsequent zu sein und regelmäßig walken zu gehen.

Nur manchmal reicht der Leidensdruck einfach nicht. ("Ach, was ist schon einmal nicht...") Also was tun, um mich zu motivieren? Ich habe mir wieder einmal eine Podcast-App auf dem Handy installiert (einfach über den Playstore "Podcast" eingeben und eine App aussuchen) und mir dann in dieser App aus der Vielzahl der angebotenen Podcasts (ist wie ein Blog in Tonformat) einen rausgesucht, wo mich die Inhalte interessierten, mich die Eingangsmelodie nicht abschreckte und mir die Stimme sympathisch war.

Zu Hause, wo ich W-LAN habe, habe ich mir die Folgen runter geladen und kann sie so während des Walkens auf dem Handy hören, ohne dass Datenvolumen gezogen wird. Die Folgen sind teilweise so interessant, dass die Runde um den Decksteiner Weiher schwups vorbei ist. Manchmal ist es so gut, dass ich glatt noch eine Runde gehen könnte, um weiter zu hören. :-)

Jetzt freue ich mich wieder aufs Walken und das Wetter ist egal, weil ich endlich weiter hören will, denn ich höre die Podcasts nur beim Walken. Mal sehen, vielleicht werde ich auch noch auf den Geschmack von Hörbüchern kommen. Mit einer Stunde täglich käme ich da richtig weit. Mal sehen. Das Leben bietet sooo viel zu entdecken.

Stellen Sie sich vor, letzte Woche habe ich mir eine Hose in Größe 42 (!) gekauft. Sie passte wie gemacht für mich. Ich hätte mir im Leben nicht träumen lassen, dass ich eine Hose in der Größe in meinem Leben noch mal trage. Das ist der Hammer! Ich bin so dankbar und kann es manchmal nicht realisieren.

Hüpfende Grüße

Anja Kolberg

PS: Nach dem Posten des Blogartikels bin ich walken gegangen. Unfassbar: Ich habe die Sonne und kurz den blauen Himmel gesehen. Immer wieder erstaunlich, welche Wirkung das Wetter auf die Stimmung hat! Hier ein Bild davon:

Mehr über die Hintergründe, warum ich walke, meine Erlebnisse und die Ergebnisse, lesen Sie in dieser Kategorie: Blog - Körper & Schmerzen 

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Dienstag, 02 Januar, 2018

Ein frohes neues Jahr! Die Gewinnerinnen stehen fest

Ein frohes neues Jahr aus Köln!

Erwartungsvoll und unbeschrieben liegt es vor uns: 2018.

Getreu dem Januar-Satz "Ich bin ein glückliches und freies Leben wert" auf meinem Tischkalender Ich bin auf dem Weg zu mir selbst habe ich mir den Auftakt des Jahres so gestaltet, wie es mir gefiel:

Ich habe ihn im Schlafanzug verbracht. War das mal schön! Das letzte Mal war es glaube ich im Herbst, als ich erkältet war, sonst gehe ich ja jeden Morgen mit unserer Hündin Gassi. Gestern hatte dies zu meiner Freude mein Mann schon gemacht, so konnte ich einfach bleiben wie ich war. Das war gut, denn wir hatten nach Jahren mal wieder mit Freunden Sylvester gefeiert und waren erst gegen halb drei im Bett... Völlig ungewöhnlich für mich und so gut.

Nach dem Frühstück bin ich auf die Couch gehüpft und habe mir zum ersten Mal das Konzert der Wiener Philharmoniker gemütlich angeschaut und bin begeistert von diesem Fest für meine Sinne! Das war ein guter Start in das neue Jahr.

Am Nachmittag schrieb ich die ersten Monatlichen Impulse für das neue Jahr. Was für ein gutes Ritual, nach innen zu schauen. So war mein Neujahrstag.

Im Büro geht es heute, am 2.1. trubelig zu. Gerade habe ich die Gewinne der Adventskalenderaktion ausgelost. Hat Spaß gemacht. Kleine Zettelchen geschrieben. In einem Gefäß gesammelt. Preise aufgerufen. Los gezogen. :-)

Einen Tischkalender 2018 ihrer Wahl haben gewonnen: Cornelia, Dorothea und Kristina.

Ein Minikarten-Set ihrer Wahl haben Manuela, Eva, Claudia, Marita und Martina gewonnen.

Herzlichen Glückwunsch!

Die Gewinnerinen wurden alle per Mail benachrichtigt. Viel Freude mit den bunten Produkten aus meiner Werkstatt.

Tischkalender Seelenglück 2018

Wenn Sie sch auch etwas Gutes tun möchten: Bis 6. Januar 2018 können Sie noch Tischkalender, Minikarten-Sets, Impulse, Verwöhnpakete und mehr bei mir bestellen. Danach schicke ich meinen Shop in Pause, damit ich mich auf andere Projekte konzentrieren kann.

Sie können meine Tischkalender 2018 derzeit nur noch bei Amazon erwerben.

So und jetzt werde ich im Büro mal aufräumen. Weiter Mails beantworten. Zur Post gehen. Pause machen ... und meinen Weg durch den Tag gehen.

Ein gutes Jahr 2018 - voller Frohsinn und Gesundheit wünscht

Anja Kolberg

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Sonntag, 31 Dezember, 2017

Danke 2017! Wie ich nebenbei 40 kg verloren habe

Von Stunde zu Stunde wird es an diesem Sylvester-Sonntag ruhiger. Eigentlich toll, dass weder heute noch an Heilig Abend die Möglichkeit zum Einkaufen war. Das hat diese Tage entschleunigt und mehr Ruhe gebracht.

Ich mag Rückblick halten auf mein Jahr 2017 und mir dafür Zeit nehmen. Mal sehen wie lange ich brauche, bis der Blogeintrag online geht. Wir haben jetzt 15.37 Uhr.

Was war wichtig in 2017 für mich?

Vor allem die gesundheitliche Veränderung.

2016 endete völlig unerwartet mit einem Arztgespräch, das mich aus der Bahn warf. Die emotionslosen Worte: "Kompressionsstrümpfe tragen. Lebenslänglich." lösten erst mal viele Tränen aus. Ich brauchte Zeit, um das zu verarbeiten. Im Blog konnte ich darüber erst schreiben, als ich für mich einen Weg gefunden hatte, mit der Diagnose und den Folgen umzugehen. Das war im April.

Was ich alles seit der Diagnose für meine Gesundheit getan habe?

  • Einen Ratgeber zu Lipödem gelesen und viel im Internet recherchiert, um die Krankheit zu verstehen und was ich tun kann.
  • Die maßgefertigte, flachgestrickte Kompressionswäsche getragen: Die ersten gingen "nur" bis in die Leiste, seit dem Frühsommer bis zum Bauchnabel, also Strumpfhosen. So gut wie jeden Tag habe ich sie getragen. Im Sommer: Ein Abenteuer mit dem einzigen Spaßfaktor, dass ich mir die Farbe Aquablau aussuchte. Mein Bruder meinte: Schlumpffarbe. Ich war also Schlumpfine. :-)
  • Aquajogging gemacht, obwohl ich mich mit Kleidergröße 52/54 nicht wirklich ins Schwimmbad traute. Dabei war es wirklich ok. Nach zwei Kursen war aber Schluss, weil ich stimmungsmäßig nicht gut auf Chlorwasser reagiere und meine Haut juckte.
  • Ein Untertischfahrrad gekauft, damit ich während des Sitzens meine Beine bewegen kann. Dafür den Schreibtisch erhöht bzw. mit meinem Mann zusammen neu gebaut und gleich das Büro frisch angestrichen. :-) (Fahrrad kommt seit dem Dauerwalking weniger zum Einsatz, weil es sich damit so wackelig arbeiten lässt.)
  • Mich dafür eingesetzt, dass ich einen besseren Facharzt finde. Puh! Könnte besser werden...
  • Mich dafür eingesetzt, dass ich Manuelle Lymphdrainage erhalte.
  • Die pfiffigen Physiotherapeutinnen gefragt, was ich noch für meine Beine tun kann. Sie zeigten mir Faszientraining, wodurch auch die Schmerzen nachließen.
  • Im Februar lies ich einen wurzelgefüllten Zahn ziehen und durch ein Keramikimplantat ersetzen. Die Entscheidung bis dahin war intensiv, weil ich das beste für mich rausfinden wollte (Brücke? Einfach die Lücke lassen? Gar nichts machen? Implantat? Titan? Keramik? Welcher Ansatz? Welcher Behandler?) Das Ziel: Meinen Körper von Giften entlasten.
  • Im Zuge der Zahn-OP habe ich u.a. vier Wochen Gluten (Mehlerzeugnisse aus Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel, Grünkern, Gerste...), Zucker, industriell hergestellte Produkte weg gelassen. Kein Soja, keine veganen Ersatzprodukte mehr. Da ich schon länger wusste, dass dies gut für meine Gesundheit ist (habe eine chronische Unterfunktion und Entzündung der Schilddrüse namens Hashimoto) und vielleicht auch helfen könnte, meine mich mürbe machenden Konzentrationsprobleme zu lösen, blieb ich dabei. Fiel mir leichter als vorher gedacht. Erschreckend zu sehen, in wie vielen Produkten Zucker enthalten ist. Es gibt kaum ein industriell hergestelltes Lebensmittel ohne Zucker. Gerade ist mir aufgefallen, dass meine Biogemüsebrühe auch Zucker enthält. Irgendwann werde ich wohl vieles selbst machen, das ist wohl am einfachsten...
  • Seit Mitte Januar mit Spazieren gehen begonnen, weil ich testen wollte, ob die Oberschenkelstrümpfe wirklich halten und nicht wieder rutschten. Dann habe ich weiter gemacht. Immer dann, wenn meine Beine schmerzten, vor allen Dingen die Kniekehlen vom Kompresssionsstoff eingeschnürt waren, zog ich mir Jogginghose, Tshirt, Schuhe und Jacke an und ging los. Irgendwann mit Walkingstöcken, weil mich eine andere Walkerin darauf aufmerksam machte, dass dies doch noch intensiver sei. Selten ging ich einen Tag nicht walken. Die zwei Wochen bei Oma im Sommer nicht, nicht jeden Tag im Urlaub und im Herbst weniger, weil ich erkältet war oder einfach zu viele Termine waren. (Bin dankbar, dass ich mir die Zeit frei einteilen kann. Bei einem 9-to-5 Job im Büro wäre das viel schwerer gewesen.) Inzwischen starte ich auch schon mal von zu Hause aus, ohne bis zum Weiher zu fahren.
  • Im Frühjahr besuchte ich einen Ernährungskurs, um meinen Körper besser zu verstehen. Seit dem habe ich öfter intermittierend gefastet. Also die nächtliche Fastenzeit ausgeweitet, so lange wie es ging. Ich habe viel Obst gegessen und abends hauptsächlich warme Gemüsegerichte. Ziel ist mich ganz einfach rohköstlich zu ernähren. (Ich könnte dazu viel mehr schreiben, will es aber nicht zu lange machen. Vielleicht ein anderes Mal.) Auf meinem Weg geht es mal vorwärts, mal zurück oder ich bleibe auch mal stehen. Im Moment brauche ich die gekochte Kost noch. Und auch auf jeden Fall die Gourmetrohkost, die sehr nusslastig ist, viele Fette nutzt usw. Mal sehen, wann sich das ändert. Auf jeden Fall erschließt sich mir dadurch eine völlig neue Welt. Es passiert wohl vielen Veganern, dass sie früher oder später bei der Rohkost landen. Rohkosttorten habe ich schon einige ausprobiert: Lecker! Ich lasse mir hier alle Freiheit, die ich brauche. Wenn ich Hunger habe, esse ich, wenn nicht, nicht.
  • Ziel insgesamt ist, meinen Körper so wenig wie möglich mit unnatürlichen Einflüssen zu belasten. Die Palette der Handlungsmöglichkeiten ist groß, was ich weglassen kann. Drogerieartikel, Kosmetika zum Beispiel. Ich nutze keine Cremes oder Schminke, letzteres liegt daran, dass ich nach der Renovierung unseres Hauses (vermutlich war das Abbeizen der Treppe ursächlich) eine Kontaktallergie entwickelte und sich die Haut um meine Augen entzündet, wenn sie mit Cremes oder Schminke in Verbindung kommt. Deo und Zahnpasta habe ich schon länger durch Natron (Baking Soda von Bobs Red Mill, das lt. letzten Informationen noch natürlich abgebaut wird) ersetzt. Oft dusche ich einfach nur mit Wasser. Erschreckend, was alles an Chemie in den Produkten steckt. Da unsere Haut so durchlässig ist, gelangt dies auch in unsereren Körper. Ich will das nicht mehr.

Ergebnisse dieser Reise durch das Jahr:

  • Mein Gewicht ist um aktuell 40 kg gesunken. Das ist einfach so passiert. Mein Ziel war ja nicht abzunehmen. Mein Ziel war, gesünder zu werden. Deswegen fehlt mir jeglicher Druck, den ich von früheren Gewichtsreduzierungen kenne. Das ist so eine Freiheit! Ich esse, wann ich will und wie viel ich will, bis ich satt bin. Ich trage nun Kleidergröße 42/44. Im Prospekt eines Kompressionswarehersteller las ich vor einem Jahr, was ich für meine Gesundheit tun kann: Normalgewicht erreichen. Das fand ich ein gutes Ziel. Wie nebenbei wird mein Gewicht immer normaler. Ich hätte mir nicht erträumen lassen, dass das noch mal möglich ist. Aber es passierte einfach. Wie ein Dankeschön meines Körpers für die unternommen Schritte. Die sinkende Zahl auf der Waage hat mir das Jahr leichter gemacht und war auch Antrieb. Ich habe nicht wie bei Diäten früher die Gedanken: "Wann kann ich endlich wieder normal essen?" Weil ich begriffen habe, welches Essen gut für meinen Körper ist und was nicht. Und wenn ich ein Warum habe, fällt es mir einfach leichter, dabei zu bleiben. Ich will nicht sagen ewig und immer. Aber jetzt ist es so und es ist gut so.
  • Ich fühle mich beweglicher, fitter. So habe ich es auch im Urlaub geschafft, uns aus einer misslichen Lage zu befreien. (Wir hatten uns aus dem Haus ausgeschlossen ... Hier die Geschichte)
  • Meine Konzentrationsprobleme sind oft weg. Vor einigen Wochen tauchten sie mal wieder auf und dann wieder ab. Inzwischen kann ich sie auch als Zeichen der Entgiftung meines Körpers sehen.
  • Seit dem Tragen der Kompressionsstrümpfe habe ich an jedem Oberschenkel 15 cm Umfang verloren. Ich weiß das so genau, weil die Beine für die Anfertigung ausgemessen werden und ich mir Kopien der Maßzettel erfragt habe.
  • Ich habe wieder Lust, Kleidung anzuprobieren. Es macht einfach Freude, in ein normales Geschäft zu gehen und einfach was anzuprobieren. Die Auswahl im Normalgrößenbereich ist vielseitiger.
  • Im November habe ich mir einen Rock gekauft. Wissen Sie wie lange ich davon schon geträumt habe? Früher habe ich total gerne Röcke getragen. Doch die letzten Jahre fühlte ich mich mit den Beinen einfach nicht wohl bei einem Rock. Eigentlich wollte ich mit dem Rockkauf ja auch warten, bis sich mein Gewicht eingependelt hat, aber dann dachte ich: "Nicht nur das Ziel feiern, sondern auch den Weg!" und gönnte mir das neue Outfit. :-)
  • Die Schmerzen in den Beinen, die mich Ende 2016 zur Notfallsprechstunde eines Gefäßchirurgen brachten, sind von Woche zu Woche weniger geworden. Das ist soooo gut!
  • Ich kann die Beine wieder übereinander schlagen. :-)
  • Ich habe ein stärkeres Selbstbewusstsein. Mir ist wichtig zu schreiben, dass ich mich mit den 40 kg mehr auch gut, wertvoll und richtig gefühlt habe und auch beweglich war. Aber so ist es noch schöner und leichter. Nie hätte ich mir das erträumt, dass ich das so leicht schaffe! Vor einigen Jahren habe ich mal gesagt: "Eines Tages fallen alle Kilos von mir ab." - ohne zu wissen wie. Jetzt war es soweit.
  • Mein Kardiologe (hatte so komisches Herzklopfen über längeren Zeitraum, das mich beunruhigte) sagte im Dezember, dass lt. Statistik (hoffentlich habe ich die Zahl richtig im Kopf) nur 0,3% der Menschen mit einem BMI über 40 es schaffen, wieder normalgewichtig zu werden und ich hätte das geschafft. Er war begeistert und das tut einfach gut. Er meinte, mein Herz würde wohl meinen, es sei in einen neuen Körper transplantiert worden und müsse sich daran erst mal gewöhnen. Schöne Erklärung. :-))

Es gibt so viel mehr schönes in meinem Jahr. Doch meine gesundheitliche Veränderung war das allerwichtigste.

Inzwischen finde ich die Kompressionsstrümpfe nicht mehr so schlimm wie am Anfang. Da machten sie mich aggressiv, dieser Druck von außen auf die Beine... Puh! Heute habe ich das Gefühl, ich werde an den Beinen lieb gehalten. Auch die anfänglichen Bedenken, dass ich durch den zusätzlichen Stoff nicht mehr in meine Schuhe passe oder eine größere Hose brauchte, waren unbegründet. Es wurde alles gut.

Ich hatte das große Glück, auf meinem Weg Menschen zu begegnen, die mir geholfen haben. Zum Beispiel meine geliebte Sanifee! Die Mitarbeiterin aus dem Sanitätshaus, die meine Beine ausmaß, machte mir so Mut, als ich das erste mal, noch völlig niedergeschlagen bei ihr war. "Frau Kolberg, wir schaffen das. Ich suche Ihnen einen schönen Stoff aus. Sie werden sehen, das wird besser werden." Und so wurde es von Mal zu Mal. Jetzt freuen wir uns beide über die wundervollen Veränderungen, die mein Körper dieses Jahr durchgemacht hat.

Wie bei einem Schmetterling, der aus seinem Kokon geschlüpft ist.

2017 hatte es wirklich in sich. Und ich habe es gemeistert! Ich bin richtig richtig stolz auf mich. Erstaunlich, was Leidensdruck alles in Bewegung bringen kann. Ohne den hätte ich den Weg nicht geschafft. Es ist noch lange nicht gut, es gibt noch viel zu tun, aber so viel ist schon erreicht. Und das feiere ich jetzt!

Was noch in 2017 wichtig für mich war: Die Auszeit bei meiner Oma. Die herausfordernden Erlebnisse und Geschenke in unserem Dänemark-Urlaub. Die heilsame Zeit beim Walken in der Natur ... Manches habe ich im Blog geteilt. Sie können es lesen, wenn Sie durch die beiden Halbjahre scrollen:

Blog - 2017, 1. Halbjahr

Blog - 2017, 2. Halbjahr

Danke - 2017, dass du da warst und mich so richtig durchgeschüttelt hast. Es tut immer wieder gut, zu erfahren, dass vielleicht Pech oder Unglück am Anfang eines Weges stehen, aber Glück und Freude an seinem Ende auf uns warten.

Danke, dass Sie Teil meines kleinen Universums sind und mich lesen!

Alles erdenklich Gute für Ihr 2018

Anja Kolberg

PS: Online geht der Blogbeitrag um 17.54 Uhr. Und ich versuche jetzt nicht, ihn noch xmal durchzulesen, zu optimieren, sondern ihn so stehen zu lassen wie er ist: Wahrscheinlich mit Fehlern, wahrscheinlich noch besser zu machen und doch genau richtig so wie er ist. :-)

PPS: Mehr von mir lesen Sie regelmäßig in den Monatlichen Impulsen. Diese können Sie für 12 Euro derzeit noch im Shop kaufen. Link dorthin

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Sonntag, 24 Dezember, 2017

Türchen 24: Impressionen von der See & Verlosung

Zum Abschied von unserer Reise in den hohen Norden sende ich Ihnen einige Wahrnehmungen aus dem Urlaub:

Das Rauschen des Meeres. Die Freiheit der im Wind segelnden Möven. Das kalte Glücksgegühl, wenn das Meer die Beine umspielt und den sanften und gleichzeitig rauhen Untergrund des Sandes unter nackten Füßen.

Die Magie der Tiere und ihre heilsame Wirkung auf uns Menschen.

Wie die Langsamkeit der Schnecke, die doch mit stetigem Fortschritt ihren Weg macht.

Das gemütliche Prasseln des Regens. Die schönen Formen, die die Tropfen machen, wenn sie Holzplanken berühren. Das Glück der Stille in der Natur.

Das Gefühl heil aus brenzligen Situationen heraus gekommen zu sein. Die Demut, Glück haben zu dürfen und Hilfe in der Not zu bekommen.

Das Gefühl, sich immer neu zu verstehen, Frieden zu schließen und sich zu verzeihen. Die Kraft, die in Beziehungen und in jedem von uns wohnt. Die Chance, etwas zu schaffen, wenn wir etwas wirklich erreichen wollen.

Minus süßes sich die Augen mit den Pfoten putzen und ihr Königinnenblick, als mein Mann sie im Strandbuggy zog. Das Gefühl von samtig flauschig weichen Hundeohren. Unser Schatz wird Heilig Abend 15 Jahre.

Den Duft von pinkfarbenen Heckenrosen. Der sauerfrische Geschmack von Sanddorn ...

... und eine große Umarmung aus Köln.

Das war mein Adventskalender 2017. Mein bisher größtes zusammenhängendes Textprojekt für den Blog und eine ganz schöne Herausforderung. Den Text hatte ich im Urlaub fertig geschrieben, anschließend zu Hause überarbeitet und weil es so viel war, kam ich auf die Idee: "Da mache ich einen Adventskalender draus."

Im Dezember habe ich ihn Tag für Tag in die Blogsoftware übertragen, Korrektur gelesen und illustriert. Ich wollte es ja schön haben. :-) So erstellte ich über 290 Illustrationen und war täglich bis zu zwei Stunden mit dem Bereitstellen des neuen Türchens für den nächsten Tag beschäftigt. Hab ich mir vorher irgendwie nicht so zeitintensiv vorgestellt. Gut so, sonst wäre er gar nicht erst entstanden. :-)

So habe ich die intensive Schreiberfahrung genossen und ich hoffe, es hat Ihnen gefallen und vielleicht sogar gut getan.

Jetzt kommt die Verlosung für Sie!

Hier die Fragen zu meinem Adventskalender:

  1. Was hat Ihnen am Adventskalender am besten gefallen?
  2. Welche Stelle meiner Urlaubsgeschichte haben Sie jetzt am stärksten in Erinnerung? (Das, was Ihnen zuerst einfällt.)
  3. Was haben Sie für sich aus meinen Erlebnissen mitgenommen?

Schreiben Sie einfach drauf los, was Ihnen in den Sinn kommt. Es gibt kein richtig oder falsch, kein zu wenig oder zu viel, nur einfach Ihre persönlichen Empfindungen und die sind immer richtig.

Ich freue mich auf jede einzelne Zuschrift, die ich alle lesen werde. Bitte schicken an meine Mailadresse ak (at) anjakolberg.de
Einsendeschluss ist der 31.12.2017. Unter allen Zuschriften verlose ich diese Gewinne:

1.-3. Preis: Ein Tischkalender 2018 Ihrer Wahl
4.-8. Preis: Ein Minikartenset Ihrer Wahl (Auswahl in meinem Shop)

Nun einfach und munter drauf los! Mail öffnen

Ich wünsche Ihnen von Herzen schöne Weihnachtstage!

Ihre Anja Kolberg

* * * Hier alle Folgen des Adventskalenders in der Übersicht * * *

Der Adventskalender ist gestartet - mit Verlosung

Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein?

Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Türchen 16: Warum passierte das alles? Die Ursache finden und dann...

Türchen 17: Ein kleines Wunder

Türchen 18: Ich liebe den Nordseesturm. Tagsüber.

Türchen 19: Der Küste entlang in den Norden. Wanderdüne Rudbjerg Knudde und Loenstrup. Hirtshals und Noerlev Strand.

Türchen 20: Dieses Kribbeln am Strand

Türchen 21: Heidelandschaft und besondere Geschenke dieser Reise 

Türchen 22: Die Weitsicht nach innen und außen und noch ein Geschenk!

Türchen 23: Ende gut, alles gut

Türchen 24: Impressionen von der See & Verlosung

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Samstag, 23 Dezember, 2017

Türchen 23: Ende gut, alles gut

Die letzten Urlaubsstunden verflogen im nu. Am letzten Abend brachten wir Minu spät zum 'Gute Nacht Pipi' raus und wurden mit einem grandiosen Sternehimmel beschenkt. Weil hier keine Straßenlampen oder Häuser Licht streuen, sind die Sterne besonders gut zu sehen.

Da möchte ich gerne auf dem Boden liegen und nur in den Himmel schauen. Atemberaubend, so viele silbrig glänzende kleine und große Punkte. Uahh, wäre es nicht so kalt und laut vom Wind gewesen, sicherlich eine gute Idee. Husch, schnell wieder rein ins warme Haus. Doch erst noch etwas zur Mülltonne bringen. Huch, was war denn das?

In einem zwei Meter Kreis um die Tonne lag unser Müll verteilt auf dem Boden. Wir leuchteten mit der Taschenlampe. Wie kam der Müll da raus? Der metallene Deckel des Müllbehälters war fest verschlossen. Das schwere Holztor, welches das Grundstück abschloss, ebenfalls. Hm. Es war klar, dass es kein Mensch gewesen war.

Aber welches Tier? Abends hatte es frischen Fisch gegeben, vielleicht fühlte es sich vom Geruch der Tüte angezogen, die im Müll gelandet war? Die Müllbehälter bestanden aus einem runden Drahtgerüst, das vorne mit einem Bügel verschlossen wurde, oben war ein schwerer Deckel drauf. In die Öffnung wurde ein dicker, fester Papierbeutel geklemmt.

Diesen Beutel hatte irgendwer vorne in etwa 40 cm Höhe durch den etwa 2 bis 5 cm schmalen Spalt gezogen und einen Beutel nach dem anderen rausgeholt. Unter anderem auch eine große Plastikbox, in der ein Kilo Trauben gewesen waren und die viel breiter war als der Spalt. Wer das da raus gefriemelt hatte, musste ganz schön Kraft in den Pfoten gehabt haben und nicht gerade klein gewesen sein.

Wir sammelten alles wieder ein, sicherten die Tonne mit einem neuen Beutel und verschwanden schnell im Haus. Ein bischen unheimlich war es schon. Ob es hier Waschbären gab? Wir suchten im Internet. Wahrhaftig. Die gab es hier. Die Beschreibung könnte passen. Uns war abends immer aufgefallen, dass Minu ausführlich an einer Seite den Hang hinter dem Haus rauf schnüffelte. Mir war ein großes Loch zwischen den Sträuchern aufgefallen und ich dachte, vielleicht wäre es ein Kaninchenbau. Nun war es wohl eher ein Waschbärbau!

Irgendwie war ich froh, dass es unser letzter Abend war. Obwohl ich tierlieb und -begeistert bin, hatte ich nicht viel Lust, diesem Räuber nachts zu begegnen und mich dabei gehörig zu erschrecken. :-)

Noch zwei Fotos von Nachtstimmungen: In der zweiten Woche leuchtete der Vollmond vom Himmel und machte alles hell draußen. Zum Glück schliefen wir drei alle schlecht in dieser Nacht und tapsten durch das Ferienhaus: So konnten wir den Mond sehen, der sich über Meer spiegelte. Das sah magisch aus.

Was haben wir für einen Urlaub erlebt!

Ich habe so viel gelernt:

Herausforderungen, Baustellen, Schwierigkeiten, Schicksalswendungen wird es im Leben immer wieder geben. Ich kann sie nicht verhindern, so gut ich auch bin und lebe. Wichtig ist nicht, ob uns etwas passiert (es wird wahrscheinlich) oder was uns widerfährt, sondern wie wir mit der Situation, aber vor allen Dingen miteinander und mit uns selbst umgehen. Und dies wird uns mit den Jahren und Erfahrungen mit immer größerer Sicherheit und Gelassenheit gelingen.

So herausfordernd die Situationen waren, so viel Hilfe war auch da. Menschen, die uns zur Seite standen. Vor allem die Präsenz der anderen Menschen war wichtig. Von außen hat man einen neutraleren Blick, weil man emotional unbeteiligt ist, als wenn man selbst in der Notsituation steckt. Es war für mich wichtig, dass die Menschen einfach da waren. Die Frauen und der Mann am Strand zum Beispiel: Ihre Aufmerksamkeit und ihr Mitüberlegen war so eine Hilfe, natürlich auch die Tat. Oder der nette Nachbar. Dass sie mir zur Seite standen, hat mir Kraft gegeben.

Mit meiner Freundin Ariane, mit der ich einige Weiterbildungen besuchte, arbeiteten wir schon mal gegenseitig in Einzelaufstellungen an unseren Themen. Durch die darin gesammelte Selbsterfahrung wurde mir klar: Was wir für das Finden einer in uns selbst stimmigen Lösung brauchen, ist nicht ein Mensch, der leitet, der sich stark einbringt, sondern eher die liebevolle, wohlwollende, an uns glaubende Großmutter, die im Schaukelstuhl in der Ecke sitzt, strickt und dem spielenden Kind ihre Aufmerksamkeit alleine durch ihre Präsenz schenkt.

Das war für mich damals eine ganz wichtige Erkenntnis. Also wenn Ariane einfach da war und mit ihrer Aufmerksamkeit die Energie und Konzentration hoch hielt, konnte ich für mich mein Thema mit Hilfe von Einzelaufstellungen selbst lösen. Mir half das Dasein, die liebevolle Aufmerksamkeit. Manchmal hilft auch einfach ein Taschentuch reichen und Stille oder auch interessiert Fragen zu stellen und zuzuhören. So mag ich es am liebsten.

Im Urlaub hatten die Helfer genau das getan: Sie waren da. Wie wundervoll!

So ist es auch im Leben: Was wir für unseren Weg von außen brauchen, um unsere Ziele zu erreichen, ist liebevolle Aufmerksamkeit, Zuspruch, Glaube. So schön!

Ein Urlaub muss für die Erfüllung vieler Bedürnisse herhalten, die im Alltag einfach zu kurz kommen: Schlaf nachholen. Endlich die Füße hochlegen. Endlich Zeit miteinander verbringen. Endlich mehr bewegen. ... Es ist nicht einfach, damit umzugehen, wenn diese Hoffnungen über den Haufen geworfen werden und Bedürfnisse torpediert werden - wie bei mir zum Beispiel durch die Baustelle.

Dann einen Weg zu finden, gut mit sich selbst und der Situation umzugehen, ist ein wichtiger Weg. Wir alle schaffen das, mal schwerer, mal einfacher auf unserem Weg. Uns passieren solche Herausforderungen nicht ohne Grund, nicht ohne Nutzen für unsere weitere Entwicklung. Auch wenn die Geschenke erst mal in ganz schäbiger Folie verpackt sind, wir zweifeln, mit dem Schicksal hadern, wütend oder traurig sind:

Die wahre Schönheit der Inhalte zeigt sich zum Schluss und wenn wir sie sehen können, erfahren wir den wahren Reichtum dieser Lebensstürme.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Das nächste Mal hätte ich aber nichts dagegen, wenn es langweilige laue Lüftchen wären. ;o)

Das waren meine Urlaubserlebnisse Dänemark 2017. Schön, dass Sie mit mir gereist sind.

Hier das letzte Türchen mit den Fragen für die Verlosung und noch einige stimmungsvolle Inspirationen zum Abschluss: Türchen 24: Impressionen von der See & Verlosung 

Die Verlosung ist bis 31.12.17 geöffnet. Sie haben also auch nach den Feiertagen Zeit, das letzte Türchen in Ruhe zu öffnen.

Ihre Anja Kolberg

* * * Bisher erschienen:

Der Adventskalender ist gestartet - mit Verlosung

Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein?

Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Türchen 16: Warum passierte das alles? Die Ursache finden und dann...

Türchen 17: Ein kleines Wunder

Türchen 18: Ich liebe den Nordseesturm. Tagsüber.

Türchen 19: Der Küste entlang in den Norden. Wanderdüne Rudbjerg Knudde und Loenstrup. Hirtshals und Noerlev Strand.

Türchen 20: Dieses Kribbeln am Strand

Türchen 21: Heidelandschaft und besondere Geschenke dieser Reise 

Türchen 22: Die Weitsicht nach innen und außen und noch ein Geschenk! 

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Freitag, 22 Dezember, 2017

Türchen 22: Die Weitsicht nach innen und außen und noch ein Geschenk!

Nachdem ich einen ganzen Tag mit Hilfe verschiedener Musikvideos zur Ablenkung von dem Krach draußen meine Urlaubserlebnisse aufgeschrieben hatte, wollte ich meinen Körper und meine Seele mit einem Walkingspaziergang am Meer verwöhnen. Ich zog Schuhe und eine warme Jacke an, holte die Stöcke raus und maschierte Richtung Loekken los.

Nach einer dreiviertel Stunde erreichte ich eine Treppe, die mich schon Tage zuvor magisch angezogen hatte, da man von dort eine etwas steilere Düne hochklettern konnte. Gar nicht so einfach, den Sand bis zur ersten Stufe zu überwinden. Wie bei einem Fitnessgerät, wo man auf der Stelle steht und Stufen nimmt. :-)

Dann setzte ich mich oben auf das Plateau und genoß die Aussicht auf die Nordsee und das Glück einer trockenen Sitzgelegenheit.

Der einsetzende Nieselregen störte mich nicht. Was für ein Glück, dieser Blick.

Ich spürte, wie ich innerlich zur Ruhe kam und aufatmete. Was hatte ich das vermisst und letztes Jahr so oft gemacht, die hohe Aussicht von der Düne auf das Meer zu genießen.

Ich konnte meine Gedanken hier einfach ziehen lassen. Frei.

Mehrmals hatte ich in den vergangenen Wochen überlegt, nach Hause zu fahren und den Urlaub abzubrechen. Jetzt war ich froh, durchgehalten zu haben.

Auf einmal verstand ich, dass ich im Urlaub doch bekommen hatte, was ich mir zu Anfang so sehnlichst wünschte:

Ich wollte Ruhe und Erholung im Urlaub haben – die habe ich auch bekommen, aber anders, als ich wollte: Nicht im Liegestuhl lesend oder mit dem Blick aufs Meer schreibend, sondern durch die Walkingausflüge, die ich gemacht habe, um der Baustelle zu entfliehen.

Ich wollte an mir selbst arbeiten. Ich habe intensive Arbeit an mir selbst erfahren. Aber anders als geplant. Geplant war ein im letzten Urlaub begonnenes Fachbuch über Scham weiter durchzuarbeiten und mit meinen inneren Anteilen zu arbeiten – und zwar im Ferienhaus schreibend. Bekommen habe ich intensive Arbeit an mir selbst, aber durch all die Abenteuer, die ich bestanden habe – außerhalb und innerhalb des Hauses.

Ich wollte schreiben und war traurig, dass es mir einfach nicht gelang, weil mir die Ruhe fehlte. An diesem Tag schrieb ich viele Stunden in einem Rutsch unsere Erlebnisse auf. (Es wurde daraus das größte zusammenhängende Blogprojekt, das ich bisher gemacht habe.)

Mir fiel das Zitat von der mir sehr geschätzten Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross ein: "Eines weiß ich ganz bestimmt: Wir mögen nicht immer bekommen, was wir wollen. Aber wir bekommen immer das, was wir wirklich brauchen." Wie wahr!

Irgendwie werden wir doch geleitet und geschützt auf unserem Weg durch das Leben.

Als ich beschwingt von diesen Erkenntnissen im strömenden Regen zurück ging, traute ich meinen Augen nicht. Ich sah etwas großes schwarzes am Strand, das sich bewegte. Wahrhaftig eine Robbe!!!

Ich lief los und begrüßte sie vor Begeisterung mit stürmischen Rufen, was sie natürlich erschreckte. Übrig blieben die spannenden Spuren im Sand, die sie beim Robben ins Wasser hinterlies:

Ich sah der Robbe nach, die im Meer verschwand, freute mich unbändig und bedankte mich beim Himmel für so viel Glück.

Und während ich weiter meines Weges ging, meist den Blick auf den Boden, um zu sehen, wohin ich trat, dachte ich überrascht wieder: Was ist denn das?

Da hatte sich die Robbe erneut vor mir an den Strand gewagt!

Diesmal war ich etwas vorsichtiger und sie etwas vertrauensseliger.

Ich konnte vorsichtig näher an sie heran gehen, sie einen Moment beobachten und sie mich, bis sie wieder ins Nass robbte.

Endlich hatte ich eine Robbe in freier Wildbahn gesehen. Seit 2002 warte ich darauf. Und diesen Urlaub, wo ich niemals damit gerechnet hatte, sehe ich sie. Und nicht nur sie, sondern auch Delphine! Was für ein Glück!

Den ganzen Rückweg war ich wie auf Drogen, sang laut vor mich hin und bekam mein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Zu Hause angekommen, war ich durch und durch nass vom Regen und so froh wie nach zwanzig Mal Achterbahn fahren.

Hier geht es weiter mit Türchen 23: Ende gut, alles gut

Beschwingte Grüße,

Ihre Anja Kolberg

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Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein?

Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Türchen 16: Warum passierte das alles? Die Ursache finden und dann...

Türchen 17: Ein kleines Wunder

Türchen 18: Ich liebe den Nordseesturm. Tagsüber.

Türchen 19: Der Küste entlang in den Norden. Wanderdüne Rudbjerg Knudde und Loenstrup. Hirtshals und Noerlev Strand.

Türchen 20: Dieses Kribbeln am Strand 

Türchen 21: Heidelandschaft und besondere Geschenke dieser Reise 

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Donnerstag, 21 Dezember, 2017

Türchen 21: Heidelandschaft und besondere Geschenke dieser Reise

Dienstag in der letzten Ferienwoche hatte ich das starke Bedürfnis nach Ruhe und so entschloss ich mich, nochmal die grüne, stille Strecke durch die Heide zu laufen und als krönenden Abschluss die Weitsicht oben auf dem Dünenberg zu genießen. Obwohl Regen gemeldet war machte ich mich auf den Weg. Meine Softshelljacke ist zum Glück wind- und bis zu einem gewissen Grad auch wasserdicht.

Ich kam vorbei an Sanddornbüschen. Diese saure Frucht ist so gesund, dass ich viele der gelben Vitamin-C-Beeren naschte. Direkt vom Strauch in den Mund. Lecker!

Was hat das gut getan, durch die Stille der Natur zu gehen, immer wieder Pausen zu machen, um am Harz der Kiefern zu riechen oder Irish Moos auf dem Boden der Lichtungen zu entdecken:

Flitzenden Eichhörnchen zuzuschauen und winzig kleine Pilze im Moos zu bestaunen:

Auf einem der Dächer sah ich Auerhühner. (Die schwarzen Striche oben auf dem Dach.) Deren eigentümliches Klackern hatte ich vorher nur in den Abendstunden in den Dünen gehört und von weitem eines hochfliegen sehen.

Vom Weg durch die bergige Landschaft aus genoss ich die Aussicht über die Dünenhügel bis zum Wasser

und die Jammerbucht entlang:

Die Kartoffelrosen rochen einfach himmlisch und ihr vitaminreiches Fruchtmark lies ich mir auch schmecken:

Ich wollte nicht wie beim letzten Besuch gleich zum Wasser runter gehen, sondern wählte schmale Pfade durch die menschenleere Landschaft. Morgens hatte es gefroren und die Kälte war am Nachmittag immer noch zu spüren. Der Wind frischte auf.

Feuerrot waren meine Hände, als es stärker zu regnen begann. Aber in mir drin war es warm und voller Lebensfreude! Dank Google Maps fand ich einen neuen Weg Richtung Strand. Er führte mich durch das Dünental hinauf auf eine Anhöhe.

Als ich auf der Dünenspitze stand, wurde ich von einem atemberaubenden Blick auf das Meer und in die andere Richtung auf die vielen Häuschen, die sich in die Dünen schmiegten, belohnt. Wegen dem ungemütlichen Wetter war kein Mensch zu sehen. Ich war mit der Natur alleine.

Welch ein grandioses Farbenspiel: Es war kaum Wind, deswegen war das Meer fast glatt. Das zeigte sich in türkisfarbenen Schattierungen wie meine Wand im Büro, dazu die Farbe des cremigen Sandes und die Blauschattierungen des wolkenverhangenen Himmels. Ein Feuerwerk für meine Augen und meine Seele. Vor Rührung flossen mir die Tränen, so schön war das.

Ich war so dankbar, diesen über drei Stunden dauernden Ausflug gemacht zu haben.

Wow! Wieder wurde mir was klar:

Das hätte ich nicht gesehen, wenn mich die Bauarbeiten nicht raus getrieben hätten, weil ich ansonsten sicherlich im gemütlicheren Haus geblieben wäre. Ich wäre nicht so weit gewalkt, wenn ich wegen der schmerzhaften Diagnose Lipödem im Dezember nicht 2017 begonnen hätte mit Walking. Wenn ich durch meine Ernährungsumstellung bis dahin nicht über 30 kg abgenommen hätte und durch das Walking so trainiert wäre: Es wäre schwer für mich gewesen, durch die schmale Luke in der Kellerdecke zu steigen, um uns wieder aufzuschließen.

Ich begriff die Geschenke, die ich bekommen hatte und bedankte mich beim Himmel. Rückblickend machte alles Sinn und fügte sich zusammen: Die Lipödem-Diagnose, das Rutschen der ersten Kompressionsstrümpfe und das Losgehen, um ihren Halt zu testen, die Zahn-OP mit den damit empfohlenen Ernährungsveränderungen, die Schmerzen in den Beinen, die mich im Laufe des Jahres immer wieder zum Walking gebracht hatten. Die Baustelle, deren Lärm mich zur Bewegung außerhalb zwang.

So schwer ist es, das zu sehen, wenn ich in der vertrackten Situation steckte. So stimmig war es jetzt. Ich war in dem Moment voller Glück und Dankbarkeit erfüllt.

Ich hatte das Gefühl, dass ich als Belohnung für dieses Begreifen diesen atemberaubenden Blick am menschenleeren Strand geschenkt bekommen hätte und walkte beseelt zur Wasserkannte hinunter. Doch dann kam es noch besser!

Auf dem Meer sah ich zwei schwarze Punkte: Möven, die sich auf dem Wasser schaukeln ließen. Aber was war das? Hatte ich da schwarze Rückenflossen auf- und abtauchen gesehen? Ich ging näher Richtung Wasserkante, zückte mein Smartphone, das wollte ich aufnehmen. Ich suchte auf der großen Fläche des Meeres die beiden Möven als Fixpunkte und nahm ein Video auf. Da wieder etwas schwarzes. Ich sah gebannt auf das Wasser und suchte es nach den Tieren ab.

Wahrhaftig, das waren schwarze Rückenflossen, zwei Stück. Nach zwei Mintuten hörte ich auf zu filmen, ein Foto glückte mir nicht. Ich hatte wirklich zwei Delphine gesehen, an der Küste Dänemarks! Wie geil war das denn? Ich konnte mein Glück kaum fassen! Ich habe diese Tiere noch nie in der freien Wildbahn gesehen. Für mich war das ein kleines Wunder.

Ich hatte wirklich das Gefühl, die sind ein Geschenk des Himmels an mich für all die bestandenen Herausforderungen. Unfassbar! Ich konnte es kaum begreifen. Ich war so beglückt wie Sie an meinem Gesicht unten sehen können.

In dem Moment war ich überzeugt, dass die beiden nur für mich da aufgetaucht sind, nachdem ich all die Lernaufgaben und die Geschenke entdeckt, begriffen und mich dafür bedankt hatte. Denn es ist sauschwer, sich auf die mies eingepackten Geschenke des Lebens einzustellen, frohen Herzens und offen für die Botschaft. Ich kenne keinen, der sagt: „Super, da kommt die nächste Lernaufgabe. Ich leide zwar gerade wie Hund, mein Urlaub wird durchkreuzt, aber hey egal, es wird ein gutes Ende haben.“ Also ich kann das in jedem Falle nicht. Kann ja noch werden. Was ich aber immer besser kann, ist damit immer früher meinen Frieden schließen, mir gut zureden, für mich einstehen, an ein gutes Ende denken und für mich in der Zwischenzeit gut sorgen. Und das ist klasse!

Im Ferienhaus guckte ich mir die Videos mehrmals an und recherchierte im Netz, ob es dort oben wirklich Dephine gab. Ja, so war es: Es gibt dunkelgraue Tümmler oben an der Nordsee. Sie tauchen alleine oder zu zweit auf, mit Vorliebe in flachem Gewässer. Das passte. Hüüüüüüüüüüüüüüüühüpf! Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass ich an der Nordsee in freier Wildbahn Delphine sehe. Und jetzt war das einfach passiert!

Das war der Punkt, wo ich mir vornahm, über diesen ganz besonderen Urlaub ausführlich für den Blog zu schreiben und meine Erlebnisse mit Ihnen zu teilen.

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Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein?

Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Türchen 16: Warum passierte das alles? Die Ursache finden und dann...

Türchen 17: Ein kleines Wunder

Türchen 18: Ich liebe den Nordseesturm. Tagsüber.

Türchen 19: Der Küste entlang in den Norden. Wanderdüne Rudbjerg Knudde und Loenstrup. Hirtshals und Noerlev Strand.

Türchen 20: Dieses Kribbeln am Strand 

Bis morgen,

Ihre Anja Kolberg

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Mittwoch, 20 Dezember, 2017

Türchen 20: Dieses Kribbeln am Strand

Hier ein paar Inspirationen vom bunten Leben am Nordsee-Herbststrand in Dänemark:

Bei Wind und schönem Wetter fuhren am Meer Paraglider, die an ihre dreirädgrigen, niedrigen Fahrgestelle große Segel gespannt hatten. Sie erreichten eine enorme Geschwindigkeit.

Die bunten Segel vor dem blauen Himmel sahen einfach toll aus.

Auch junge Frauen drehten mit den Gefährten ihre Runden auf der breiten Fläche. Ein Sport mit körperlicher Herausforderung.

Eine Gruppe junger Leute hatte sich Geschirre angezogen, an denen Schirme befestigt wurden, dann stiegen sie auf Skateboards mit großen Gummireifen und ließen sich in atemberaubender Speed über den Strand ziehen. Das Spiel mit dem Wind war nicht einfach, der Schirm klappte immer wieder in sich zusammen, aber wenn es klappte, nahmen sie unglaublich schnell Tempo auf.

So schöne Momente am Strand: Ich sah einen älteren Herrn, der die Klappe seines Kombis geöffnet hatte und auf der Kannte Platz nahm. Um ihn herum spielten seine Enkelkinder: Zwei Jungs im Alter um die zehn Jahre versuchten mit einer Schaltafel das Wasser aufzuhalten, ein Mädchen spielte mit dem Hund, ein anderes hielt einen Drachen.

Bei einem der starken Schauer beobachtete ich vom Wintergarten aus acht junge Mädchen in Regenbekleidung von Fuß bis Kopf, die mit einer grauhaarigen Frau den Weg zum Strand runter gingen. Auf dem Rücken sah ich einige rote Stäbe in ihrem Rucksack und wurde neugierig. Nach einer viertel Stunde sagte mein Mann, guck mal: Am Strand schwebten neun rote Drachen im Wind. (Bild unten) Was sah das schön aus!

Ich liebe es, mit den nackten Beinen durchs Meerwasser zu schlürfen. So oft wie möglich. Zwischen all dem Regenwetter schien die Sonne eines nachmittags, doch es war ziemlich frisch draußen. Sollte ich warten, ob es wieder wärmer werden würde? Unklar, ob ich wegen des instabiles Wetters im Urlaub überhaupt noch einmal in der Sonne am Wasser würde laufen können. Also jetzt oder nie!

Gut für die Beine ist es allemale. Ich zog die kurze Hose an und mehrere Pullover und Shirts übereinander an. Puh, es war schon arg kalt in der kurzen Hose, so jetzt allen Mut zusammen genommen und mit den nackten Füßen ins W........ Ah! Kalt. Sehr kalt!

Zuerst schmerzte das Wasser an den Füßen, so dass ich mich fragte, warum ich so verrückt war, das im Oktober zu machen. Irgendwann wurde es durch den kalten Wind an den nassen Beinen im Wasser angenehmer als draußen und kurz darauf war es mir wahrhaftig egal, ob ich im Wasser stand

und mir die Wellen bis an die Knie spritzten oder ich nur über den Sand lief, ich hatte mich daran gewöhnt und es war einfach schön!

Doch es gibt Menschen, die sind viiiiiiel abgehärteter:

Bei Wind und Wetter habe ich einige - meist ältere - Herrschaften gesehen, die nackig in die Fluten gestiegen sind. Hier ist es durch das flache Wasser leicht ins Meer zu gehen. Kaum Steine, kaum schneidende Muscheln. Mut erfordert es auf jeden Fall, ganz mit dem Körper unterzutauchen. Manche fuhren mit dem Auto bis ans Wasser, zogen sich komplett aus und stiegen in die Fluten, kamen fluchs wieder raus, rubbelten sich mit Handtüchern ab, zogen sich an und fuhren wieder weg.

Mir machte ja schon das Tauchen mit den Füßen ins Wasser etwas aus. Die Belohnung: Den ganzen Abend warme Füße!

Was gibt es noch am Strand zu erleben?

Natürlich Strandgut: Muscheln waren selten zu finden. Ein Glück, denn Minu knackt sie gerne und aufgrund ihres hohen Alters bekommt ihr das im Magen gar nicht gut.

Ein besonderer Fund war diese unversehrte Krabbe. Die Möven nehmen sie meist auseinander und dann sind nur noch Einzelteile zu entdecken...

Schon vom weitem sah ich etwas merkwürdig blaues, großes, rundes am Strand liegen. Was war das blos?

Wikipedia meinte, es sei eine riesige Wurzelmundqualle.

Ich liiiiiebe es, wenn Minus Ohren im Wind fliegen, weil das so lustig aussieht. Besonders quirlig ist sie nicht mehr, dafür etwas mutiger. Als mein Mann mit den Füßen ins Wasser ging, machte sie es ihm wahrhaftig nach. Sonst meidet sie Wasser, wo es eben geht.

Hmmmm, am Strand sind sooo viele spannende Gerüche. Manchmal bewegte sich nur ihre Nase.

Selfie mit Minu.

Diese beiden Strandbesucher spielen Kubb oder auch Wikingerschach/-kegeln, bei dem die Holzklötze des Gegners mit einem Wurf umgeschmissen werden sollen.

Auf dem Weg zurück zum Haus viel mir ein nasser Schmetterling ins Blickfeld, der am Strand lag. Lebte er noch?

Ich hob ihn vorsichtig auf. Seine Fühler bewegten sich etwas.

Er war zu nass und zu schwach, um zu fliegen. Was tun? Ich nahm ihn mit auf den Weg zurück zum Ferienhaus. In den Dünen sind so viele Heckenrosen, dort wollte ich ihn in der Sonne absetzen.

In einer duftenden Rosenblüte konnte er trocknen, Pollen naschen, sich stärken und dann vielleicht wieder fliegen.

Diese süße Schnecke begegnete mir auf dem Weg zum Ferienhaus. Damit endete mein Spaziergang am Meer.

Das tolle an kaltem, nassen Herbstwetter: Das anschließende Kuscheln im Warmen!

Das schnell wechselnde Wetter oben am Meer lehrt eines jeden Tag aufs Neue:

Nichts auf später verschieben. Es gibt nur jetzt als den richtigen Moment. Sonst ist das Wetter schon wieder weg, es regnet, die Sonne ist untergegangen. Eine wundervolle Erziehung zum Jetzt.

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Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Türchen 16: Warum passierte das alles? Die Ursache finden und dann...

Türchen 17: Ein kleines Wunder

Türchen 18: Ich liebe den Nordseesturm. Tagsüber.

Türchen 19: Der Küste entlang in den Norden. Wanderdüne Rudbjerg Knudde und Loenstrup. Hirtshals und Noerlev Strand.

Bis morgen,

Ihre Anja Kolberg

Sie möchten andere an diesem Artikel teilhaben lassen? Dann teilen Sie diesen Link, der führt genau hierhin:
https://www.frauencoaching.de/archives/2017/12/entry_7045.html
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Dienstag, 19 Dezember, 2017

Türchen 19: Der Küste entlang in den Norden. Wanderdüne Rudbjerg Knudde und Loenstrup. Hirtshals und Noerlev Strand.

Für Donnerstag in der zweiten Woche hatten wir uns wegen des schönen Wetters einen Ausflug zum Rudbjerg Knudde vorgenommen. Das ist eine der Attraktionen in der Gegend, dementsprechend "viele" Menschen waren auf einem Fleck zu sehen. :-) Der Leuchtturm (Fyr) inmitten der riesig hohen Wanderdüne direkt an der Steilküste hatte es uns schon 2008 angetan.

Der Leuchtturm zierte 2009 den Tischkalender, vielleicht kommt er Ihnen daher bekannt vor. Viele Motive vom Meer bereichern die Tischkalender und Minikarten.

Vorbei an Sanddornbüschen und grasenden Kühen und Schafen führte ein neu angelegter Weg zur Düne.

Beim letzten Mal war der Sand ganz weich und man kam kaum die Düne hoch, weil der Untergrund immer wieder wegrutschte. Jetzt war es ein leichtes, die hohe Düne zu erklimmen. Der Sturm der letzten Tage und der Regen hatte die Oberfläche des Sandes zu faszinierenden Gebilden geformt, die einen festen Untergrund bildeten. Wow!

Oben angekommen wurden wir mit einer grandiosen Aussicht bis ins Hinterland, nach Loenstrup und darüber hinaus belohnt.

Erstaunt stellten wir fest, was der Wind in den vergangenen Jahren geleistet hatte: Der Sandberg war Richtung Land gewandert. Damals guckte nur die Spitze des Leuchtturms raus, der Eingang war wie zwei dort ehemals stehende Häuser verschüttet, dicht umschlossen von der Wanderdüne. Über dem 50 Meter hohen Küstenkliff liegt zwischen 20 und 50 Meter hoch der Flugsand, der sich beständig verändert.

Im Gegensatz zu vor neun Jahren (Bild oben) war der Leuchtturm nun wie zu seiner Erbauung vollständig frei gelegt, einschließlich seines Eingangs. Von den Wärterhäusern waren wieder die Fundamente zu sehen. (Bild unten) Was waren für Massen an Sand bewegt worden!

Der Fyr konnte jetzt sogar bestiegen werden. Eine Betonmauer (Bild unten) stützte den Leuchtturm zum Kliff ab, denn direkt dahinter geht es in die Tiefe. Da die Steilküste immer näher rückt, soll der Leuchtturm aus Sicherheitsgründen wohl irgendwann abgerissen werden. Was sehr schade wäre, er sieht einfach grandios aus.

Der damalige Parkplatz zu Fuße des Sandberges war inzwischen verschüttet. Beeindruckend, was die Naturgewalten leisten!

Ein schöner Ausflug. Anschließend ging es weiter ins benachbarte Loenstrup - ein in den Hügeln der Steilküste gelegenes, charmantes Fischerdörfchen. Wie viel farbenfroher sah die Küste nun im Herbst aus. Zuletzt hatten wir sie im Winter gesehen, nachdem lange Schnee gelegen hatte und das Gras braun war.

Auch in Loenstrup werden wie in Loekken die Fischerboote mit einer Seilwinde an den Strand und sogar den Berg hochgezogen.

Sieht doch herrlich aus, oder?

Da ist zu verschmerzen, dass hier im Zentrum die breiten Strände wegen der Steilküste fehlen, dafür genießen die Ferienhäuser von dort oben eine tollen Panoramablick aufs Meer.

Am Nachmittag walkte ich bei herrlichstem Sonnenschein am Strand entlang. Was für eine Wohltat!

Die Augen schließen. Atmen. Die Strahlen der Sonne genießen. In solchen Momenten bin ich soooo dankbar und froh. Im nächsten Türchen gibt es ein paar mehr Inspirationen vom bunten Strandleben im Herbst.

Als ich heim kam, hatten die Handwerker Feierabend. Der Freitag vormittag der zweiten Woche war auch schnell überstanden. (Während ich diese Zeilen zum Ende unseres Urlaubes schreibe, klackert die Nagelpistole und die Kreissäge heult. Alle Urlauber, die hier am Haus vorbei kommen, halten an, um das Bauspektakel zu betrachten.) Dann war wieder Wochenende! Hüpf!

Als ich Sonntags in einem nahegelegenen Supermarkt die Zeitung und für meinen Mann Brötchen kaufte, beobachtete ich Handwerker, die in dem Feriendorf die Dächer sanierten, ein Bagger fuhr, die Musik dröhnte. Plötzlich war ich heilfroh, dass auf unserer Baustelle Wochenende war. Wohl keine Selbstverständlichkeit.

Das Wochenende verbrachten wir mit Lesen, langen Spaziergängen, Ausschlafen, einen Tee draußen beim Sonnenuntergang mit einem schönen Vogelkonzert trinken, das wechselnde Aprilwetter und die Ruhe am Ferienhaus den ganzen Tag genießen. Ich wusste diesen Luxus soooo zu schätzen!

Montag war es trocken und somit gingen auch die Bauarbeiten weiter. Der Wind stand so günstig, dass wir dennoch auf der anderen Seite des Balkons relativ geschützt in der Morgensonne frühstücken konnten. Ich fands so klasse, dass mir der Lärm weniger ausmachte.

Wir entschlossen uns zu einem Ausflug nach Hirtshals - die Stadt an der Spitze zwischen Jammer- und Tannisbucht. Letztere endet ganz oben im Norden Dänemarks mit Skagen, wo sich Nord- und Ostsee die Hände geben.

Von der Hafenstadt im Norden der Jammerbucht starten viele Fährlinien Richtung Norwegen und dort kann man gut frischen Fisch kaufen. Den Leuchtturm wollten wir uns auch anschauen. Übrigens zierte sein Ebenbild den Tischkalender 2015 und ist noch im Minikarten-Set Balsam zu finden.

Für meinen Mann kauften wir am Hafen in Gaardboe's Fiskehandel Scholle und Seelachs. Am Leuchtturm genossen wir die Aussicht aufs Meer. Bei einer Umrundung trat ich fast auf eine Schlange, die sich am Wegesrand sonnte. Gut, dass ich nicht draufgetreten bin und Minu mit ihrer neugierigen Nase fern geblieben war, da ich voraus ging.

Nachher fanden wir heraus, es war eine Kreuzotter, durchaus für Kinder und Senioren - sicherlich auch für Hunde - gefährlich, weil giftig. Uns hat sie nichts getan, ich glaube, es war ihr einfach zu kalt, denn sie bewegte sich kaum und war froh über die wärmenden Sonnenstrahlen.

Auf dem Rückweg statteten wir Noerlev Strand einen Besuch ab, wo wir im März 2010 zu meinem 40. Geburtstag drei Wochen Urlaub machen. Das Häuschen hatte eingekuschelt in eine flache Düne gleich oberhalb vom Strand gestanden. So sah es dort 2010 aus:

Ich fand das Häuschen so schön, weil man auf der Couch lesend direkt durch das Sprossenfenster aufs wenige Meter entfernte Meer schauen konnte.

Und die Zweierbank auf der Terrasse war auch toll.

Als wir 2017 an den Strand kamen, sah es anders aus. Scheinbar hatte auch hier ein Sturm ganze Arbeit geleistet. Unser Haus und auch die Nachbarhäuser, die an der Dünenkannte gestanden hatten, waren nicht mehr da. Schade! Neue Häuser standen jetzt mehrere Meter weiter in wohl sicherem Abstand.

So ist das Leben am Meer mit der Natur. Alles ist in beständiger Veränderung.

Hier geht es weiter mit Türchen 20: Dieses Kribbeln am Strand

* * * Bisher erschienen:

Der Adventskalender ist gestartet - mit Verlosung

Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein?

Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Türchen 16: Warum passierte das alles? Die Ursache finden und dann...

Türchen 17: Ein kleines Wunder

Türchen 18: Ich liebe den Nordseesturm. Tagsüber. 

Bis morgen,

Ihre Anja Kolberg

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Wann hatte es angefangen?
Wann hatte es angefangen?

ERSTAUNLICH

So habe ich 40 kg abgenommen
So habe ich 40 kg abgenommen

SO BIN ICH

Mich selbst annehmen
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AB ANS MEER

Ab ans Meer
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