Donnerstag, 14 Dezember, 2017

Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

Von wo konnte denn Hilfe kommen, wo war ein Haus bewohnt? Zwei Häuser unterhalb von uns brannte noch Licht. Wer weiß wie lange noch. Es war ja schon spät am Abend und wenn wir wirklich irgendwo anrufen müssten, wäre wohl je früher je besser. Ich hatte dort ein Auto mit deutschen Kennzeichen gesehen, also keine Schwierigkeit, mich verständlich zu machen.

Ich hatte wenigstens Schluffen an. Ich könnte runter laufen (und war in dem Moment froh, dass ich einen BH anhatte.) Auf den Balkon würde ich nicht mehr so leicht von außen klettern können. Es war für Minu besser, wenn mein Mann oben blieb.

Vielleicht hatten die Nachbarn ein Handy. Ich sprach mein Vorhaben mit meinem Mann ab und rannte die dunkle Straße herunter. Ich konnte den Eingang nicht sehen, wusste vom Vorbeigehen, dass wie bei uns ein schweres Holztor Eingang und Einfahrt begrenzte. Ich versuchte das ca. 1,20 hohe Tor zu öffnen. Keine Chance, es war so dunkel, ich konnte nichts sehen. Es nützte nichts, ich musste drüber klettern. Meine Füße fanden den Boden nicht, mein Hintern schon. Aua. 

Wo war die Haustüre? Es war zu dunkel, ich fand sie nicht. Beherzt klopfte ich gegen das mit Jalusien verhangene, erhellte Fenster. Nichts passierte. Nochmal. Eine junge Frau zog die Jalusien nach oben, neben ihr ein kleines, etwa drei Jahre altes Mädchen. Ich sah wie sie etwas nach hinten sagte, dann öffnete sie das Fenster. "Guten Abend, verzeihen Sie die Störung. Danke, dass Sie aufmachen. Wir brauchen Hilfe", sagte ich gleich. "Wir haben uns ausgeschlossen und kommen nicht mehr rein." "Oh nein, warten Sie, ich mache Ihnen die Türe auf." Ich hörte wie sich eine Tür öffnete, das Außenlicht ging an und sah nun auch den seitlich gelegenen Eingang. Die Frau hatte das Kind auf dem Arm, hinter ihr erschien ein junger Mann, der gerade eine Pfanne abtrocknete. 

"Wir haben ein Problem. Wir haben uns ausgeschlossen und kommen nicht mehr ins Haus rein. Es ist alles abgeschlossen. Wir haben nichts dabei. Kein Handy, auch keine Telefonnummer von der Agentur. Nichts." Die Frau fragte: "Wissen Sie denn, wo Sie gebucht haben?" Mir fiel in dem Moment nicht ein wie die Agentur hieß. "Draußen am Zaun ist bei uns am Briefkasten ein Schild mit der Nummer der Agentur. Haben Sie vielleicht ein Handy und eine Taschenlampe, damit wir dort anrufen können?" (Voller Vertrauen, dass dort ein Anrufbeantworter lief und eine Notfallnummer angegeben war. Es gab auf jeden Fall eine in der Hausmappe, aber an die kam ich ja nicht ran...)

Der junge Mann stimmte zu, nahm Handy und Taschenlampe und folgte mir. Wieder auf dem Grundstück sagte ich meinem Mann, dass der junge Mann freundlicherweise mitgekommen wäre und wir nun nach der Nummer schauen und bei der Hausverwaltung anrufen würden. Der Nachbar sah das offene Garagentor. "Können Sie nicht von der Garage aus ins Haus?" Ich verneinte, da wäre kein Zugang, alles nur der Bereich des Hausbesitzers ohne Aufgang nach oben.

Halt. Als wir das Bett in meinem Schlafzimmer verschoben hatten, waren mir doch Metallschienen in einer Ecke auf dem Teppich aufgefallen. Ich hatte mich gefragt, was wohl darunter verborgen war. Vielleicht war ja da ein Zugang zum Obergeschoss? 

Morgen geht es hier ab 12 Uhr weiter mit Türchen 15

* * * Bisher erschienen:

Der Adventskalender ist gestartet - mit Verlosung

Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein? 

Bis morgen,

Ihre Anja Kolberg

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Mittwoch, 13 Dezember, 2017

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein?

Der Gedanke: Ist das wahr? Haben wir uns wirklich ausgeschlossen? war Realität. Um uns herum war es dunkel. Das Wohnzimmer hell beleuchtet. Wir guckten uns um. Auf dem Balkon standen vier Stühle, eine Liege, ein Tisch und ein Kasten Bier.

Da war nichts, das uns half, reinzukommen. Wir guckten runter. Dunkelheit. Es blieb uns gar nichts anderes übrig, als vom Balkon zu springen. Mein Mann fand meine Idee alles andere als gut, weiß er aufgrund seines Berufs als Schornsteinfeger doch wie gefährlich das ist. Mir war das egal, irgendwas musste passieren und ich hatte die Tür zugezogen. Ich kletterte an der Stelle über das Balkongeländer, wo ich vermutete, dass statt Steinen unter mir der Hang mit Rasen war und wo es nicht ganz zwei Meter bis zum Boden waren. Ich wollte es einfach probieren.

Ich versuchte an der Hauswand mit dem Fuß Halt zu finden. Nichts. Fand ich denn sonst irgendwo Halt? Nein. Ich musste loslassen. Meine Oberarme sind nicht so kräftig, dass sie mich halten können, so dass ich mich hätte hängen lassen und so langsam runter gekommen wäre. Also lies ich los. 

Und landete auf dem Rasen, fiel nach hinten auf den Po und Rücken. Ein Uffff entfleuchte mir. Der Aufprall schmerzte, kurzer Check: Alles noch heile. Ein Glück. Also auf und weiter.

Um zu sehen, ob die Haustüre vielleicht doch nicht abgeschlossen war wie von meinem Mann befürchtet, lief ich erst mal ums Haus. In den letzten Tagen war die Türe bei Wind öfter aufgesprungen, deswegen hatten wir sie abgeschlossen und den Schlüssel stecken lassen, falls unsere 14jährige Hündin Minu mal schnell musste und wir dann nicht lange nach dem Schlüssel suchen brauchten.

Ich kletterte im Dunklen die Treppe zur Eingangstüre hoch. Abgeschlossen.

Dann suchte ich die Fenster ab, doch nirgendwo war ein Fenster offen. Ich lief auf die andere Seite des Hauses. Das Badfenster konnte ich erkennen, es war gekippt in ca. 3 Meter Höhe, doch viel zu hoch und so klein wie ein Blatt Papier. Keine Chance, da rein zu kommen.

Ich ging zurück zum Parkplatz, worüber der Balkon trohnte und teilte meinem Mann mit, dass wir nichts offen gelassen hatten. Der fluchte und raufte sich die Haare. Für den Bruchteil einer Sekunde stellte ich mir vor, dass wir wieder oben drin und alles gut gegangen wäre, ohne Probleme und stundenlangen Aufwand.

"Guck mal, ob du was in der Garage findest, irgendeinen Draht, vielleicht kann ich damit die Schiebetüre öffnen", fiel ihm ein. Mit aller Kraft hob ich das zum Glück nicht abgeschlossene schwere Garagentor in die Höhe. Mit der Hand tastete ich nach einem Lichtschalter. Gefunden. Ich suchte die Räume nach Werkzeug ab. Fand zwei Schraubenzieher und eine Lampe mit längerem Kabel. Zum Glück war neben dem Tor gleich die Steckdose für die Waschmaschine. Dort schloss ich die Lampe an, gab sie und die Schraubenzieher durch das Geländer nach oben.

Ich sah mich unten um. Theoretisch könnten wir beide zur Not im Keller übernachten. Hier war es warm und trocken. Ich sah eine Leiter, mit deren Hilfe mein Mann sicher nach unten kommen könnte. Nicht auszudenken, er würde runter springen und sich wie vor einigen Jahren das Bein brechen. (Er erzählte mir später, dass er versucht hätte, mit beiden Beinen aufzukommen, was gefährlicher gewesen wäre als dass was ich gemacht hatte: Mich einfach fallen lassen.)

Aber wenn wir nicht mehr auf dem Balkon wären, wie sollte das mit Minu oben gehen, die sicherlich irgendwann Panik bekommen würde, wenn wir nicht wieder auftauchen würden. Sie hätte die Bude zwar nicht auseinander genommen, dafür war sie schon zu alt, aber es wäre kein gutes Gefühl gewesen. So war es gut, dass sie ihr Herrchen durch die Scheibe anschauen und hören konnte, wenn auch nicht helfen. ;o)

"Die Schraubenzieher sind zu dick. Ich brauch einen Draht." Wieder den Keller durchsucht. Da Kleiderbügel aus der Reinigung. Ich reichte zwei durch die Brüstung nach oben. Von oben ein fluchen. Er sagte, es würde nicht ans Schloss kommen. Sch.... 

Was nun? Noch länger probieren? Die Zeit schritt voran...

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Dienstag, 12 Dezember, 2017

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Am nächsten Tag versuchte ich, den Lärm der Baustelle umzudeuten, mich selbst zu hypnotisieren, damit mir die Geräusche nicht mehr so viel ausmachten. Versuche, mich zu beruhigen.

Das war mir bei den ersten nachbarschaftlichen Bauarbeiten schon mal gelungen, als viele tagelang eine Schicht der Wand zu unserem Haus mit Boschhammer und per Hand abgeschlagen wurde. Damals hatte ich mir vorgestellt, meine Zähne würden von kleinen Zwergen bearbeitet, die diese Geräusche machten. Das geht immer eine ganze zeitlang gut. Es durfte nur nicht zu lange und auf Dauer gehen oder neue Stressoren dazu kommen, dann kippte die Wirkung meiner Hilfe.

Beim Frühstück habe ich meinen Mann gebeten, laut Musik aufzulegen, die wir beide mögen und die uns vom Baulärm ablenkt. Später habe ich über die Kopfhörer Musik gehört. Ansonsten habe ich mich in Dankbarkeit geübt, mich für all das Gute bedankt, um das Energiefeld zu verbessern und in Resonanz mit etwas positivem, statt negativem zu gehen.

Wir machten einen Ausflug nach Loekken, spazierten mit Minu zur Mole, ließen uns den Wind um die Nase wehen und genossen das schöne Dänemarkgefühl von Freiheit.

Und Freitag gegen eins war Wochenende. Endlich! Die Handwerker hatten Hammer, Kreissäge und Stemmeisen weggelegt und würden uns bis Montag in Ruhe lassen. HÜHÜPF!

Jetzt konnten wir uns entspannen und die Naturgeräusche genießen!

Es war ziemlich kalt draußen und windig. Also machte ich es mir drinnen vor den großen Terrassenfenstern mit Blick auf das Meer gemütlich. Der Sichtschutz lenkte den Blick wunderbar. Ich bereitete mir einen Bananen-Schokodrink zu, stellte die beiden Korbsessel zusammen, legte mir ein Kissen in den Rücken und schnappte mir "Halali", das neue Buch von Ingrid Noll. Jaaaaaaa: Lesen! Das herrliche und so sehr ersehnte Urlaubsgefühl stellte sich wieder ein. Nun fühlte ich mich ungestört, sicher und geborgen und entspannte von Minute zu Minute mehr. Ich atmete auf und ein und aus ...

Freitag Abend frischte der Wind auf. Es war kurz nach 20 Uhr, unser Wohnzimmer hell erleuchtet. Der Fernseher lief. Minu lag in ihrem Körbchen. Draußen war es dunkel und laut. Der Sichtschutz klapperte immer lauter. „Sollen wir den Tisch noch davor schieben, damit es besser hält?“, fragte ich meinen Mann. Der nickte. Ich zog mir Schluffen an, mein Mann wollte nichts an die Füße ziehen, gut ja, ein T-Shirt zog er über. 

Da draußen Mückenschwärme die letzten Tage vor unserem Fenster schwebten und die von Licht magisch angezogen werden, zog ich die Glastüre am Balkon zu, damit uns nicht noch mehr im Wohnraum ärgerten. Wir stellten den Tisch vor den Sichtschutz, brrr frisch, schnell wieder rein in das gemütliche Wohnzimmer und weiter Fernseh schauen. Ich wollte die Türe aufziehen.

Es ging nicht. Sie war verschlossen. Das konnte doch nicht sein! Nein! Von drinnen guckte uns Minu an. Wir versuchten die Türen mit den Händen offen zu schieben. Keine Chance. Die andere Seite probiert. Es ging nicht. Keine der vier Glastüren war von außen zu öffnen! Das darf nicht wahr sein! Was war diesen Urlaub nur los?! 

Da standen wir auf dem Balkon, ich in Jogginghose, Schluffen und T-Shirt (zum Glück auch mit BH...). Mein Mann in kurzer Hose, Shirt, nackten Füßen. Kein Handy dabei, keine Telefonnummer von irgendwem, nix. Rundherum Dunkelheit. Hier in der Einsamkeit gibt es keine Straßenbeleuchtung. Keine Außenbeleuchtung. Unter uns irgendwo in ca. 1, 80 bis 2,20 Meter war der Boden.

Der Wind brauste laut und kalt ums Haus. Weiter oberhalb war ein Haus hell beleuchtet, auf der Terrasse johlten junge beschwipste Dänen in Bademänteln. Wer sollte uns hier rufen hören? 

Diese Situation fühlte sich so schräg an. Wir stehen draußen in der Dunkelheit, ausgeschlossen, drinnen hell erleuchtet ginge der Urlaub weiter.

Morgen geht es hier ab 12 Uhr weiter mit Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein?

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Montag, 11 Dezember, 2017

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

"Da muss noch was festeres drunter", so der ältere Herr. Aber was soll das hier am Strand sein? Mein Mann machte sich mit ihm auf die Suche. Ich krabbelte noch weiter unter das Auto. Der Sand war ganz fest um das Rad und in den Radkasten rechts und links gepresst. Langsam wurde es frei. Mein Mund war trocken, ich konnte kaum schlucken.

Doch ich hatte den Antrieb, da wieder raus zu kommen, so lange die Flut noch weit weg war, Licht vorhanden und vor allen Dingen Menschen, die uns helfen konnten – das taten sie alleine durch ihre wohlwollende, positive Präsenz. Alle eingebrachten Ideen wurden umgesetzt und ausprobiert. Minu war ganz ruhig in ihrer Transportkiste. Wahrscheinlich die ruhigste von uns allen. 

Mein Mann kam mit einem großen Betonstück wieder, (wie hatte er das blos tragen können?), auch der nette Helfer brachte Beton mit, was wohl von den Bunkern abgebrochen war. Die wollten sie unter das rechte Vorderrad legen. Wir buddelten, was das Zeug hält. Reicht nicht, noch tiefer. Ich wollte den Unterboden vorne noch weiter frei legen, weil ich Angst hatte, wir würden uns den beim Rausfahren aufreißen. Nein, das würde nicht passieren, wir würden hoch kommen, keine Gefahr. Ich glaubte einfach den Menschen um mich herum.

Wir könnten es probieren. Ich solle wieder fahren, weil mein Mann mehr Kraft zum Schieben hätte, dann die Heckklappe aufmachen, dann könnten sie alle von hinten schieben und ich sollte links runter Richtung Meer fahren, da wäre fester Boden. Wir schauten uns die Stelle links an, ja müsste gehen. Vorne rechts unter dem Reifen lagen die Betonstücke drunter, hinten standen die drei Senioren und mein Mann. 

"OK, jetzt Gang rein uns los!" Das machte ich vorsichtig. Erst bewegte sich der Wagen nicht, dann ein wenig und dann fuhr ich aus der Kuhle raus, Richtung Wasserkannte. Ich stoppte gar nicht erst, sondern fuhr noch einige Meter weiter, so dass der Wagen wirklich wieder festen Boden unter sich hatte. Hinter mir hörte ich ein Jubeln und sah glückliche Gesichter. Ich stoppte den Wagen, mehrere schwere Betonblöcke waren mir vom Herzen gefallen. WAS FÜR EIN GLÜCK!

Ich lief sofort zu unseren Helfern zurück, hob die Arme und umarmte einen nach dem anderen. Die kölsche Herzlichkeit bekamen sie körperlich zu spüren.

"Vielen Dank, dass Sie uns geholfen haben. Ohne Sie hätten wir das nicht geschafft. Sie sind unsere Engel." Ich sagte, wir würden nie wieder an den Strand fahren. Die eine Dame guckte lachend: "Ach wieso, das kann doch mal passieren. Gestern haben wir auch einem geholfen, der sich festgefahren hatte." :-)

Auf dem Rückweg nach Noerre Lyngby, wo wir auf den Strand aufgefahren waren, fuhren wir mit so großer Vorsicht wie möglich, der Boden wurde mit den Augen abgesucht. Das Gefühl, dann endlich wieder Asphalt unter den Reifen zu haben: Unbeschreiblich sicher! Es war offensichtlich nichts am Auto dran. Wir hatten das Abenteuer unbeschadet überstanden. HÜPF!

Am ersten Supermarkt hielten wir an, um etwas zu trinken zu kaufen. "Weißt du, worauf ich jetzt richtig Lust hab? Auf Fritten!" Auf keinen Fall hatte ich nach der Anstrengung noch Lust, zu Hause etwas zu kochen. Mein Mann auch nicht. Wir waren von oben bis unten voll Sand. Das Auto innen und außen voller weißen Körner. Jetzt musste diese Belohnung sein. Wir fanden gleich einen Parkplatz neben einem Imbiss in Loekken, konnten draußen in der Sonne mit Minu sitzen und unseren Schock bei Fritten, für meinen Mann mit Bratfisch verdauen.   

Zu Hause steckte ich unsere Sachen in die Waschmaschine, die für mich so wichtig war, damit ich meine Kompressionswäsche alle zwei Tage waschen konnte. Wir machten den frisch erstandenen Sichtschutz auf dem Balkon fest. Anschließend wuschen wir uns den Sand aus den Ohren. Durchatmen. Was für ein Tag!

Rückblickend (heute am 2. Advent 2017 in Köln, wo ich diesen Text für die Veröffentlichung überarbeite und illustriere) bleibt ein schönes Gefühl zurück. Es war aufregend und so berührend, wie uns geholfen worden war und wir auch offen für Hilfe waren.

Es wäre für meinen Geschmack völlig ausreichend gewesen, wenn wir ab da keine Aufregung mehr gehabt hätten. Doch es sollte anders sein...

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Sonntag, 10 Dezember, 2017

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Mein Mann lenkte auf den Sandberg zu. Wir kamen einige Meter weit, dann drehten die Reifen drehten durch und der Wagen bewegte sich keinen Centimenter mehr weiter. Ohoh.

Rückwärtsgang. Der Wagen bewegte sich auch in diese Richtung nicht, die Reifen drehten weiter durch. Schluck. Wir gucken uns an. Passierte das gerade wirklich? Wir steckten im Sand fest!

Ich stieg aus, um es mit Schieben zu probieren. Keine Chance bei dem schweren Wagen. Hoch oben auf der Klippe saßen zwei Männer und beobachteten uns. Ich hörte, wie einer von denen sagte: "Jetzt haben sie sich festgefahren." Ja, stimmt. Vielleicht hätte ich das auch gesagt, wenn ich da gesessen hätte. So Kommentare als selbst Betroffene zu hören, sind in dem Moment nervig und schon gar nicht hilfreich. (Gut, die andere Seite mal zu erleben.)

Am Auto spazierten zwei Seniorinnen mit ihren Hunden vorbei. Mit vereinter Kraft würde es vielleicht klappen, hoffte ich. Ich fragte die beiden Frauen: „Wir haben uns festgefahren. Könnten Sie vielleicht mit schieben?“

Sofort stimmten die Urlauber – es waren auch Deutsche - zu. Eine der Frauen rief noch ihren Gatten herbei. Wir gaben uns alle Mühe, doch auch zu vier Schiebenden bewegte sich der Wagen nicht. Wäre auch zu schön gewesen.

Der Senior meinte, wir müssten die Reifen freibuddeln, so kämen wir nicht raus. Der älteren Dame neben mir, mit rotem Haar, Brille und mit zwei Dackeln, sagte ich, während ich mir die Jacke auszog: "So ein Mist. Ich habe gelesen, wir können hier entlang fahren. Doch es gibt keinen Ausgang mehr in Loekken und jetzt das, oh nein." Sie meinte, man hätte hier bisher auch fahren können, die Brücke wäre erst vor kurzem kaputt gegangen.

Meine innere Sorgen-Maschine war angesprungen. Sie arbeitet in Milisekunden alle möglichen Szenarien durch: Angst, da nicht selbst rauskommen. Womöglich einen Abschleppwagen besorgen müssen. In dieser verlassenen Gegend sicherlich keine Sache von fünf Minuten, ganz zu schweigen von den Kosten. Es war schon später Nachmittag. Und was, wenn die Flut kam? Wie hoch stieg die hier?

Mein Mann und ich schmissen uns in den weichen Sand, um die Situation von unten zu begutachten. Die Sonne brannte. Der Sand war zum Glück trocken. Weiterhin kaum Wind. Der Wagen war vorne unten auf dem Strand aufgesetzt und die Reifen im Sand eingegraben. Wir versuchten, die Vorderreifen mit der Hand frei zu schaufeln. Eine der Damen fragte, ob wir nicht etwas zum Buddeln dabei hätten. Eine Schaufel oder so. Normalerweise gehören wir ja zu den Eichhörnchen unter den Urlaubern und haben alles mögliche dabei. An einen Klappspaten haben wir bisher nicht gedacht. Wir überlegen, ihn künftig auf die Liste zu setzen. :-)

Ich suchte den Wagen ab und fand eine feste Parkscheibe aus Kunststoff und den Eiskratzer. So lagen und knieten wir zum Teil zu fünft um die Front des Autos im Sand. Ist das nicht toll, wie sich die Senioren einfach so einbrachten? Mehrfach sagte ich ihnen wie froh ich war, dass sie da waren. Alleine die moralische Unterstützung täte so gut!

Es war unglaublich viel Sand vorne um das Auto und die Vorderreifen hatten sich tief eingegraben. Der Motorraum lag unten auf. Ich hörte wie der Mann fragte, ob wir ein Abschleppseil dabei hätten, worauf mein Mann entgegnete, das ginge nicht, weil wir einen Automatikantrieb haben, deswegen hätten wir auch kein Abschleppseil dabei. Mir wurde anders - müssten wir sogar einen Kranwagen bestellen? Und wie sollte der hier in der Gegend zu finden sein?

Wir buddelten weiter. „Haben Sie nichts zum Unterlegen dabei?“ fragte der Senior. Wir haben nur durchgehende Fußmatten, die befestigt sind. Mein Mann fand aber mein Kniekissen, das ich für Fotos immer dabei hatte, wenn ich mich auf den Boden knie, um einen schöneren Aufnahmewinkel zu bekommen. Sonst war da nichts im Auto. Wir legten es rechts unter den Reifen. Eine der Frauen hatte die Idee, nicht an der Motorhaube zu schieben, sondern die Fenster aufzumachen, damit wir an den Türholmen schieben konnten und wir so keine Beule in die Haube bekämen. Gute Idee! Daran hätten wir in der Aufregung nicht gedacht.

Die Matte lag unter, ich setzte mich ans Lenkrad. Die Kraft meines Mannes war beim Schieben besser genutzt. Ich versuchte den Rückwärtsgang, gab vorsichtig Gas und alle schoben. Der Wagen bewegte sich nicht, die Reifen drehten durch. Motor wieder aus. Mein Mann zog das angefetzte Kniekissen weg. (Oben ein Foto, das ich zu Hause von dem guten Stück machte, bevor ich es in den Müll verabschiedete.)

Wieder kein Erfolg. Würden wir da ohne einen Abschleppwagen wieder rauskommen? Und rechtzeitig vor der Flut? Hatte der Wagen Schaden genommen durch das Aufsetzen und konnten wir mit ihm wieder nach Hause fahren?

Glauben Sie mir: In diesem Moment dachte ich, wie klein dagegen das Problem der Baustelle doch ist und versprach mir - wenn wir aus der Situation heile wieder rauskommen würden - zu üben, sie mit allen Unannehmlichkeiten anzunehmen.  

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Samstag, 09 Dezember, 2017

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Wir kamen an einem Campingplatz vorbei, wo wir ein stabilen Sichtschutz, verstärkt mit Besenstilen fanden. Eigentlich ein Windschutz für den Strand. Wir würden ihn am Balkongeländer befestigen. Der nette Verkäufer schenkte uns die passende Kordel dafür. Super. Das ging ja flott!

Dann also auf nach Noerre Lyngby. Dieser Ort nördlich von Loekken liegt an der Steilküste. Zugänge zum Strand gibt es nur über steile Treppen (solange sie denn stehen und nicht durch Sturm, Unterspülungen, Landwegbruch unbrauchbar werden) oder über die geteerte Straße in der Ortsmitte zum Meer hinunter. 2008 urlaubten wir in diesem Ferienort.

Das hübsche rote Häuschen, das wir damals in Noerre Lyngby bewohnten, stand 2008 gut 25 Meter weg von der vielen Meter hohen Steilküste. Eine grandiose Aussicht war es von da oben auf das Meer. Besonders der Blick von der Haustüre gen Sonnenuntergang über dem Horizont der See hatte es mir angetan. Diese einmalig Stimmung von "nach Hause kommen", "ankommen", "bei mir selbst sein" fing ich in einem Foto ein. Heute weiß ich: Das wird es so nicht wieder geben. Das Foto ziert den Kalender Auf dem Weg zu mir selbst im Dezember 2018. Hier können Sie es sich anschauen und sogar nach Hause holen.

Neben uns befand sich ein mit dicken Steinen eingefasster alter Friedhof, der gerade bei Nebel, den wir im Februar oft hatten, so herrlich mystisch aussah.

Es gab an der Abbruchkannte bizarres zu sehen, wie diese abgebrochene Straße oder diese leeren Hinweisschilder:

Am Strand fanden wir damals Gebäudeteile von Häusern, die sich die Natur geholt hatte.

Ein bisschen mulmig war es schon, da oben zu wohnen, wenn es auch noch 25 Meter waren. Neben uns das süße schwarze Häuschen stand bedenklich näher am Abgrund:

Wir waren neugierig: Wie würde es jetzt - neun Jahre später - dort aussehen? Stand das schwarze Häuschen noch? Wie hatte sich die Küste verändert.

2017 standen wir an der Stelle, wo wir in unserem roten Haus gewohnt hatten. Das Haus und große Teiles des Grundstückes waren verschwunden! Nur noch Teile des Fundamentes waren zu sehen. Es war wohl abgerissen worden, bevor es hinunter kippen konnte. Was für ein komisches Gefühl, dass jetzt die Abbruchkante da war, wo wir mal schliefen. Auch der Friedhof war zur Hälfte vom Meer geholt worden. Klar, das kleine schwarze Haus war auch nicht mehr da und weitere, die damals noch auf Fotos zu sehen waren.

In den letzten Jahrzehnten waren viele Hundert Meter Steilküste dem Meer zum Opfer gefallen, damit auch Kirchen, Höfe und viele Ferienhäuser. Jetzt also auch das hübsche rote Holzhaus, in dem wir damals wohnten. Komisches Gefühl.

 

Wir wollten uns die Steilküste unten vom Meer aus anschauen und fuhren - wie auch hier in Noerre Lyngby üblich und erlaubt - mit dem Auto runter zum Strand.

Ich hatte in Touristeninformationen gelesen, dass wir von Noerre Lyngby im Norden bis nach Loekken gen Süden am Strand entlang fahren konnten. Dann würden wir Richtung unseres Ferienhauses fahren und konnten die Strandabschnitte bis Loekken sehen. Von Loekken aus ginge es auch noch weiter in den Süden bis nach Groenhoj, wo wir urlaubten, aber das wollten wir nicht machen.

Die Strecke führte kilometerlang am türkisfarbenen Meer vorbei.

Auf der anderen Seite die Steilküste. Kaum Menschen, nur ein paar Autos auf dem so breiten, flachen und festen Sandstrand. Es war später Nachmittag, herrlich warm, die Sonne schien, kaum Wind.

Rund 8 km fuhren wir an der scheinbar ewig gleichen Küste entlang bis wir kurz vor Loekken die ersten Bunker passierten. Diese Überbleibsel aus dem zweiten Weltkrieg säumen die Nordseeküste in Dänemark. Mal stehen sie am Strand, weil sie von der Steilküste runtergefallen und freigespült wurden, was wirklich keine Augenweide ist, mal sind sie versteckt in den Dünen, inzwischen von Gras und Sand überwachsen.

In Hirtshals ganz im Norden, gibt es sogar ein Bunkermuseum, weil an dieser strategisch wichtigen Stelle wohl sehr viele Betonklötze im Boden liegen. Groenhoej und Loekken südlich haben keine Bunker am Strand stehen. Nördlich von Loekken stehen sie aber, freigespült, mit Graphiti besprüht und ein wenig unheimlich.

Hier sehen Sie welche rechts im Bild. Die beiden Fotos stammen von Februar 2008. Ein bisschen verschwinden sie im winterlichen Licht vor der Steilküste:

Auf dem folgenden Foto ist deutlicher zu erkennen, was das für Riesen sind. Positiv ist wohl, dass sie heute dem Schutz der Küste vor der Stärke der Natur dienen.

Im September 2017 auf dem Weg nach Hause passierten wir die Stelle mit den vielen Bunkern am Strand mit dem Auto. Die Breite des Strandes nimmt an dieser Stelle stark ab, ist nur noch wenige Meter breit. Wir waren gezwungen durch ein höheres Stück Sand zu fahren, um zum Ausgang nach Loekken zu kommen.

 

Der Sand hatte sich an dieser Stelle durch den Wind aufgetürmt und war nicht so fest und ebenerdig wie das ganze Stück zuvor. Sollten wir weiter fahren und es riskieren oder umkehren? Fünfzehn Minuten waren wir bestimmt am Strand entlang gefahren. Geschätzte 300 Meter hinter der Enge musste die Ausfahrt nach Loekken sein.

Mein Mann fuhr los. Die Reifen verloren den Halt auf dem feinsandigen, sehr trockenen Untergrund, die Reifen drehten leicht durch, das Auto rutschte und kippte etwas Richtung Meer ab. Eine Schrecksekunde, doch wir kamen durch.

Puh, Glück gehabt. Mein Herz pochte. Jetzt nur noch raus.

Wo war denn der Ausgang? Wir sahen große Sandkipper, die für Küstenschutzmaßnahmen Sand von der einen Seite Loekkens zur anderen brachten. Deren Reifen sind so hoch ist, dass gefühlt zwei Menschen übereinander stehen müssten, um die Reifenspitze zu erreichen.

Die Kipper fuhren durch das Meerwasser. Warum fuhren sie nicht näher zur Küste durch den Sand? Wir suchten mit den Augen den Ausgang und sahen dann, dass wir erst einen Fluss passieren mussten und eine Brücke über diesen führte. Wenige Meter weiter war klar: Die Brücke zum Ausgang war gesperrt!

Bestimmt dreizig Zentimeter tief war der Abgrund davor, der Sand war weggebrochen. Das vom Regen ablaufende Wasser hatte einen tiefen Graben in den Untergrund gebuddelt. Da konnten wir nicht drüber fahren. Und nun? (In Noerre Lyngby bei der Strandauffahrt hatte kein Hinweis gestanden, dass die Ausfahrt in Loekken gesperrt ist.)

Sollten wir auch durch die Wasserkannte fahren wie die Lkw? Das sah gefährlich aus, wir wussten nicht, ob der Boden uns hielt. Ich bin beim Spaziergang an der Wasserkante mal knietief im Sand versunken, weil der kleinsteinige Boden darunter unterspült war. Wie hoch war das Meerwasser? Wenn es den Unterboden des Autos umspülte war das Salzwasser sicherlich nicht gut für die Karrosserie. Doch eine andere Möglichkeit gab es nicht. Wir kamen hier nicht raus.

Wir beschlossen zu drehen und wieder zurück nach Noerre Lyngby zu fahren. Das bedeutete, dass wir wieder durch die Sandwehe mussten. Von dieser Seite aus war der Weg darüber etwas steiler und auch feinsandiger, nicht so fest wie auf der anderen Seite. Wir konnten nicht so gut Schwung holen. Oh nein. Würden wir das schaffen?

Morgen geht es hier ab 12 Uhr weiter mit Türchen 10: Festgefahrene Situation

* * * Bisher erschienen:

Der Adventskalender ist gestartet - mit Verlosung

Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung 

Bis morgen,

Ihre Anja Kolberg

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